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Analysen - Ausland
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20.02.2003
WPP Group spekulativer Kauf
ING BHF-BANK
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Dem spekulativ ausgerichteten Anleger empfehlen erneut die Analysten der ING BHF-BANK die Aktien von WPP Group (WKN 871903) zum Kauf.
Die WPP-Aktie habe sich im bisherigen Jahresverlauf schwächer entwickelt als der Gesamtmarkt. Grund seien insbesondere schwache Quartalszahlen der Wettbewerber gewesen, die auch bei WPP Sorgen über ein schwaches viertes Quartal hätten aufkommen lassen. Die ING BHF-BANK halte diese Spekulation für übertrieben, da WPP sich zuletzt von der schwachen Entwicklung der Wettbewerber zumindest teilweise habe abkoppeln können.
WPP habe Zahlen zu den ersten neun Monaten gemeldet, die zwar weiterhin das schwierige Marktumfeld der Werbebranche widerspiegeln würden, die aber andererseits eine quartalsweise Verringerung der Umsatzrückgänge aufzeigen würden. In den ersten neun Monaten sei der Umsatz um 2,2 Prozent auf 2,888 Milliarden Britische Pfund (GBP) zurückgefallen.
Organisch (währungs- und akquisitionsbereinigt) sei das Umsatzminus in den ersten neun Monaten bei sieben Prozent gewesen (minus drei Prozent im dritten Quartal nach minus 7,4 Prozent im zweiten Quartal und minus neun Prozent im ersten Quartal). WPP reagiere auf das schwache Geschäft mit weiteren Stellenstreichungen. Im Jahr 2002 sei die Belegschaft um rund vier Prozent reduziert worden. Dennoch rechne das Unternehmen für das zweite Halbjahr mit einer Marge, die unter dem Niveau des ersten Halbjahres (von 13,0 Prozent) liegen werde.
Der Grund hierfür sei darin zu sehen, dass Einsparungen bei Personalkosten erst zeitverzögert bei den Ergebnissen sichtbar würden. Der Markt rechne derzeit im Schnitt mit einer operativen Marge von elf Prozent für 2002, so dass mit größeren Ergebnisrevisionen nach unten nicht mehr zu rechnen sei. Für das nächste Jahr werde dann eine Marge von 12,1 Prozent erwartet.
Sehr stark habe sich bei WPP weiter das Nettoneugeschäft dargestellt. Im dritten Quartal habe WPP Aufträge im Volumen von 700 Millionen GBP gewonnen (neun Monate: 1,9 Milliarden GBP). WPP behaupte sich in einem schwierigen Werbeumfeld, in dem die Wettbewerber teilweise drastische Gewinnwarnungen ausgesprochen hätten, relativ gut. Positiv sei außerdem zu werten, dass WPP weiter eigene Aktien zurückkaufe (12,75 Millionen in den ersten neun Monaten). In den kommenden Jahren sollten drei bis vier Prozent der Marktkapitalisierung zurückgekauft werden.
WPP-CEO Martin Sorrell sei weiterhin bei seiner konservativen Einschätzung des Werbemarktes für die Zukunft geblieben. Während im Jahr 2003 mit einem im Vergleich zum Vorjahr besseren Geschäft gerechnet werden könne, sei mit einem Impuls für einen Durchbruch am Werbemarkt erst im Jahr 2004 zu rechnen, wenn die werbeträchtigen Olympischen Spiele in Athen und die US-Präsidentschaftswahlen anstehen würden.
Die ING BHF-BANK sehe die WPP-Aktie nach den wie erwartet schwachen Neunmonatszahlen weiterhin positiv. Der Wert bleibe für das Konjunkturerholungsszenario der ING BHF-BANK der bevorzugte Wert im Bereich Werbeagenturen. Zahlen zum Gesamtjahr 2002 werde das Unternehmen am 24. Februar vorstellen.
Das Rating der Analysten der ING BHF-BANK für die Aktien von WPP bleibt auf “outperform" bei hohem Risiko.
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