|
Analysen - DAX 100
|
13.12.2018
Wave XXL-Optionsscheine auf Bayer: Hat der Pharmagigant einen Jahrhundert-Coup gelandet? Optionsscheineanalyse
X-markets by Deutsche Bank
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Produktexperte von X-markets by Deutsche Bank, Christian-Hendrik Knappe, stellt einen Wave XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DS63AS1/ WKN DS63AS) sowie einen Wave XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000DS8DJH7/ WKN DS8DJH) der Deutschen Bank auf die Aktie von Bayer (ISIN DE000BAY0017/ WKN BAY001) vor.
Bei Bayer drehe sich derzeit fast alles um Monsanto. Selten in einer positiven Weise. Dabei könne die Übernahme des US-Saatgutherstellers immer noch als großer Erfolg in die Geschichte eingehen.
An der Börse werde heftig diskutiert, ob es ein großer Fehler von Bayer gewesen sei, Monsanto zu übernehmen. Zusammen mit Monsanto würden sich den Leverkusenern enorme Möglichkeiten bieten. Die Sparte CropScience mit Saatgut- und Pflanzenschutzmitteln solle von Trends wie dem wachsenden Bevölkerungswachstum profitieren. Auf der anderen Seite seien die juristischen Risiken rund um Monsanto zu beachten.
Die Bayer-Tochter sei in den USA zu einer Schadenersatzzahlung verdonnert worden, weil das Unternehmen nicht vor den mutmaßlichen Krebsrisiken seiner Unkrautvernichter mit dem Wirkstoff Glyphosat gewarnt habe. Geklagt habe ein an Krebs erkrankter Mann, der jahrelang im Rahmen seiner Hausmeistertätigkeit mit dem Mittel zu tun gehabt habe. Auch wenn die zunächst ausgesprochene Strafe von 289 Mio. US-Dollar deutlich reduziert worden sei, könnte der Fall eine Signalwirkung für die tausenden weiteren ähnlichen Fälle entfalten. Dabei dürften nicht nur mögliche weitere finanzielle Belastungen in Form von Strafzahlungen auf Bayer zukommen, sondern auch ein enormer Imageverlust.
Lange Zeit schien dem Kurssturz der Bayer-Aktie infolge der juristischen Probleme für Monsanto kein Ende gesetzt zu sein, so die Experten von X-markets by Deutsche Bank. Nun scheine jedoch das Management mit dem am 5. Dezember in London abgehaltenen Kapitalmarkttag, den bereits am 29. November angekündigten umfassenden Portfolio- sowie Effizienz- und Strukturmaßnahmen und den anspruchsvollen Wachstums- und Renditezielen wichtige Überzeugungsarbeit geleistet zu haben.
Zu den angekündigten Maßnahmen zähle der Verkauf des Geschäftsbereichs Tiermedizin. Außerdem würden die Marken Coppertone (Sonnenschutzmittel) und Dr. Scholl's (Schuh- und Fußpflege) aus dem Bereich rezeptfreie Medikamente veräußert. Zudem werde die Beteiligung am deutschen Standortdienstleister Currenta abgestoßen. Teil des Plans sei auch die Streichung von 12.000 Arbeitsplätzen.
Die Effizienz- und Strukturmaßnahmen sollten die Wettbewerbsfähigkeit steigern und einschließlich der erwarteten Synergien aus der Monsanto-Übernahme ab 2022 jährliche Beiträge in Höhe von 2,6 Mrd. Euro generieren. Konzernweit solle die bereinigte EBITDA-Marge von etwa 26 Prozent im laufenden Jahr auf mehr als 30 Prozent in 2022 ansteigen. Bis dahin sollten die durchschnittlichen jährlichen Steigerungsraten 4 Prozent beim Umsatz, 9 Prozent beim EBITDA vor Sondereinflüssen, etwa 10 Prozent beim bereinigten Gewinn je Aktie und 18 Prozent beim Free Cash Flow betragen. Trotzdem würden auch die Investitionen nicht vernachlässigt. Bis Ende 2022 sollten insgesamt rund 35 Mrd. Euro in Zukunftsinvestitionen fließen.
Nachdem Monsanto die Nachrichtenlage rund um Bayer in negativer Weise beherrscht habe, hätten es die Leverkusener zuletzt geschafft, für etwas positivere Schlagzeilen zu sorgen. Angesichts einiger wichtiger Trends könnten die 63 Mrd. US-Dollar, die Bayer für den US-Saatguthersteller auf den Tisch gelegt habe, immer noch sehr gut angelegtes Geld sein. Allerdings sei die weitere Entwicklung im Konzern, nicht nur wegen Monsanto, mit einigen Fragezeichen verbunden. Schließlich gelte es auch abzuwarten, ob die Sparmaßnahmen und Investitionen den gewünschten Ertrag einbringen würden.
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Bayer-Aktie erwarten würden, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liege derzeit bei 3,24, die Barriere bei 45,45 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 3,16, Barriere bei 78,55 Euro) auf fallende Kurse der Bayer-Aktie setzen. (Stand vom 11.12.2018) (13.12.2018/oc/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|