Logo
Analysen - DAX 100
28.01.2000
Degussa-Hüls neutral
Bankhaus Reuschel

www.optionsscheinecheck.de

Die frisch fusionierte Chemietochter der VEBA, Degussa-Hüls AG (WKN 551200) (Anteil Veba 62,4%), habe im ersten Geschäftsjahr 1998/99 Probleme gehabt, aus den Startlöchern zu kommen, berichten die Analysten des Bankhauses Reuschel.

Entscheidend sei hier die schwache Chemiekonjunktur im Gefolge der Asienkrise gewesen. Die Erzeugerpreise hätten dabei stark unter Druck gelegen, nicht nur – wie gewohnt - in der Basischemie, sondern auch bei den Herstellern von Chemiespezialitäten wie Degussa-Hüls, dem weltweiten Marktführer in diesem Sektor. Entsprechend schwach habe die Gesellschaft im Geschäftsjahr 1998/99 abgeschnitten (operatives Ergebnis ./. 14% auf 519 Mio. €). Deutliche Fortschritte habe Degussa-Hüls jedoch im 4. Quartal 1999 melden können, das in Anpassung an das Geschäftsjahr der Mutter Veba als Rumpfgeschäftsjahr eingeschoben worden sei. Gegenüber dem entsprechenden Quartal des Vorjahres habe Degussa-Hüls das operative Ergebnis um rd. 40% auf 130 Mio. € verbessern können. Zu berücksichtigen sei allerdings, dass das Vergleichsquartal das schwächste der letzten vier Jahre gewesen sei. Im laufenden Geschäftsjahr 2000 werde Degussa-Hüls sowohl von der inzwischen deutlich erholten Chemiekonjunktur profitieren als auch von Einspareffekten als Folge der Fusion. Diese sollten sich bis 2001 auf 180 Mio. € summieren, heißt es. Bis Ende 1999 seien davon – über Plan – bereits rd. 90 Mio. € realisiert worden. Per saldo rechne die Gesellschaft für 2000 mit einem Umsatzanstieg von 7% auf 10,2 bis 10,3 Mrd. €, wobei geplante Beteiligungsverkäufe bereits enthalten seien. Die Ertragsprognose für 2000 sei allerdings wenig konkret; das operative Ergebnis solle danach zumindest über den 556 Mio. € des Jahres 1999 liegen. Der Gewinn vor und nach Steuern dürfte freilich kräftiger ansteigen, da sich hier die Verkaufserlöse für die Beteiligungen Ultraform, Vestolen (rd. 300 Mio DM) und Neuber auswirken würden. Bereinigt um diese a.o. Erträge rechnen die Experten mit einem Anstieg des Gewinns je Aktie um rd. 20% von 1,80 auf rd. 2,20 €. Dieser Anstieg bliebe zweifellos etwas unter den Erwartungen des Marktes. Auch von den Bemühungen von Degussa-Hüls, sich auf Kerngeschäftsfelder zu konzentrieren, seien die meisten Analysten nur mäßig begeistert. So wolle sich der Konzern z.B. von seiner ertragsschwachen Pharmatochter Asta-Medica trennen (Umsatz 830 Mrd. €, Nettogewinn 20 Mio. €), doch trotz einiger Interessenten (Altana, Schering) sei es offenbar schwierig, für das ertragsschwache Unternehmen (operative Marge 7%) einen guten Preis zu erzielen. Auch vom Edelmetallgeschäft, das Anfang dieses Jahres in der Gesellschaft dmc² ausgegliedert worden sei (Umsatz 1,7 Mrd €, inkl. Handel 4 Mrd. €, operative Umsatzrendite 7%) wolle sich Degussa-Hüls auf Sicht von zwei Jahren lösen. Diese Strategie gehe zwar in die richtige Richtung, doch seien die Fortschritte aus Börsensicht zu zögerlich. Auch die inzwischen angestrebte Fusion mit der VIAG-Tochter SKW Trostberg, mit rd. 3,6 Mrd. € Umsatz stark in der Spezialchemie, habe an der Börse bisher keine Begeisterungsstürme ausgelöst, weil sich die erwarteten Kosteneinsparungen hier ebenfalls eher in Grenzen halten dürften. Die Bewertung der Degussa-Hüls-Aktie sei zwar mit einer P/E von 15,5 (2000) bzw. 14,2 (2001) optisch moderat, erscheine im Branchenvergleich aber angemessen. Neutral lautet daher die Einschätzung der Analysten.


© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de