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Analysen - Ausland
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17.04.2003
Austrian Airlines "reduce"
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von Erste Bank haben ihre Empfehlung "reduce/high risk" in ihrer aktuellen Analyse zu den Aktien der Austrian Airlines AG (ISIN AT0000620158/ WKN 875224) bestätigt.
Die widrigen konjunkturellen Rahmenbedingungen und die steigende Konkurrenz durch Billigfluggesellschaften würden weiterhin die für Fluggesellschaften wichtigen Einheitserträge belasten. Dieser Effekt werde durch die Veränderung des Konsumentenverhaltens verstärkt, da zum Beispiel Firmen vermehrt Economy anstatt der ertragreichen Business Class buchen würden. Der Irak-Krieg und SARS hätten zudem die negative Spirale beschleunigt und dies habe sich deutlich in den Verkehrszahlen des März niedergeschlagen.
Im Linienverkehr habe die AUA einen Passagierrückgang von 10% verzeichnet. Der Rückgang der ausgelasteten Passagierkilometer (RPK = effektive Nachfrage) sei mit 4,3% schlechter als von den Analysten erwartet ausgefallen. Austrian Airlines erwirtschafte circa 54% des Gesamtumsatzes in Regionen, die nach Ansicht der Analysten von einem der oben genannten Konflikte betroffen seien.
Obgleich der Punkt-zu-Punkt-Verkehr in Europa wachse, würden die etablierten Netzwerk-Fluggesellschaften einen Rückgang verzeichnen. Dies liege an der Natur der Passagierströme. Der sinkende Ladefaktor sei nämlich ebenso eine Funktion des mangelnden Verbindungsverkehrs hin auf die internationalen Routen. Da das Researchteam annehme, dass Fluggesellschaften mit einer 1 bis 2-monatigen Verspätung auf die sinkende Nachfrage reagieren könnten, gehe das Researchteam von einem herausfordernden zweiten Quartal 2003 für die Austrian Airlines aus. Maßnahmen seien bereits in Form von Kapazitätskürzungen bis zu 11% im zweiten Quartal ergriffen worden, um der rückläufigen Nachfrage zu begegnen.
Das Researchteam habe seine EBIT-Schätzung für das Jahr 2003 nach unten auf 15 Mio. Euro angepasst. Die Gewinn je Aktie-Schätzung für das Jahr 2003 hätten die Analysten von 0,60 auf -0,86 Euro reduziert. Ferner handle die AUA auf Basis von Enterprise Value/EBITDA Kennzahlen mit einem beträchtlichen Aufschlag zur Vergleichsgruppe, worin sich die hohe Verschuldung widerspiegle.
Aufgrund der anhaltenden konjunkturellen Schwäche gehe das Researchteam von einer Verzögerung des hochwertigen Business-Verkehrs aus und somit von einem anhaltenden Druck auf die Einheitserträge. Dem Management sei es zwar gelungen, im vergangenen Jahr Schulden abzubauen, der Verschuldungsgrad sei aber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Dadurch würden zwei negative Faktoren zum Tragen kommen. Zum einen der hohe operative Leverage aufgrund des überproportionalen Fixkostensanteils und zum anderen der Financial Leverage aufgrund der hohen Verschuldung. Beide Faktoren würden jedoch beträchtlich das Risikoprofil der Austrian Airlines erhöhen.
Das Researchteam von Erste Bank bleibt bezüglich den Aktien der Austrian Airlines beim Votum "reduce/high risk".
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