John Templeton: Die 10 goldenen Investmentregeln der Börsenlegende - Templeton Growth Fund
Author: Redaktion, aktiencheck.de
Wie ein Tennesseer Farmerjunge zum Architekten des globalen Value-Investings wurde
Wenn man heute von Börsenlegenden spricht, fallen fast immer dieselben Namen: Buffett, Soros, Lynch. Doch wer wirklich tief in die Geschichte erfolgreicher Geldvermehrung eintaucht, stößt unweigerlich auf einen Namen, der leiser, aber nicht minder mächtig seine Spuren hinterlassen hat: Sir John Templeton – der Mann, der das Investieren internationalisierte, als der Rest der Welt noch auf US-Stahl und Coca-Cola fixiert war.
Mit seinem Templeton Growth Fund schrieb er nicht nur Performancegeschichte – er schrieb Börsengeschichte. In einer Zeit, in der viele Anleger kaum über den Mississippi hinausblickten, investierte Templeton in Japan, Südamerika, Afrika. Dort, wo andere Risiken sahen, sah er Chancen.
"Kaufe, wenn andere verzweifeln. Verkaufe, wenn
andere gierig werden."
Vom Baumwollfeld zur Börsenbibel
Geboren 1912 in Winchester, Tennessee, wuchs Templeton in einfachen Verhältnissen auf. In der Weltwirtschaftskrise verlor seine Familie beinahe alles – ein Erlebnis, das seine Haltung zu Geld, Risiko und Chancen nachhaltig prägte.
Er jobbte, sparte, lernte. Mit einem Stipendium ging er an die Yale University, wurde dort Klassenbester, obwohl er nebenbei arbeitete. Danach Oxford, als Rhodes-Stipendiat. Schon früh erkannte Templeton: Reichtum entsteht nicht durch Modetrends – sondern durch unabhängiges Denken, Disziplin und Weitblick.
Die legendäre 100-Aktien-Wette
Eine seiner berühmtesten Anekdoten stammt aus dem Jahr 1939, als Europa in Flammen aufging. Die Welt stand am Rande des Kriegs. Panik an den Märkten. Was tat Templeton?
Er lieh sich 10.000 Dollar – eine immense Summe zur damaligen Zeit – und kaufte für jeweils 100 Dollar Aktien von 104 US-Firmen, viele davon insolvent. Ergebnis? Über 100 dieser Unternehmen erholten sich – Templeton machte ein kleines Vermögen. Nicht wegen Glück – wegen Weitblick.
Templeton Growth Fund – Der Weltbürger unter den Fonds
1954 gründete Templeton den Templeton Growth Fund mit einer klaren Idee: Investieren soll sich nicht auf ein Land beschränken. Weltweit gibt es Chancen – man muss sie nur sehen wollen.
In den 1960ern investierte er in Japan, in den 1980ern in Peru – und erzielte herausragende Renditen. Der Fonds erzielte über Jahrzehnte durchschnittliche Jahresrenditen von über 15 %.
Die Philosophie des stillen Genies
Templeton war kein lauter Mensch. Er lebte auf den Bahamas, spendete Milliarden, investierte in Forschung und Ethik. Als ihn ein Reporter fragte, wie er regelmäßig den Markt schlage, antwortete er trocken:
"Weil ich nicht versuche, ihn zu schlagen. Ich suche
einfach nur den wahren Wert."
Die 10 goldenen Investmentregeln von John Templeton – mit Beispielen
- Kaufe in Zeiten des Pessimismus.
➤ 1939: Investition in 104 Krisenunternehmen – mit riesigem Erfolg. - Denk global.
➤ 1962: Japan-Investments trotz Skepsis – enorme Kursgewinne. - Vermeide modische Trends.
➤ Templeton ignorierte in den 70ern den Goldrausch – mit langfristigem Erfolg. - Suche das Unpopuläre.
➤ Engagement in Lateinamerika während Krisen – hohe Erträge. - Beurteile Unternehmen, nicht Emotionen.
➤ Strenge Fundamentalanalyse, auch in der Krise. - Lerne ständig dazu.
➤ Templeton war zeitlebens neugierig und bildete sich täglich weiter. - Nationalität ist kein Kriterium.
➤ Investitionen in Afrika, Asien, Südamerika – überall, wo Werte lagen. - Fehler sind Teil des Erfolgs.
➤ Er gestand Fehlinvestitionen ein und passte sich an. - Handle bei Überzeugung.
➤ Er zögerte nicht, wenn er Potenzial erkannte – z. B. bei Japan-Aktien. - Spende mehr, als du brauchst.
➤ Die John Templeton Foundation unterstützt bis heute Bildung, Wissenschaft und Ethik.
Ein bleibendes Erbe
Sir John Templeton wurde 1987 geadelt. Er starb 2008 – hinterließ aber ein Vermächtnis, das weltweit Anleger inspiriert: Investiere global, denke rational, bleibe demütig. Der Templeton Growth Fund lebt als Beweis weiter, dass Disziplin, Mut und Geduld am Ende belohnt werden.
Templeton war mehr als ein Investor. Er war ein Denker mit Aktien. Ein Entdecker mit Taschenrechner. Ein Gentleman mit Rendite.