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Analysen - Neuer Markt
27.05.2002
Plaut neutral
Raiffeisen Centrobank

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Mark Kerekes, Analyst der Raiffeisen Centrobank, stuft die Aktie von Plaut (WKN 918703) weiterhin mit dem Rating "neutral" ein.

Es gebe noch keine Anzeichen für eine zunehmende Visibilität in der Auftragslage der IT-Dienstleister. Plaut habe sich dem schwierigen ökonomischen Umfeld angepasst und von einer aggressiven Wachstumsstrategie verabschiedet. Das Beratungsunternehmen strebe mit dem im Vorjahr eingeleiteten Restrukturierungsprogramm (Target Ten) an, die Ertragskraft des Unternehmens innerhalb der nächsten 2 Jahre signifikant zu steigern. Im ersten Quartal 2002 habe das Beratungsunternehmen im operativen Ergebnis mit EUR 393.000 bereits die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft, nach einem Vorjahresverlust von EUR 996.000. Einen weiteren Erfolg habe Plaut im Working Capital Management erzielen können, indem der Forderungsbestand im Jahresvergleich von EUR 99,5 Mio. auf EUR 67,5 Mio. reduziert worden sei.

Target Ten ziele darauf ab, in jeder Landesgesellschaft das Ergebnis vor Firmenwertabschreibungen, Steuern und Holdingkosten auf 10% zu steigern. Das Unternehmen rechne damit, dass sich die einmaligen Kosten von EUR 17,3 Mio. (davon seien EUR 8,9 Mio. cash-wirksam) bereits im 1. Quartal 2003e amortisiert hätten. Das Unternehmen habe sich von allen nicht strategischen Einheiten (eigene Softwareentwicklung, Hardwarewiederverkäufer JJC, US) getrennt. Landesgesellschaften, welche die Ziele des Target Ten Programms nicht erreichen könnten, seien stillgelegt bzw. verkauft (Irland, Mexiko) worden.

Die Beratungskapazitäten und Overheads seien an die konjunkturelle Entwicklung angepasst worden (Reduktion des Personalstands von 2004 Beschäftigten im Jahr 2000 auf 1557 im 1. Quartal 2002). Die größten Anpassungen erfolgten in den USA, während im Kernmarkt Mittel- und Westeuropa weiterhin ein kontinuierlicher Ausbau der Kapazitäten erfolge.

Die Aktie sei auf Basis des Multiples EV/EBITDA fair bewertet. Das KGV liege auf Basis 2003e deutlich über dem Branchendurchschnitt, was auf die hohen Firmenwertabschreibungen und Finanzierungskosten zurückzuführen sei. Die Analysten würden allerdings darauf hinweisen, dass der Peer-Group-Vergleich aufgrund der hohen Unsicherheit bezüglich der Unternehmensschätzungen nur sehr geringe Aussagekraft besitze. Unter der Annahme, dass die Maßnahmen des Target-Ten-Programms greifen würden, errechne das DCF-Modell einen Fair Value von EUR 4.

Die Analysten der Raiffeisen Centrobank behalten ihre "neutral"-Empfehlung für Plaut aufrecht, bis sie erste Anzeichen einer Stabilisierung in der IT-Dienstleistungsbranche erhalten.



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