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23.06.2025
Kurssturz bei Hims & Hers und Novo Nordisk: Warum der Wegovy-Deal geplatzt ist – Analysten schlagen Alarm
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Kurssturz bei Hims & Hers und Novo Nordisk: Warum der Wegovy-Deal<br><br>geplatzt ist – Analysten schlagen Alarm



Kurssturz bei Hims & Hers und Novo Nordisk: Warum der Wegovy-Deal geplatzt ist – Analysten schlagen Alarm

Autor: Redaktion, aktiencheck.de | Datum: 23. Juni 2025




Ein Deal, der als Gamechanger für den Telemedizin-Markt gefeiert wurde, ist nun Geschichte – und reißt gleich zwei Aktien mit in die Tiefe. Hims & Hers Health Inc. (ISIN: US40431Q1094, Symbol: HIMS) verliert am Montag –32,92 % auf 43,08 USD, während auch der Pharmariese Novo Nordisk A/S (ISIN: DK0060534915, Symbol: NVO) –5,86 % auf 60,29 EUR verliert. Hintergrund: Der dänische Konzern kündigte völlig überraschend die Kooperation mit dem US-Telemedizin-Anbieter – und das mit schweren Vorwürfen.

Was passiert ist

Die Partnerschaft zwischen Novo Nordisk und Hims & Hers war erst vor wenigen Monaten öffentlich gemacht worden. Ziel war es, das wachstumsstarke Abnehmmedikament Wegovy direkt über die Plattform des Telehealth-Anbieters zu vertreiben. Nun die Wende: Novo wirft Hims & Hers vor, weiterhin auf nicht zugelassene Compounding-Präparate zu setzen – also günstige, nachgemischte Versionen des Wirkstoffs Semaglutid, ohne offizielle Zulassung.

Dave Moore, Executive Vice President bei Novo Nordisk

US:

"Novo Nordisk ist entschlossen, Patienten mit Fettleibigkeit zu schützen …

und greift ein, wenn Unternehmen illegale Sham-Compounding betreiben und die

Gesundheit der Menschen riskieren."

Die Gegenreaktion von Hims & Hers

Hims & Hers zeigt sich empört – und sieht sich selbst als Opfer wirtschaftlicher Interessen. CEO Andrew Dudum erklärte:


"Wir sind enttäuscht darüber, dass Novo die Öffentlichkeit irreführt. Sie

wollten uns zwingen, Wegovy zu verschreiben, auch wenn es nicht klinisch

sinnvoll war."

Der Konzern betont, man habe "strenge medizinische Richtlinien" eingehalten und den Patienten sichere Alternativen angeboten. Dass sich der dänische Pharmakonzern nun distanziert, habe mit Marktinteressen zu tun – nicht mit Patientensicherheit, so das Gegenargument.

Kurssturz mit Signalwirkung

Der Absturz der HIMS-Aktie fiel brutal aus: –32,92 % innerhalb weniger Stunden. Für ein Unternehmen, das sich in den letzten Quartalen zum Wachstumstreiber im Bereich Online-Gesundheit entwickelt hatte, ein schwerer Rückschlag.

Auch Novo Nordisk blieb nicht verschont: Die Aktie rutschte um fast 6 % ab. Das lag nicht nur am Vertragsende – sondern auch an enttäuschenden Studiendaten zum neuen Kombiprodukt CagriSema.

Was Analysten jetzt sagen



Hims & Hers (HIMS)

  • Pharmaanalyst (Bloomberg):
    "Hims & Hers steht unter regulatorischem Druck – aber die strukturelle Nachfrage nach GLP-1-basierten Produkten ist nicht verschwunden."
  • JP Morgan-Healthcare-Team:
    "Das Geschäftsmodell von HIMS bleibt skalierbar. Entscheidend ist, wie sie jetzt Vertrauen bei Investoren und Partnern wiederherstellen."

Novo Nordisk (NVO)

  • Paul Lejuez, Citi:
    "Investoren konzentrieren sich nun darauf, dass das Medikament nicht die ursprünglich angepeilten 25 % Gewichtsreduktion erreicht hat."
  • Jefferies-Analyse:
    "Die Daten zu CagriSema zeigen eine geringere Verträglichkeit als erwartet – das erhöht den Druck im Wettbewerb mit Eli Lilly."
  • Markus Manns, institutioneller Investor:
    "Novo hat eindeutig seinen Status von Marktführer auf Fast Follower geändert."


Fazit: Ein Signal für den gesamten GLP‑1-Markt

Die Trennung zwischen Novo Nordisk und Hims & Hers ist mehr als ein Einzelfall. Sie steht exemplarisch für den wachsenden Konflikt zwischen wachstumsgetriebenen Telehealth-Anbietern und regulierungssensiblen Pharmakonzernen. Während Novo die Marktkontrolle über Wegovy verteidigt, verliert HIMS seinen wichtigsten Zugang zum GLP‑1-Markt – mit dramatischen Folgen für den Aktienkurs.

  • Für Hims & Hers: Die Tür zum Gewichtsmanagementmarkt bleibt offen – aber ohne Schlüssel.
  • Für Novo Nordisk: Der Weg zum Nachfolgeprodukt CagriSema wird steiniger als gedacht.


Die Märkte haben reagiert. Die eigentliche Frage aber lautet: Was kommt jetzt? Neue Partner, neue Prozesse – oder neue Konkurrenten? Die Geschichte ist noch nicht zu Ende.

(23.06.2025/ac/a/d)


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