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Analysen - Ausland
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04.06.2019
BNP Paribas-Optionsscheine auf Veolia Environnement: Wasser, ein seltenes Gut - Optionsscheineanalyse
BNP Paribas
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www.optionsscheinecheck.de
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Paris (www.optionsscheinecheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" einen Unlimited Long-Optionsschein (ISIN DE000PP3XCN8/ WKN PP3XCN) und einen Unlimited Short-Optionsschein (ISIN DE000PZ70D87/ WKN PZ70D8) auf die Aktie von Veolia Environnement (ISIN FR0000124141/ WKN 501451) vor.
Vom Weltall aus betrachtet erscheine die Erde in kräftigem Blau. Das liege daran, dass die Oberfläche der Erdkugel zu beinahe drei Vierteln (rund 71 Prozent) mit Wasser bedeckt sei. Auch wenn Wasser in einem Glas für unser Auge völlig klar erscheint, so bekommt es ab gewissen Tiefen einen immer stärkeren Blauschimmer, so die Analysten der BNP Paribas. Die mächtigen Ozeane der Erde nehme ein Auge daher als blaue Fläche wahr, weshalb die Erde auch "der blaue Planet" genannt werde.
Und obwohl der größte Teil der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt ist, haben wir ein Wasser-Problem; genauer gesagt ein Trinkwasser-Problem, so die Analysten der BNP Paribas. Denn etwa 97,5 Prozent des gesamten Wassers auf der Erde (etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometer) seien Salzwasser und somit für Menschen zum Trinken ungeeignet. Würden etwa 2,5 Prozent für Menschen genießbares Wasser (etwa 38,5 Millionen Kubikkilometer), auch als Süßwasser bezeichnet, übrig bleiben. Davon seien wiederum mehr als zwei Drittel (etwa 24 Millionen Kubikkilometer) in Gletschern und als ständige Schneedecke oder Eis gebunden. Weitere 30 Prozent befänden sich als Grundwasser unter der Erde. Rund ein Prozent würden Bodenfeuchtigkeit, Dauerfrost und Sumpfwasser bilden. Nur etwa 0,3 Prozent der Süßwasservorräte - rund 100.000 Kubikkilometer oder etwa 0,01 Prozent des gesamten Wassers - seien relativ leicht, vor allem in Seen und Flüssen, zugänglich.
Weltweit fast 70 Prozent des benötigten Wassers werde von den landwirtschaftlichen Betrieben verwendet, um Menschen mit Nahrung zu versorgen. Und wie eng es bereits mit der Wasserversorgung sei, habe der vergangene so genannte Jahrhundertsommer 2018 vor Augen gehalten. Extreme Hitze und Trockenheit hätten zu erheblicher Wasserknappheit und hohen Ernteverlusten geführt. In vielen Regionen der Welt sei es sogar zu verheerenden Waldbränden gekommen. Der Wasserstand des Rheins sei so niedrig gewesen, dass die Schifffahrt zeitweise habe eingestellt werden müssen. Die reichen Industriestaaten hätten die Ausfälle noch halbwegs kompensieren können, doch seien die Folgen in den Entwicklungsländern deutlich ernster gewesen.
Die Vereinten Nationen (UN) würden in ihrem jährlich erscheinenden Wasserbericht stets auf eine drohende Wasserknappheit hinweisen. Den aktuellen UN-Schätzungen zufolge werde die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 um 2,2 Milliarden Menschen zunehmen - mehr als die Hälfte des Bevölkerungswachstums werde in Afrika stattfinden. Die UN rechne mit einem Anstieg des weltweiten Nahrungsmittelbedarfs um 60 Prozent, in Entwicklungsländern sogar um bis zu 100 Prozent. Die Landwirtschaft verwende bereits heute etwa 43 Prozent der gesamten Grundwasserressourcen (inklusive Regenwasser). Bis 2050 könnten es laut dem UN-Bericht schon rund 60 Prozent sein. Die zweitgrößten Wasserverbraucher seien Industrie und Energieversorger mit rund 20 Prozent. Einer Studie der Universität Aarhus in Dänemark zufolge müssten insbesondere die Energie- und Stromversorgungslösungen angepasst werden, ansonsten dürfte die globale Wasserversorgung spätestens 2040 schwierig werden. Auf die weltweiten Haushalte entfalle mit etwas mehr als 10 Prozent vergleichsweise wenig Wasser.
Dem UN-Wasserbericht zufolge würden heute schon rund 3,6 Milliarden Menschen, also knapp die Hälfte der Weltbevölkerung, in Gebieten leben, die mindestens einen Monat im Jahr von Wasserknappheit betroffen seien. 2050 könnten es laut den UN-Prognosen bereits 5,7 Milliarden Menschen sein. Verschärft durch den Klimawandel, den Bevölkerungszuwachs sowie den steigenden Wohlstand in den Entwicklungsländern würden Forscher und Wissenschaftler davon ausgehen, dass bereits in einigen Jahren die globale Wassernachfrage die Menge an verfügbarem Wasser übersteigen könnte. Somit werde es immer wichtiger, dass verbrauchtes Wasser gereinigt und wieder nutzbar gemacht werde, damit es zurück in den Kreislauf gelange. Auf Unternehmen, die sich dieser Aufgabe verschrieben hätten, komme in den kommenden Jahre also eine Menge Arbeit zu.
Im Gegensatz zu Gold oder Rohöl könnten Anleger den Rohstoff Wasser nicht handeln. Wer von steigenden Wasserpreisen oder überhaupt vom Wasser-Trend profitieren möchte, könne dies am ehesten über börsennotierte Unternehmen machen. "Märkte & Zertifikate" habe einige Unternehmen, die im Wassersektor tätig seien, daher unter die Lupe genommen.
