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Analysen - DAX 100
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07.03.2019
Discount Optionsschein Long 36 - 41 2019/06 auf Fresenius: Zurück zur Normalität? Optionsscheineanalyse
DZ BANK
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www.optionsscheinecheck.de
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Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Fresenius (ISIN DE0005785604/ WKN 578560) einen Discount Optionsschein Long 36 - 41 2019/06 (ISIN DE000DF1AMY2/ WKN DF1AMY) mit dem Basiswert Fresenius vor.
Nach einem rabenschwarzen Jahr habe der Dialysespezialist Fresenius SE zuletzt wieder etwas Vertrauen zurückgewinnen können. Große Sprünge dürften zunächst zwar nicht drin sein, nach unten scheine der Aktienkurs des Gesundheitskonzerns aber mittlerweile gut abgesichert zu sein. Für chancenorientierte Anleger könnten Discount-Optionsscheine deshalb eine interessante Produktwahl darstellen.
Was für ein Desaster! Jahrelang habe die Fresenius SE als einer der Musterknaben im Deutschen Aktienindex gegolten. Verlässliche Aussagen sowie kontinuierlich steigende Gewinne und Dividendenzahlungen des diversifizierten globalen Healthcare-Unternehmens hätten für hohes Vertrauen in die Fähigkeiten des Managements und nicht zuletzt auch für steigende Aktienkurse gesorgt.
Im vergangenen Jahr habe der Nimbus allerdings erheblich gelitten. Gleich zweimal hätten Umsatz- und Gewinnprognosen nach unten revidiert werden müssen. Aufgrund von Problemen im Krankenhaus- sowie im Dialysegeschäft seien zunächst die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2018 kassiert worden. Kurz darauf sei es dann auch noch zu einer Reduzierung der durchaus ambitionierten Ziele bis 2020 gekommen. Gleiches gelte auch für die ebenfalls im DAX enthaltene Tochter Fresenius Medical Care.
Hinzu komme der schlechte Eindruck, den das Management bei der geplanten Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn hinterlassen habe. Der milliardenschwere Zukauf, der ursprünglich Anfang 2018 abgeschlossen werden sollte, sei wegen angeblich fehlerhafter Medikamententests im vergangenen Frühjahr überraschend abgeblasen worden. Und das nachdem sich Fresenius-Chef Stephan Sturm kurz zuvor noch sehr positiv geäußert habe. Der US-Konzern habe die Anschuldigungen bestritten und auf die Durchführung der Übernahme geklagt, womit er Anfang Dezember allerdings in letzter Instanz gescheitert sei. Dennoch habe die missglückte Transaktion viel Anlegervertrauen gekostet und einen nicht unerheblichen Anteil an der schwachen Kursentwicklung von -35% im Jahr 2018 gehabt.
Inzwischen habe sich die Nachrichtenlage bei Mutter und Tochter allerdings wieder etwas verbessert. Trotz der angesprochenen Probleme hätten Umsatz und Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2018 gesteigert werden können. Der Gesundheitskonzern aus der Nähe von Frankfurt habe damit das 15. Rekordergebnis in Folge erzielt. Nach Einschätzung von Analysten sollten in den kommenden Jahren weitere folgen. Einige würden für 2019 und 2020 mit bereinigten IFRS-Ergebnissen von über 2,80 Euro und über 3,00 Euro je Fresenius-Aktie rechnen, was einem KGV von 17,5 (2019e) entspreche. Sowohl für FMC (Dialyse), wie auch für die Töchter KABI (Ernährungs- und Infusionstherapie) und HELIOS (Trägerschaft von Krankenhäusern) würden sie 2019 dabei als Übergangsjahr betrachten.
Auf der anderen Seite sollte die hohe Dividendenkontinuität für eine solide Absicherung gegen weitere Kursrückgänge sorgen. So schlage das Management für das vergangene Geschäftsjahr eine Ausschüttung in Höhe von 80 Cent vor. Die Absegnung durch die Aktionäre vorausgesetzt, sei dies die 26. Erhöhung in Folge. Trotz der eher bescheidenen Dividendenrendite von nur 1,6% (DAX-Durchschnitt: 3,6%) sei der Titel damit ein echter Dividendenaristokrat.
Unter Berücksichtigung all dieser Aspekte würden einige Analysten der Fresenius SE-Aktie aktuell einen fairen Wert von 44 Euro zubilligen. Für chancenorientierte Anleger, die zu einer ähnlichen Einschätzung kämen, könnten Discount Optionsscheine Long (ISIN DE000DF1AMY2/ WKN DF1AMY) mit einem Basispreis von 36 Euro sowie einem Cap bei 41 Euro mit Fälligkeit Ende Juni deshalb interessant sein. Sollten die Aktien des Gesundheitskonzerns am Bewertungstag (21.06.2019) bei mindestens 41 Euro notieren, erfolge die Rückzahlung der Discount Calls zu exakt 5 Euro, woraus sich beim aktuellen Kurs von 4,67 Euro eine Rendite von 7,1% auf Sicht von weniger als vier Monaten (23,9% p.a.) ergäbe. In die Verlustzone würden Anleger erst geraten, wenn der Basiswert zum besagten Zeitpunkt unter 40,67 Euro notiere. Zum Totalverlust komme es bei Kursen von 36 Euro und tiefer.
Bei etwas positiverer Einschätzung könne bei identischer Fälligkeit auch auf Discount Calls mit Cap bei 46 Euro (ISIN DE000DF1AMZ9/ WKN DF1AMZ) zurückgegriffen werden. Hier würden Seitwärts- und Maximalrendite sogar 28,9% betragen. Zu positiven Erträgen komme es, sofern Fresenius SE-Aktien am 21. Juni mehr als 44,88 Euro kosten würden. Dabei sei der voraussichtliche Dividendenabschlag in Höhe von 80 Cent am 20. Mai natürlich jeweils in die Investitionsüberlegung mit einzubeziehen. (Stand vom 05.03.2019) (07.03.2019/oc/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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