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Analysen - DAX 100
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23.08.2018
Wave XXL-Optionsscheine auf Bayer: Hat der Pharmagigant einen schweren Fehler begangen? Optionsscheineanalyse
X-markets by Deutsche Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Produktexperte von X-markets by Deutsche Bank, Christian-Hendrik Knappe, stellt einen Wave XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DS4P0Z6/ WKN DS4P0Z) sowie einen Wave XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000BAY0017/ WKN DS6CCQ) der Deutschen Bank auf die Aktie von Bayer (ISIN DE000BAY0017/ WKN BAY001) vor.
Angesichts des schlechten Rufs von Monsanto bei Landwirten, Umweltschutzaktivisten oder in der öffentlichen Wahrnehmung habe man damit rechnen können, dass etwas von dem negativen Image auf Bayer abfärben könnte. Doch erst vor wenigen Tagen scheine Investoren so richtig klar geworden zu sein, welche Risiken die milliardenschwere Monsanto-Übernahme, so sinnvoll sie in wirtschaftlicher Hinsicht auch sein möge, bereithalten könnte.
Am 16. August 2018 habe das Bayer-Management verkünden dürfen, dass die Integration von Monsanto in den Bayer-Konzern beginnen könne. Nach dem Verkauf bestimmter Crop-Science-Geschäfte an BASF seien die Voraussetzungen dafür erfüllt. Bayer sei bereits seit dem 7. Juni 2018 alleiniger Eigentümer der Monsanto Company. Allerdings stelle sich nach den jüngsten Ereignissen die Frage, ob der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern überhaupt noch Eigentümer des US-Saatgutherstellers sein möchte.
Am 10. August habe ein Geschworenengericht im US-Bundestaat Kalifornien Monsanto zu einer Schadenersatzzahlung von 289 Mio.US-Dollar verurteilt. Geklagt habe ein an Krebs erkrankter Hausmeister, der jahrelang bei der Arbeit das Unkrautvernichtungsmittel "Roundup" eingesetzt habe. Dieser enthalte das Pflanzengift "Glyphosat" und solle laut Einschätzung der Geschworenen für seine Krebserkrankung verantwortlich sein. Anleger hätten geschockt reagiert. Nicht in erster Linie wegen der nun auferlegten Strafe, sondern weil das Urteil möglicherweise nur das erste in einer Serie von weiteren anhängigen Verfahren gegen Monsanto sei. Entsprechend sei die Bayer-Aktie am 13. August in einer ersten Marktreaktion an nur einem Tag um mehr als 10 Prozent abgestürzt.
Trotz der deutlichen Marktreaktionen sei es nicht sicher, dass weitere Strafzahlungen auf Bayer zukämen. Selbst in dem ersten Fall könnte es noch zu einem anderen Urteil kommen. Monsanto werde gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen. Auf Unternehmensseite sei man optimistisch, dass das Urteil im Berufungsverfahren zurückgenommen werde. Dabei verweise Bayer auf eine Reihe von wissenschaftlichen Erkenntnissen, jahrzehntelange praktische Erfahrungen und die Einschätzungen von Regulierungsbehörden. Demnach würden diese bestätigen, dass Glyphosat sicher sei und keinen Krebs verursache. Sollten jedoch weitere Richter dem Urteil vom 10. August folgen, könnten milliardenschwere Strafzahlungen auf Bayer und Monsanto zukommen.
Aus wirtschaftlicher Sicht bleibe der Übernahme-Deal vorteilhaft. Bereits ab 2019 erwarte Bayer aus der Monsanto-Übernahme einen positiven Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie, der von 2021 an im zweistelligen Prozentbereich liegen solle. Von 2022 an seien jährliche Beiträge zum EBITDA vor Sondereinflüssen aus Synergien in Höhe von 1,2 Mrd. US-Dollar geplant.
Darüber hinaus werde Glyphosat bei nüchterner wissenschaftlicher Betrachtung nicht so sehr verteufelt wie in der öffentlichen Wahrnehmung: Nicht umsonst verweise Bayer darauf, dass das National Institutes of Health (NIH) in den USA die U.S. Environmental Protection Agency (EPA), die European Food Safety Authority (EFSA), die European Chemicals Agency (ECHA) und andere Zulassungsbehörden auf der ganzen Welt zu dem Schluss kämen, dass Glyphosat sicher angewendet werden könne. Diese Einschätzungen könnten sich auch in den Gerichtssälen wiederfänden sowie Monsanto und Bayer entlasten.
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Bayer-Aktie erwarten würden, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liege derzeit bei 3,91, die Barriere bei 64,35 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 5,55; Barriere bei 92,10 Euro) auf fallende Kurse der Bayer-Aktie setzen. (Stand vom 21.08.2018) (23.08.2018/oc/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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