Eine zentrale Rolle in der Trinkwasserversorgung würden, wie der Name schon sage, die Versorger spielen. Zu den weltweit größten Wasserversorgern zähle die französische Veolia Environnement. Hierzulande ist der Konzern den meisten aber wohl eher als Abfallentsorgungsunternehmen bekannt, so die Analysten der BNP Paribas. Auch als Energieversorger trete das Unternehmen auf. Mit einem Umsatzanteil von etwa 42 Prozent sei der Wassersektor allerdings der größte Bereich des Unternehmens. 2018 habe das Unternehmen 95 Millionen Menschen mit frischem Trinkwasser versorgt und das Abwasser von etwa 56 Millionen Menschen entsorgt.
Im vergangenen Geschäftsjahr habe der Versorger seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro steigern können. Dieser Trend habe sich im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres fortgesetzt - der Umsatz sei im Jahresvergleich um 4,8 Prozent auf knapp 6,8 Milliarden Euro geklettert. Von seinem erst im Mai erreichten Jahreshoch bei 21,63 Euro sei die Aktie zuletzt leicht zurückgekommen, was allerdings zu einem Großteil auf die jüngste Dividendenausschüttung in Höhe von 0,92 Euro zurückzuführen gewesen sei. Mit einer Dividendenrendite von etwas mehr als 4,5 Prozent sei der Wert auch für Dividendenjäger interessant.
Interessant sei in diesem Zusammenhang auch der britische Versorger United Utilities, der aktuell eine Dividendenrendite von mehr als 5 Prozent zu bieten habe. Im Gegensatz zu Veolia beschäftige sich das britische Unternehmen nach dem Verkauf seiner Stromsparte mittlerweile ausschließlich mit der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Auch der französische Wasserversorger SUEZ weise eine hohe Dividendenrendite auf.
Die kräftigste Kursentwicklung habe in der jüngeren Vergangenheit jedoch der US-amerikanische Versorger American Water Works aufgewiesen. Das Unternehmen habe seinen Umsatz in den vergangenen neun Jahren stets gesteigert. Mit einem KGV auf Basis der für 2019 erwarteten Gewinne von 31 sei der Wert allerdings kein Schnäppchen mehr.
Überhaupt seien US-Werte, die im Wassersektor tätig seien, in der jüngeren Vergangenheit sehr gut gelaufen. Werte wie etwa American Water Works, Xylem oder Danaher hätten den marktbreiten S&P 500-Index in den vergangenen fünf Jahren deutlich in die Schranken verwiesen.
Xylem sei ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich effizienter und nachhaltiger Wassertechnologie. Der Konzern blicke auf jahrzehntelange Erfahrungen in den Bereichen Wasser- und Abwassertransport, Wasser- und Abwasseraufbereitung, Wasserqualitätsanalyse, Prozessoptimierung und Rohrleitungs-Zustandsanalyse zurück. Als einer der größten Pumpenhersteller der Welt dürfte das Unternehmen in besonderem Maße von notwendigen milliardenschweren Investitionen in die Wasserinfrastruktur profitieren. Und auch der Bereich der Rohrleitungs-Zustandsanalyse dürfe nicht unterschätzt werden. Allein in den USA gebe es über 1.600 Kilometer an Wasserleitungen, die mehr als 100 Jahre auf dem Buckel hätten. Einfach alles austauschen dürfte selbst für die USA zu kostspielig werden.
Ein weiteres US-Unternehmen sei Danaher, das sich selbst als innovatives Wissenschafts- und Technologie-Unternehmen sehe. Allerdings sei Danaher eher als Beteiligungsunternehmen zu bezeichnen und werde auch häufig mit Berkshire Hathaway verglichen. Ähnlich wie Berkshire Hathaway kaufe Danaher Firmen auf, um sie dauerhaft in den Konzern zu integrieren. Das Konglomerat bestehe mittlerweile aus vielen Einzelfirmen. Über die Tochterunternehmen Hach-Lange und Pall Group sei der Mischkonzern auch stark im Wasserbereich tätig. Die 2015 abgeschlossene Übernahme der Pall Group sei mit einem Volumen von 13,8 Milliarden US-Dollar der bisher teuerste Zukauf in der Firmengeschichte von Danaher gewesen. Die Tochter entwickle Filtrationssysteme für ein breites Spektrum an Endmärkten. Der Fokus liege jedoch auf der Reinigung von Wasser. Die Tochter Hach-Lange zähle zu den Top-Playern bei Geräten zur Wasseranalyse.
Auch wenn nur etwa 10 Prozent des benötigten Wassers auf die Haushalte entfallen würden, so bestehe hier dennoch ein enormes Einsparpotenzial. In einem deutschen Haushalt etwa würden nämlich noch nicht einmal 5 Prozent des entnommenen Wassers für Essen und Trinken verwendet. Der größte Teil werde für Körperpflege (Duschen, Baden), die Toilettenspülung und das Waschen von Kleidung und Geschirr verwendet. Gerade bei Menschen in den reichen Industriestaaten müsse ein Umdenken stattfinden. Schaue man etwas über den Tellerrand, dann sollte hier auch der europäische Marktführer für Sanitärprodukte, die Schweizer Geberit, genannt werden. Als global agierendes Unternehmen, das auf Nachhaltigkeit setze, sei sich der Sanitärtechnikkonzern seiner Verantwortung bewusst. Wasser sparen sei eines der zentralen Themen bei der Entwicklung von Innovationen. Wenn mit jeder Toilettenspülung nur ein Liter Wasser eingespart werden könne, dann müssten mehrere hundert Millionen Liter Wasser weniger am Tag wiederaufbereitet werden. (Ausgabe Juni 2019) (04.06.2019/oc/a/a) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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