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Analysen - Ausland
11.04.2003
Boehler-Uddeholm "hold"
Erste Bank

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Die Analysten der Erste Bank bewerten die Boehler-Uddeholm-Aktie (ISIN AT0000903851/ WKN 894577) mit "hold".

Der österreichische Edelstahlkonzern habe diese Woche endgültige Geschäftszahlen bekannt gegeben, welche den vorläufigen Zahlen entsprochen und somit keine Überraschung in sich geborgen hätten. Der Umsatz sei erwartungsgemäß um 5% auf 1.441 Mio. Euro gefallen, wobei infolge eines verbesserten Kostenmanagements und einer erhöhten Produktivität das EBITDA um nur 2% auf 199 Mio. Euro zurückgegangen sei.

Gestiegene Abschreibungen aufgrund der zuletzt erhöhten Investitionstätigkeit und eine außerordentliche Firmenwertabschreibung von 8 Mio. Euro hätten das EBIT zusätzlich belastet, das gegenüber dem Vorjahr um 15% auf 111,9 Mio. Euro zurückgegangen sei. Der Jahresüberschuss sei um 27% auf 50,5 Mio. Euro zurück gegangen, wobei sich hier eine höhere Steuerrate von 37% (2001: 33%) belastend ausgewirkt habe. Das Management werde auf der Hauptversammlung eine Dividende von 2,3 Euro je Aktie (Dividende 2 Euro plus Bonus 0,3 Euro) vorschlagen.

Überraschend sei die Ankündigung der Übernahme von 50% der "Welding Consumables Division von ThyssenKrupp gewesen, welche seit 1996 im Rahmen eines Joint Ventures betrieben worden sei. Wenngleich sich die Schweißtechnikgruppe zuletzt mit einer niedrigeren Nachfrage und einem erhöhten Preisdruck konfrontiert gesehen habe, habe das Unternehmen den Gesamtumsatz 2002 (=100%) mit 263,6 Mio. Euro stabil halten und ein EBIT von 20,5 Mio. Euro erzielen können. Die Schweißtechnik Gruppe sei der viertgrößte Anbieter am Weltmarkt. Mit der Übernahme des 50% Anteils werde die Welding Consumables Division zu einem neuen Kernbereich von BUAG. Der Umsatzbeitrag der Akquisition in 2003 solle etwa 9% betragen.

Der zuletzt vom Management gegebene Ausblick für 2003 habe sich kaum verändert. Die Nachfrage bleibe weiter gedämpft, wobei vor allem in den USA und Europa von einem weiteren Rückgang bzw. einer Stagnation auszugehen sei. Ein moderater, aber zufriedenstellender Aufschwung werde erst in 2004 erwartet. Diese Erwartungen zugrundelegend habe man die Gewinnschätzungen nur an die Übernahme angepasst, welche einen Umsatz- und Ertragszuwachs erwarten lasse.

Für 2003 erhöhe man die Gewinnprognose je Aktie von 4,75 auf 4,95 Euro sowie für 2004 von 5,49 auf 5,78 Euro. Auf Basis eines EV/EBITDA für 2003e notiere BUAG bei 4,4x und es zeige sich gegenüber der Konkurrenz ein Bewertungsabschlag. Aufgrund des schwachen wirtschaftlichen Ausblicks, der Unsicherheit des Branchenzyklus sowie der noch bestehenden Unbestimmtheit über das Privatisierungsvorhaben des 25% ÖIAG-Anteils sehe man derzeit kein Aufwärtspotenzial für die Aktie.

Aus diesen Gründen behalten die Analysten der Erste Bank ihre Hold-Empfehlung für Boehler-Uddeholm aufrecht.



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