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Analysen - Ausland
14.02.2003
Egis neutral
Raiffeisen Centrobank

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Die Analysten der Raiffeisen Centrobank bleiben auch nach Bekanntgabe der Ergebnisse des 1. Geschäftsquartals bei ihrer neutralen Empfehlung für Aktien des ungarischen Unternehmens Egis Gyogyszergyar (WKN 891133).

Egis habe für das 1. Geschäftsquartal einen Nettogewinn von 1,13 Mrd. ungarischen Forint (HUF) oder zirka 4,6 Mio. EUR ausgewiesen, was einem Minus im Jahresvergleich von -15% entspreche. Allgemein sei ein Umsatzplus von 60% erwartet worden. Egis führe sein schlechtes Abschneiden in erste Linie auf die Einstellung der Direktverkäufe ab Werk an russische Kunden zurück.

Die direkten und indirekten Kosten hätten in absoluten Zahlen den Schätzungen der Analysten entsprochen, aber in Prozent vom Umsatz seien sie dramatisch gestiegen. Dadurch sei die EBIT-Marge von 8,6% nur etwa halb so hoch ausgefallen wie im letzten Jahr. Die Verwaltungskosten seien um 14% gestiegen, die Vertriebskosten um 5%, etwas weniger als erwartet. Generell aber sei dies ein Zeichen dafür, dass Egis seine Kosten nicht im Griff habe.

Die Auswirkungen der Entscheidung von Egis, nicht mehr ab Werk an russische Kunden zu verkaufen, bleibe abzuwarten. Egis habe geäußert, dass die Umsätze an seine Hauptkunden in Zukunft die Differenz ausgleichen würden. Was die Massenumsätze betreffe, so seien diese allgemein volatil und das Unternehmen könnte tatsächlich den Ausfall im Laufe des Jahres noch aufholen.

Andererseits laufe auch der Liefervertrag mit Merck Mitte des Jahres aus. Zwar erwarte Egis, seine Lieferungen fortsetzen zu können, ein neuer Liefervertrag bestehe aber noch nicht. Derzeit belassen die Analysten ihre Prognosen noch unverändert, die warnen aber vor einem möglichen Umsatzausfall mit Merck, der in der Größenordnung von 8 - 10 Mio. USD liegen könnte.

Die Prognose der Analysten für den Gewinn/Aktie von Egis liege unverändert bei 1.013 HUF. Sie reduzieren aber ihr Kursziel um 200 HUF auf 13.300 HUF, wovon 10.100 HUF für das Generika-Geschäft und 3.200 HUF auf "Dermaciclane" entfielen. Das generische Geschäft werde derzeit mit einem KGV 2003 von 11 gehandelt, was einem Aufschlag von 18% gegenüber Richter entspreche, und das, obwohl sich die fundamentalen Daten verschlechtert hätten. Nach dem gestrigen Kursverfall bestehe noch ein Kurspotential von 16% bis zum Kursziel der Analysten.

Aber sogar beim derzeitigen Kursniveau sehen die Analysten der Raiffeisen Centrobank die Aktie von Egis nicht als attraktive Kaufgelegenheit und bleiben bei ihrer Empfehlung "neutral".



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