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Analysen - Nebenwerte
24.06.2003
Gesco kaufen
Performaxx-Anlegerbrief

www.optionsscheinecheck.de

Die Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief" empfehlen die Aktie von Gesco (ISIN DE0005875900/ WKN 587590) zu kaufen.

Die Gesco AG investiere als Holding in strategisch interessante Unternehmen des industriellen Mittelstands. Soweit sei dies kein ungewöhnliches Geschäftsmodell. Interessant dabei sei, dass Gesco sich bei den Unternehmensakquisitionen sehr erfolgreich auf Familienunternehmen ohne Nachfolgerschaft konzentriere und die Holding nicht aus Exit-Erlösen, sondern aus den laufenden Erträgen der Firmen Profit erziele.

Bereits seit 1989 spezialisiere sich die Mittelstandsholding auf die Branchen Werkzeug- und Maschinenbau sowie Kunststofftechnik. Im Portfolio der Wuppertaler würden sich derzeit 14 Unternehmen mit mehr als 1.200 Mitarbeitern finden. Bei der Auswahl seiner Töchter lege Gesco strenge Kriterien an. Das betreffende Unternehmen müsse ein ertragsstarker Nischenanbieter sein, eine Eigenkapitalquote von mehr als 30% aufweisen und mindestens 10 Mio. Euro Jahresumsatz erreichen.

Gerade für traditionsreiche Familienunternehmen mit offener Nachfolgefrage sei Gesco als Mutter attraktiv, da die Firmen mit ihren Standorten und Mitarbeitern von Gesco weitergeführt würden und die langfristige Perspektive der Investitionen immer im Fordergrund stehe. Dafür seien viele Unternehmenseigentümer bereit, Abstriche beim Verkaufspreis zu machen. Gesco halte sich daher sowohl aus anonymen Bieterverfahren als auch von klassischen Sanierungsfällen fern. Das ausgesprochene Ziel der Unternehmensführung von Gesco sei, sein Geld aus dem laufendem Geschäft der Tochterunternehmen zu verdienen und zusammen mit diesen zu wachsen.

Im Normalfall setze Gesco nach der Übernahme einen Branchenspezialisten als neuen Geschäftsführer ein, der höchstens noch in einer Übergangsphase vom scheidenden Unternehmensgründer und -lenker eingearbeitet werde. Nach einer Bewährungsphase von einigen Jahren werde der neue Geschäftsführer dann am Unternehmen beteiligt und so in die Rolle des geschäftsführenden Gesellschafters gebracht.

Gesco kümmere sich aktiv um seine Töchter und leiste Coaching-, Consulting- und Controlling-Services. Zudem werde ein enger persönlicher Kontakt zu den Geschäftsführern der Portfoliounternehmen gepflegt. Diese kämen mit der Zugehörigkeit zur Gesco-Gruppe in den Vorteil einer verbesserten Position gegenüber Banken, Kunden und Lieferanten.

Unabdingbar für Gescos Geschäftsmodell sei ein gut funktionierendes informelles Netzwerk, um entsprechende Übernahmekandidaten zu finden. In Nordrhein-Westfalen könne die Beteiligungsgesellschaft dabei auf Banken, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer sowie Industrie- und Handelskammern zurückgreifen und verfüge mittlerweile über einen großen, regionalen Bekanntheitsgrad.

Nun strecke Gesco seine Fühler nach Baden-Württemberg aus. Gerade hier gebe es überdurchschnittlich viele gesunde Familienunternehmen. Wie überall in Deutschland stehe auch bei zahlreichen von ihnen in den kommenden Jahren die Nachfolgeproblematik auf der Tagesordnung. Im ersten Schritt knüpfe Gesco derzeit Kontakte und arbeite bereits mit der BW-Bank zusammen.

Das Geschäftsmodell der Wuppertaler gehe seit Jahren auf und zeige seinen Erfolg in jährlich steigenden Umsätzen und Gewinnen. Bis auf die beiden letzten Jahre: Der Run auf "Neue Technologien" sei auch an Gesco nicht spurlos vorüber gegangen. Man habe mit der Gesco Technology ein zweites Standbein aufzubauen versucht und in Unternehmen aus der Mikrotechnikbranche investiert.

Der Versuch sei misslungen und habe mit dem Konkurs der Silicon Vision einen traurigen Höhepunkt gefunden. Anfang 2003 habe das Management mit dem Verkauf der gesamten Sparte einen konsequenten Schlussstrich gezogen. Durch die Portfoliobereinigung sei ein nicht liquiditätswirksamer Verlust von rund 4,1 Mio. Euro für das Geschäftsjahr 2002/03 entstanden. Dieser zwinge Gesco mit einem Minus von 3,2 Mio. Euro erstmals in der Unternehmensgeschichte einen Verlust auszuweisen.

Die Neunmonatszahlen würden jedoch die Richtigkeit der konsequenten Rückbesinnung auf die traditionellen Qualitäten bestätigen und bereits deutliche Zeichen alter Stärke zeigen. Trotz der Abschreibungsbelastung habe im 3. Quartal bereits wieder ein Gewinn von 0,7 Mio. Euro erwirtschaftet werden könen. Im Neunmonatszeitraum habe sich der Cashflow gegenüber dem Vergleichszeitraum des vorangegangenen Geschäftsjahres von 9,0 auf 9,1 Mio. Euro verbessert. Der Auftragseingang habe um 12% auf 123,1 Mio. Euro zugenommen, und trotz der schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen habe der Umsatz leicht um 4% auf 114,2 Mio. Euro angehoben werden können.

Charttechnisch gesehen würden sich die Anteilsscheine von Gesco in einer Flaggenkorrektur auf den letzten Anstieg in Richtung des mittelfristigen Abwärtstrends befinden, der zurzeit bei ca. 11,80 Euro notiere. Die obere Seite der Flagge sei dabei am letzten Handelstag angetestet worden und lasse für die nächste Woche einen positiv verlaufenden Ausbruch erwarten, der sogleich die mittelfristige Abwärtsgerade angreifen dürfte.

Auf Grund der ermutigenden Zahlen zum 3. Quartal sehe man für Gesco im kommenden Geschäftsjahr trotz der angespannten Konjunktur die Trendwende. Wegen der wegfallenden Belastung aus dem Sektor Neue Technologien werde Gesco an seine alte Stärke anknüpfen können. Für das Geschäftsjahr 2003/04 würden die Experten einen Umsatz von rund 165 Mio. Euro und einen Gewinn von 1,14 Euro je Aktie prognostizieren.

Demnach weise das Papier ein KGV 03/04 von knapp 9 auf. Kurs unterstützend wirke sich die aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik des Managements aus. Mit einer Dividende von 0,50 Euro je Anteilsschein betrage die Dividendenrendite 5%. Die mittelfristigen Unternehmensziele, in drei bis fünf Jahren durch Übernahmen von vier bis sechs neuen Firmen den Gesamtumsatz um bis zu 100% zu steigern, seien angesichts des überzeugenden Geschäftsmodells und eines erfahrenen Managements nicht überzogen.

Vor diesem Hintergrund empfehlen die Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief" die Aktie von Gesco langfristig orientierten Anlegern zum Kauf.



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