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Analysen - TecDAX
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22.07.2025
TecDAX-Verlierer SMA Solar: Ist der Absturz vorbei oder nur der Anfang? Analysten uneins, Zahlen alarmieren
aktiencheck.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Ein dramatischer Einbruch – doch steckt mehr dahinter? Die SMA Solar Technology AG (ISIN: DE000A0DJ6J9, Ticker: S92) hat Anleger in den letzten Wochen auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Der Aktienkurs notiert aktuell bei 19,90 EUR und verlor allein heute 1,49 %. Doch der Kursrückgang ist nur die Spitze des Eisbergs: Auch operativ melden die Nordhessen einen massiven Ergebniseinbruch für das erste Halbjahr 2025. Die Stimmung an der Börse ist gedrückt – aber ist die Aktie damit schon abgeschrieben?
Halbjahreszahlen 2025: Gewinn implodiert, doch ein Hoffnungsschimmer bleibt SMA Solar erwartet auf Basis vorläufiger Zahlen im ersten Halbjahr 2025: - Umsatz: 684,9 Mio. EUR (Vorjahr: 759,3 Mio. EUR) - EBITDA: 9,1 Mio. EUR (Vorjahr: 80,6 Mio. EUR) - EBIT: –19,0 Mio. EUR (Vorjahr: 56,2 Mio. EUR)
Besonders schmerzhaft: Im zweiten Quartal lag das EBITDA bei –15,5 Mio. EUR und das EBIT bei –30,4 Mio. EUR – weit unter dem Konsens der Analysten, die mit –4,0 Mio. EUR bzw. –19,0 Mio. EUR rechneten. Der Hauptgrund für den Einbruch: Abschreibungen auf Vorräte in der Sparte Home & Business Solutions in Höhe von 46,8 Mio. EUR.
Doch es gibt auch Lichtblicke: Operativ – ohne Sondereffekte – erreichte SMA im Q2 ein EBITDA von 31,3 Mio. EUR, leicht über dem Vorjahreswert von 30,6 Mio. EUR. Das zeigt: Der operative Kern funktioniert – trotz aller Störfeuer.
Analystenmeinungen: Zwischen Abstrafung und Hoffnungsschimmer Die Einschätzungen der Analysten zur SMA Solar Aktie gehen weit auseinander. Insgesamt liegen vier aktuelle Bewertungen vor (Stand Juli 2025), die ein durchwachsenes Bild zeichnen:
Jeff Osborne (TD Cowen) – Kursziel: 27,00 EUR – 36,36 % Upside – Empfehlung: HOLD Osborne bleibt optimistisch und verweist auf das langfristige Wachstumspotenzial der Solarbranche. Die momentane Schwächephase sei bereits größtenteils eingepreist, und der Konzern verfüge über ein robustes Produktportfolio. Besonders positiv sieht er die Position im Segment Großanlagen.
Analyst (Berenberg Bank) – Kursziel: 22,00 EUR – 11,11 % Upside – Empfehlung: HOLD Der nicht namentlich genannte Analyst der Berenberg Bank zeigt sich vorsichtig optimistisch. Die Stabilität der Auftragseingänge und die internationalen Marktchancen rechtfertigten ein moderates Kursziel. Dennoch bleiben operative Risiken aufgrund der hohen Lagerbestände und Margendruck bestehen.
Mengxian Sun (Deutsche Bank) – Kursziel: 19,00 EUR – –4,04 % Downside – Empfehlung: HOLD Sun senkte ihr Kursziel leicht, nachdem die jüngsten Quartalszahlen unter den Erwartungen lagen. Sie warnt vor strukturellen Problemen im Heimatmarkt, betont aber auch, dass SMA ohne Sonderbelastungen operativ stabil bleibt.
Constantin Hesse (Jefferies) – Kursziel: 16,00 EUR – –19,19 % Downside – Empfehlung: SELL Hesse ist klar bärisch. Die hohen Abschreibungen und das enttäuschende operative Ergebnis führten laut seiner Analyse zu einem Vertrauensverlust am Markt. Die Wettbewerbsintensität und die rückläufigen Margen sieht er als Gefahr für die mittelfristige Erholung.
Thorsten Reigber (DZ BANK AG) – Keine Kurszielangabe – Empfehlung: SELL Reigber hält an seiner negativen Einschätzung fest. Zwar nennt er kein neues Kursziel, doch die wiederholte Bestätigung seines "SELL"-Ratings am 17. Juli zeigt, dass er keine kurzfristige Besserung erwartet.
Chancen: Solarboom, operative Basis solide, Bewertung günstig Trotz des aktuellen Rückschlags bietet SMA Solar mittel- bis langfristig Chancen: - Die globale Nachfrage nach Solartechnik wächst weiter, auch durch geopolitische Unabhängigkeitsbestrebungen. - Operativ zeigt sich das Unternehmen (ohne Sondereffekte) stabil und rentabel. - Mit einem Kursniveau unter Buchwert und einem erwarteten Rebound in der Profitabilität ist die Bewertung für Value-Investoren durchaus attraktiv.
Risiken: Margendruck, Lagerbestände, schwacher Heimmarkt Doch die Liste der Risiken ist nicht zu unterschätzen: - Der deutsche Markt entwickelt sich schwach, Investitionszurückhaltung bremst das Geschäft. - Abschreibungen auf Lagerbestände deuten auf strukturelle Fehler im Einkauf oder in der Absatzplanung hin. - Analysten senken sukzessive ihre Erwartungen – ein Vertrauensverlust droht.
Fazit: Turnaround-Story oder Value-Trap? SMA Solar steht am Scheideweg. Operativ zeigt sich das Geschäft stabil – wenn man Sondereffekte ausblendet. Doch genau diese Einmaleffekte werfen Fragen zur Unternehmensführung und Strategie auf. Analystenmeinungen sind gespalten, das Kurspotenzial reicht laut optimistischstem Analysten (TD Cowen) bis 27 EUR, was einem Anstieg von über 36 % entspräche. Wer an eine Erholung glaubt, sieht hier eine Einstiegschance. Wer skeptisch bleibt, wird weitere Rücksetzer erwarten.
Am 7. August 2025 folgt der offizielle Halbjahresbericht – spätestens dann werden sich viele Fragen klären.
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Autor: Redaktion, aktiencheck.de Veröffentlicht am: 22. Juli 2025
Disclaimer Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien unterliegen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für etwaige Entscheidungen auf Basis dieses Artikels. (22.07.2025/ac/a/t)
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