New York – Die Tesla-Aktie (NASDAQ: TSLA) krachte am Donnerstag um 14 % nach unten – der größte Tagesverlust seit 2020. Doch diesmal lag es nicht an Software-Bugs, Lieferketten oder Gigafactories. Es war eine Kollision auf offener Bühne: Donald Trump gegen Elon Musk.
"Disgusting abomination": Musk wütet gegen Subventions- Streichung
Auslöser des Crashs war Trumps angekündigter Sparkurs: Das neue Gesetz mit dem ironischen Titel "One Big Beautiful Bill Act" sieht vor, grüne Subventionen drastisch zu kürzen – darunter die $7.500- Steuergutschrift für E-Autos und weitere Förderungen für saubere Energie.
Elon Musk nannte den Gesetzesentwurf auf X eine:
"disgusting abomination" – eine widerliche Abscheulichkeit.
Trump konterte auf Truth Social mit einer beispiellosen Ansage:
"Das spart uns Milliarden und Abermilliarden von Dollar!"
Er drohte, sämtliche Subventionen und Verträge für Musks Firmen – einschließlich Tesla und SpaceX – zu kappen. Musk konterte, er habe Trump ins Weiße Haus gebracht und insinuierte sogar, Trump tauche in geheimen Epstein-Dokumenten auf.
Tesla unter Beschuss: Milliarden auf dem Spiel
Der Schlagabtausch hat reale Folgen: Analysten schätzen, dass allein der Wegfall der EV-Steuergutschrift Tesla rund $1,2 Mrd. jährlich kosten würde – fast 19 % des EBIT. Dazu kommen $2,76 Mrd. aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten, die durch den Gesetzesentwurf ebenfalls gefährdet sind.
Daniel Ives (Wedbush): "Twilight-Zone-Moment"
Daniel Ives, langjähriger Tesla-Bulle von Wedbush, zeigte sich zwar überrascht, bleibt aber optimistisch:
"Die schnell eskalierende Fehde zwischen Musk und Trump ist ein Schock – sie erzeugt echte Angst bei Tesla-Investoren. Aber sie ändert nichts an unserer positiven Sicht auf Tesla und autonomes Fahren."
"Es ist ein weiterer Twilight-Zone-Moment in dieser seltsamen Beziehung zwischen Musk und Trump, die nun schnell bergab geht."
Ives hat sein Kursziel von $350 auf $500 angehoben – ein Aufwärtspotenzial von über 75 %.
🔍 Analystenstimmen: Zwischen Euphorie und Untergang
Die Wall Street ist in Bezug auf Tesla gespalten. Hier die wichtigsten aktuellen Einschätzungen:
- Stephen Gengaro (Stifel Nicolaus): Buy – Kursziel: $450 – Sieht Tesla als führend im Tech-Stack, politisches Risiko als übertrieben.
- Adam Jonas (Morgan Stanley): Buy – Kursziel: $410 – Bewertet Tesla als Plattformunternehmen, nicht nur Autobauer.
- Alexander Potter (Piper Sandler): Buy – Kursziel: $400 – "Unverzichtbar für die Energiewende."
- Andres Sheppard (Cantor Fitzgerald): Buy – Kursziel: $355 – "Temporäres Störfeuer, Fundamentals stark."
- Vijay Rakesh (Mizuho Securities): Buy – Kursziel: $390 – Fokus auf Robotaxi und AI-Markt.
- Itay Michaeli (TD Cowen): Buy – Kursziel: $330 – Langfristiges Wachstumspotenzial trotz Volatilität.
- Elizabeth Pang (DBS): Hold – Kursziel: $275 – Warnt vor regulatorischem Druck und sinkender US-Nachfrage.
- Mark Delaney (Goldman Sachs): Hold – Kursziel: $235 – Technologieführerschaft intakt, aber Margenrisiken steigen.
- Dan Levy (Barclays): Hold – Kursziel: $275 – Abwarten, bis sich die politische Lage klärt.
- Joseph Spak (UBS): Sell – Kursziel: $190 – Rechnet mit deutlichem Nachfrageeinbruch in den USA.
- Colin Langan (Wells Fargo): Sell – Kursziel: $120 – Hohe Bewertung trifft politische Risiken.
- Gordon Johnson (GLJ Research): Sell – Kursziel: $19,05 – Ultrakritisch, sieht "extreme Überbewertung".
Fazit: Zwischen $500 Optimismus und $19 Pessimismus liegt ein Spannungsfeld, das aktueller nicht sein könnte.
Fazit: High Voltage zwischen Musk und Trump
Die Tesla-Aktie steht unter Hochspannung. Während Musk gegen den drohenden Subventionsstopp kämpft, nutzt Trump die Bühne für seinen Sparkurs – inklusive persönlicher Spitzen. Die Analystenlandschaft ist polarisiert wie selten zuvor.
Ob sich Elon Musk aus diesem Sturm einmal mehr als Gewinner herausmanövriert oder erstmals ernsthaft gegen die politische Wand fährt – bleibt offen. Sicher ist nur: Die nächsten Wochen versprechen höchste Spannung – an der Wall Street und darüber hinaus.