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Analysen - Nebenwerte
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29.04.2003
EnBW haltenswert
Volksbank Karlsruhe
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Volksbank Karlsruhe stufen die Aktie von EnBW (ISIN DE0005220008/ WKN 522000) mit "haltenswert" ein.
Deutschlands drittgrößtes Energieunternehmen, die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, habe letzten Freitag in Karlsruhe ihre Jahreshauptversammlung abgehalten. Mit knapp 38.500 Mitarbeiter habe im Geschäftsjahr 2002 im Konzern ein Umsatz (ohne Stromsteuer) in Höhe von 8,66 Mrd. EUR (+10,1% gegenüber Geschäftsjahr 2001) und ein Jahresüberschuss in Höhe von 280 Mio. EUR (+2,9% gegenüber Geschäftsjahr 2001) erzielt werden können.
Neben Stromerzeugung und -vertrieb sei das Unternehmen insbesondere in den Bereichen Gasversorgung und Entsorgung (u.a. Thermoselect) tätig. Das vergangene Jahr sei von einer Neuordnung des Unternehmens geprägt gewesen. Es sei die Mehrheit der schweizerischen Kraftwerk Lauffenburg AG übernommen worden, die wiederum im Januar 2003 100% der Aktien der Kraftwerk Rheinfelden erworben habe.
Die ZEAG (Zementwerk Lauffen - Elektrizitätswerk Heilbronn) sei gekauft worden und zusammen mit der italienischen ENI habe die GVS (Gasversorgung Süddeutschland) übernommen werden können. Der Mehrheitserwerb der Neckarwerke Stuttgart (NWS) sei weiter vorangetrieben worden und im laufenden Jahr sollten die noch verbliebenen Kleinaktionäre der NWS durch einen "squeeze-out" aus dem Unternehmen gedrängt werden. Da sich das Unternehmen künftig auf die Geschäftsfelder Energie und energienahe Dienste konzentrieren wolle, sei der Telekommunikationsanbieter tesion verkauft worden.
Auch für den Schuhhersteller Salamander habe ein Käufer gefunden werden können. Mit Ablauf diesen Monats werde der langjährige Vorstandsvorsitzende Gerhard Goll das Unternehmen verlassen und die Unternehmensführung an Utz Claassen übergeben, auf den noch viel Arbeit bezüglich Neuausrichtung des Unternehmens zukommen dürfte. Ein Problem der EnBW-Aktie sei sicherlich der geringe Streubesitz von nur rund 1,5%.
Im letzten Jahr hätten mehrere Kommunen ihre Aktien über die Börse verkaufen wollen. Durch diese zusätzliche Aktienplatzierung hätten sich der Streubesitz und damit die Börsenliquidität der Aktie erhöht. Aufgrund der schwierigen Börsenlage sei dieser "Börsengang" dann jedoch abgesagt und diese Aktien bei der Deutschen Bank und der HSBC Trinkaus & Burkhardt zwischengeparkt (jeweils 5,86% der EnBW-Aktien) worden. Rund 34,5% der Aktien würden der Electricité de France gehören.
Aufgrund der geringen Börsenliquidität und der relativ hohen Bewertung halten die Analysten der Volksbank Karlsruhe die Aktie der EnBW aus fundamentaler Sicht derzeit grundsätzlich nur für "haltenswert". Charttechnisch gesehen seien in der Vergangenheit jedoch Kurse um 30,- EUR stets eine gute Kaufgelegenheit gewesen. Spekulative Käufe sollten durch ein Stop-Loss-Limit bei 29,50 Euro abgesichert werden.
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