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Analysen - Ausland
07.01.2003
Ross Stores zugreifen
Performaxx-Anlegerbrief

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Die Experten von "Performaxx-Anlegerbrief" bewerten die Ross Stores-Aktie (WKN 870053) mit "zugreifen".

Es gebe nur wenige Handelsunternehmen in den USA, die von der aktuellen Konjunkturdelle nicht in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Eines davon sei der Discount-Filialist Ross Stores; er profitiere gewissermaßen sogar von der Flaute. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres habe Ross Stores den Umatz um 20% und den Gewinn um 36% steigern können. Damit sei das ohnehin schon starke Wachstum der letzten fünf Jahre von durchschnittlich 17,5% jährlich im Umsatz und 29% jährlich im Ertrag noch einmal getoppt worden. Das Erfolgsrezept von Ross Stores sei relativ einfach: Hochwertige Markenartikel der jeweils aktuellen Serie würden in SB-Läden im Schnitt 20 bis 60% unter dem regulären Einzelhandelspreis verkauft.

Möglich werde diese Preispolitik, weil das Unternehmen sein Artikelsortiment vornehmlich aus Restbeständen der Hersteller, z.B. auf Grund von Überproduktionen oder stornierten Orders, erwerbe. Das Sortiment bestehe im Wesentlichen aus Kleidung, Schuhen und Kosmetik, zunehmend aber auch aus Möbeln und Accessoires. Derzeit betreibe Ross Stores 510 Filialen in den USA, Schwerpunkt sei der Südwesten und mittlere Westen. Nach den Plänen des Managements solle der Filialbestand bis 2005 auf 700 und der Umsatz von aktuell 3,5 Mrd. US-Dollar auf dann 5 Mrd. US-Dollar anwachsen. Demnach würden jedes Jahr 60-70 neue Ross-Läden mit jeweils rund 2.800 qm Verkaufsfläche ihre Pforten öffnen.

Dies erscheine auch (oder gerade) im aktuellen konjunkturellen Umfeld realistisch. Sinkende Einkommenserwartungen würden zu steigendem Preisbewusstsein führen, was Ross Stores weitere Kunden in die Arme treibe. Bemerkenswert und ein Zeichen für die Güte des Geschäftsmodells sei auch, dass das Wachstum vollständig aus Eigenmitteln finanziert werden könne. Mit einer Kapitalrendite (ROIC) von über 25% erwirtschafte Ross Stores so viel freien Cashflow, dass für die weitere Expansion keine Kreditaufnahme oder Kapitalerhöhung notwendig sei. So stehe das Unternehmen heute völlig schuldenfrei dar.

Die rasante Geschäftsentwicklung habe sich auch auf den Kurs der Ross-Aktie nieder geschlagen. In den letzten drei Jahren habe er sich in etwa verdoppelt und damit dem Gesamtmarkt klar outperformt. Mit einem 03er KGV von 15 sei Ross Stores nun leider nicht mehr ganz billig. Dem stehe allerdings weiterhin erhebliches Wachstumspotenzial gegenüber. Die Filialexpansion schreite wie geplant voran, und die flächenbereinigten Umsätze (comparable store sales) der bestehenden Läden würden weiter ansteigen. Letzteres unterscheide Ross Stores von der ganz überwiegenden Zahl der US-Retailer, deren flächenbereinigte Umsätze momentan konjunkturbedingt rückläufig seien.

Darüber hinaus kaufe Ross Stores in rauen Mengen eigene Aktien zurück - allein in 2002 und 2003 im Gegenwert von 300 Mio. US-Dollar, das seien rund 9% der jetzigen Marktkapitalisierung. Es gehöre schon etwas Mut dazu, in unsicheren Börsenzeiten eine Aktie nahe dem Höchstkurs zu kaufen. Allerdings habe sich der Kurs der Ross-Aktie in den letzten Jahren vor allem an der (positiven) fundamentalen Unternehmensentwicklung und weniger an den Schwankungen des Gesamtmarktes orientiert.

Anleger mit mittelfristiger Perspektive und ausreichend Zeit, den Newsflow von Ross Stores genau im Auge zu behalten, so die Experten von "Performaxx-Anlegerbrief", können also durchaus jetzt zugreifen.



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