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Analysen - Ausland
17.06.2003
Endesa Marketperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktie von Endesa (ISIN ES0130670112/ WKN 871028) von "Outperformer" auf "Marketperformer" runter.

Empresa Nacional de Electricidad SA (Endesa) erzeuge, transportiere und verteile elektrischen Strom an Endverbraucher sowie an in- und ausländische Regionalversorger. Auch auf dem Gebiet der Versorgung mit Gas und Wasser sei Endesa aktiv. Das Unternehmen sei Marktführer im Heimatmarkt Spanien (Marktanteil über 40 Prozent) sowie über die Stromholding Enersis der führende transnationale Versorger Südamerikas mit einem Marktanteil von etwa 10%. Das Unternehmen halte knapp 30% an der spanischen Telekommunikationsholding Auna, zu der unter anderem der Festnetzbetreiber Retevision, die Mobilfunkfirma Amena sowie der Internet Service Provider eresMas gehören würden.

Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2003: Das Nettoergebnis sei gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 12,8% auf 669 Mio. Euro zurück gegangen. Grund für diesen Rückgang sei der Effekt aus dem Viesgo-Verkauf an die italienische Enel für 1,87 Mrd. Euro gewesen, welcher in 2002 das Ergebnis positiv beeinflusst habe. Während das Nachsteuerergebnis enttäuscht habe, habe Endesa auf operativer Basis (+2% auf 864 Mio. Euro) im Rahmen der Erwartungen gelegen. Der Konzernumsatz sei im Berichtszeitraum um 10% auf 3,9 Mrd. Euro gesunken.

Die Nettoverschuldung des Konzerns habe im ersten Quartal um weitere 2,8 Mrd. Euro auf nun 19,9 Mrd. Euro reduziert werden können. Vor dem Hintergrund des nach wie vor hohen Verschuldungsgrads habe die Ratingagentur Moody's Investors Service bereits im Februar das Langfristrating für Endesa von "A2" auf "Baa", das Kurzfristrating von "P1" auf "P2" gesenkt. Der Ausblick beider Ratings sei stabil.

Das Engagement in Argentinien sei bereits vor Ausbruch der dortigen Krise gesenkt worden. Auf das Argentinien-Geschäft entfalle nun weniger als ein Viertel des gesamten Lateinamerika-Geschäftes. Lateinamerika biete dem Unternehmen langfristig gutes Wachstumspotenzial, bleibe aber gleichzeitig ein nicht zu unterschätzender Unsicherheitsfaktor. Im Rahmen eines umfassenden Desinvestitionsprogramms, welches im Zeitraum 2002 bis 2006 den Verkauf nichtstrategischer Beteiligungen im Volumen von bis zu 7 Mrd. Euro vorsehe, sei zuletzt die 3,01%-Beteiligung am Energiekonzern Repsol YPF veräußert worden. Der Erlös habe bei etwa 500 Mio. Euro gelegen.

Seit Jahresanfang gehöre die Endesa-Aktie zu den Top-Performern im Eurostoxx 50. Nach dem rasanten Kursanstieg habe die Aktie nun ein angemessenes Bewertungsniveau erreicht. Das Unternehmen habe zuletzt von der anhaltenden Erholung in Lateinamerika profitiert; dennoch bleibe die Region auch in Zukunft ein Unsicherheitsfaktor. Trotz der langfristig guten Perspektiven für Endesa rechne man mittelfristig nicht mit einem überdurchschnittlich positiven Newsflow.

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln sehen nur noch marktkonformes Kurspotenzial und stufen die Endesa-Aktie daher von "Outperformer" auf "Marketperformer" herab.



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