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Analysen - Neuer Markt
05.02.2003
Energiekontor kaufen
Hamburgische LB

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Die Analysten der Hamburgischen Landesbank empfehlen die Aktie von Energiekontor (WKN 531350) zu kaufen.

Nach der Gewinnwarnung für das abgelaufene Geschäftsjahr habe die Aktie der Bremer Energiekontor einen weiteren Kursabschlag hinnehmen müssen. Die vorläufigen Zahlen würden nach Aussage des Managements auf eine Stagnation bei Umsatz und Gewinn hindeuten. Damit werde das bereits im Jahresverlauf auf 30% reduzierte Wachstumsziel weit verfehlt. Wie die Planung für die kommenden Jahre aussehe, solle erst im Rahmen der Ergebnisveröffentlichung bekannt gegeben werden.

In Deutschland habe der Markt für Windfonds mit einem eingeworbenen Eigenkapital von rund 432 Mio. EUR (+4% gegenüber 2001) erneut ein Rekordniveau erreicht. Auch der Zubau auf dem deutschen Windmarkt habe mit 3.245 MW einen neuen Höchststand erreicht. Damit habe Deutschland die weltweite Vormachtstellung mit insgesamt 12.000 MW installierter Kapazität weiter ausbauen können.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr werde es Energiekontor nach den jetzt vorliegenden Indikatoren nicht gelungen sein, im Vertriebsgeschäft stärker als der Markt zu wachsen. Zwar habe der Kundenstamm einen Zuwachs von 20% verzeichnen können - die durchschnittlichen Volumina hätten sich aber rückläufig entwickelt. Für die kommenden Perioden sei daher geplant, den Makler- und Direktvertrieb stärker auszubauen.

Nachdem die Wachstumsprognosen im vergangenen Jahr vom Management nach und nach zurechtgestutzt worden seien und das letzte Ziel, ein 30%iges Wachstum zu erreichen voraussichtlich verfehlt werde, befinde sich Energiekontor nicht nur in einer Wachstums- sondern auch in einer Vertrauenskrise. Die Analysten hätten ihre Prognose für die kommenden Geschäftsjahre deutlich reduziert und größere Risiken, wie das ausländische Offshore-Geschäft nicht mehr in der Bewertung berücksichtigt.

Für den Zeitraum 2001 bis 2011 würden die Analysten ihre Schätzung für das durchschnittliche Umsatzwachstum von 19,5% p.a. auf 9% p.a. reduzieren. Auch die EBIT-Marge werde nach Erachten der Analysten keine zweistelligen Ergebnisse mehr liefern, sondern sich in der Range 5,1% bis 7,5% bewegen. Insbesondere durch die kostenintensiven Offshore-Aktivitäten und das Auslandsgeschäft erhöhe sich der Druck auf die EBIT-Marge. Unter Berücksichtigung dieser reduzierten Planungen würden die Bewertungsmodelle einen Fair value je Aktie von durchschnittlich 4,35 EUR ermitteln.

Trotz des Vertrauensverlusts des Managements am Kapitalmarkt sei die Energiekontor-Aktie nach Erachten der Analysten unterbewertet. So habe das Unternehmen nach neun Monaten über eine Cash-Position von 51,8 Mio. EUR verfügt was einem Wert von 3,30 EUR je Aktie entsprechen würde. Damit würden die Bremer unverändert über genügend Liquidität verfügen, um stärkeres Wachstum zu finanzieren. Negative Überraschungen bei der Präsentation der Geschäftszahlen dürften bereits weitgehend im Kurs eskomptiert sein. Die Aufmerksamkeit werde sich vielmehr auf den Ausblick für dieses Jahr richten.

Die Analysten der Hamburgischen Landesbank stufen die Energiekontor-Aktie unverändert mit "kaufen" ein und setzten das Kursziel bei 4,35 EUR.



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