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Analysen - Ausland
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04.12.2002
VA Tech neutral
Raiffeisen Centrobank
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Raiffeisen Centrobank bewerten die Aktie von VA Tech (WKN 93745) mit dem Rating "neutral".
In den ersten neun Monaten sei die besser als erwartet verlaufende Sanierung der Metallurgie von den Negativfaktoren Wassertechnik, Finanzergebnis und Konjunkturumfeld überschattet worden. Die Experten der Raiffeisen Centrobank würden daher ihre Schätzungen je Aktie für 2002e von -3,70 EUR auf -6,18 EUR, für 2003e von 1,72 EUR auf 0, 73 EUR und für 2004e von 2,22 EUR auf 1,62 EUR kürzen.
VA Tech habe nach 9 Monaten den Umsatz um 2,6% auf 2,68 Mrd. EUR steigern können. Das EBIT sei um 70,7% auf 49,5 Mio. EUR und damit deutlich stärker als erwartet (Schätzung: EUR 36,5 Mio.) gewachsen. Die positive Abweichung sei zum einen auf die über Erwartung liegende Sanierung der Metallurgie - hier habe der Betriebsverlust nach 9 Monaten bei lediglich 1,4 Mio. EUR gelegen - und zum anderen auf Einmalgewinne aus Grundstücksverkäufen zurückzuführen. Negativ überrascht habe der hohe Betriebsverlust der Wassertechnik von 29,7 Mio. EUR.
Schlechter als erwartet sei auch das Finanzergebnis (-143,3 Mio EUR., davon 44,4 Mio EUR. Abwertung der Babcock Borsig-Beteiligung) ausgefallen. Das Ergebnis vor Steuern sei damit tiefer in die Verlustzone von -52 Mio EUR. auf -94 Mio EUR. gefallen. Im Auftragseingang sei mit einem leichten Rückgang von 2,4% auf 2,94 Mrd. EUR die Schätzung der Analysten der Raiffeisen Centrobank verfehlt worden, da im 3. Quartal keine Großaufträge in den Bereichen Hydraulische Energieerzeugung sowie Energieübertragung und -verteilung aktiviert worden seien.
VA Tech rechne nun mit einem unverändert bis leicht wachsenden Jahresumsatz 2002 und einem leicht unter dem Vorjahr liegenden EBIT. Die Experten der Raiffeisen Centrobank würden einen Umsatz von 4,02 Mrd. EUR (zuvor: 4,03 Mrd .EUR) und ein EBIT von 80 Mio. EUR (zuvor 85 Mio. EUR) erwarten. Die Verlustprognose im Finanzergebnis erhöhen die Experten der Raiffeisen Centrobank hingegen kräftig von -145 EUR auf -171 Mio. EUR, wodurch sie nun von einem Jahresverlust von -91 Mio. EUR (zuvor: - 55 Mio. EUR) ausgehen. Aufgrund der Aussagen des Managements, der Hauptversammlung den Ausfall der Dividende zu empfehlen, würden die Analysten für 2002 keine Dividende mehr einplanen.
Die Konjunkturentwicklung lasse die Analysten der Raiffeisen Centrobank ebenfalls vorsichtiger in das Jahr 2003 blicken. Die Experten der Raiffeisen Centrobank würden nun einen stabilen Umsatz und ein EBIT von 133 Mio. EUR empfehlen. Die Gewinnschätzung für 2003 würden die Analysten daher von 1,72 EUR auf 0,73 EUR und für 2004 von 2,22 EUR auf 1,62 EUR kürzen.
Wesentlichste Erkenntnis aus dem 9-Monatsergebnis sei die besser als erwartet verlaufende Sanierung der Metallurgie. In der Metallurgie habe das 2. Quartal in Folge ein positives EBIT (2Q: 1,3 Mio. EUR, 3Q: 3,3 Mio. EUR) ausgewiesen werden können. Die Auswirkungen der Negativpunkte Wassertechnik, Finanzergebnis und anhaltende konjunkturelle Durststrecke würden jedoch überwiegen, weshalb die Experten der Raiffeisen Centrobank ihre Schätzungen nach unten korrigieren würden. Die konjunkturelle Situation und die auch für 2003 in Aussicht gestellten Betriebsverluste der Wassertechnik (RCB-Schätzung: -7 Mio. EUR) sollten aber aus heutiger Sicht den für 2003 angepeilten Turn Around nicht verhindern. Aus dem Peer Group Vergleich lasse sich weiterhin kein Kurspotenzial ableiten. Die Konjunkturindikatoren würden für 2003 nur einen verhaltenen Aufschwung anzeigen, weshalb für 2003 keine Investitionsbelebung zu erwarten sei.
In diesem Umfeld bleiben die Analysten der Raiffeisen Centrobank bei ihrer Empfehlung "neutral" für die Aktie von VA Tech.
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