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Analysen - DAX 100
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13.12.2002
Jungheinrich VZ neutral
Vereins- und Westbank
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Vereins- und Westbank bewerten die Jungheinrich VZ-Aktie (WKN 621993) mit "neutral".
Die wirtschaftliche Lage mache Jungheinrich, einem der weltweit führenden Hersteller von Flurfördertechnik (Gabelstapler und Lagertechnik) zu schaffen. Dabei sei der Bereich Gabelstapler in der Regel konjunkturanfälliger als die Lagertechnik. Nur geringe Auswirkungen habe die Konjunkturschwäche im Dienstleistungsgeschäft, das kurzfristige Mietangebote, Ersatzteilvorsorgung, Wartungsverträge sowie Full Service-Lösungen umfasse. Der Marktrückgang halte seit 2001 an: Nach neun Monaten liege das Marktvolumen 6% unter dem Vorjahreswert. Im 3. Quartal habe sich mit 357 Mio. Euro (-5%) eine Stabilisierung des Auftragseingangs gezeigt: Der Rückgang nach neun Monaten verringere sich auf -7%.
Im Zusammenhang mit der Marktschwäche sei der Umsatz um 7% zurück gegangen. Im Ausland seien die Umsätze mit -2% deutlich geringer zurück gegangen, als im Inland (-17%). Stärker als der Umsatz habe sich das Ergebnis mit -10% reduziert (EBIT, EBT). Aufgrund der geringeren Steuerquote habe der Überschuss auf 26,8 Mio. (+5%) zugelegt. Im dritten Quartal habe es Jungheinrich geschafft, trotz Umsatzschwäche (-5%) das Ergebnis (EBIT, EBT) um gut 12% zu verbessern. Dadurch sei die EBIT-Marge um 0,7 Prozentpunkte auf 4,5% (1. Quartal: 3,5%, 2. Quartal: 4.40;0). Die Margensteigerungen führe man auf die erfolgreiche Umsetzung der Einmarkenstrategie und die Fokussierung auf das konjunkturunabhängigere Servicegegeschäft zurück.
Für das traditionell umsatzstarke vierte Quartal rechne man mit einer weiteren Margenverbesserung auf 4,8%. Bei Umsatzerlösen von 396 Mio. Euro (-3%) erwarte man ein EBIT von 19 Mio. Euro (-11%). In Folge der Margenschwäche im ersten Halbjahr dürfte in 2002 die EBIT-Marge mit 4,3% insgesamt leicht zurückgehen (Vorjahr: 4,5%). Bei Umsatzerlösen von 1,46 Mrd. Euro, die mit -6% im Rahmen des Marktrückganges sinken sollten, gehe man von einem Ergebnisrückgang (EBIT, EBT) von 11% aus. Beim Ergebnis je Aktie vor Goodwill-Abschreihungen rechne man mit 1,13 (bisher: 1,05 Euro). Vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2002 könnten Ende Januar 2003 veröffentlicht werden.
Zukünftig rechne man mit einer kontinuierlichen Margensteigerung (2003e; 4,6%; 2004e: 4,9%), so dass eine überproportionale Ergebnisentwicklung möglich werde. In 2003 erwarte man bei Umsatzerlösen von 1,51 Mrd. Euro (+3%) ein Ergebnisplus beim EBIT von 11% auf 69 Mio. Euro. Das Umsatzplus sollte aus der leichten konjunkturellen Erholung (BIP; +0,9%) und einer Verbesserung der Marktanteile, die nach der Vertriebsumstellung erwartungsgemäß rückläufig gewesen seien, resultieren. In 2004 gehe man bei Umsatzerlösen in Höhe von 1,59 Mrd. Euro (+6%) von einem weiteren Ergebnisantieg von 80 Mio. Euro (+13%) aus. Die EBIT-Marge dürfte sich langfristig an die Marge von Konkurrenzunternehmen wie Linde (2001: 8%) annähern.
Jungheinrich habe die konjunkturell schwierige Lage bisher besser gemeistert als der Bereich Material Handling des Hauptkonkurrenten Linde. Als Vorteil für Jungheinrich dürfte sich die frühzeitige Umstellung auf den Direktvertrieb und die Einmarkenstrategie erweisen. Linde halte weiterhin an verschiedenen Marken mit relativ unterschiedlichen Modellen, die eine höhere Kostenintensität verursachen würden, fest. Der aus der Marktschwäche resultierende Wettbewerbsdruck habe Linde zu einem Restrukturierungsprogramm für diesen Bereich gezwungen, um dem Margenrückgang zu begegnen.
Das Kursziel basiere auf einem historischen KGV-Vergleich. Eine Peer-Group sei aufgrund der zu geringen Anzahl an relevanten Vergleichsunternehmen nicht in Frage gekommen. Aktuell sei Jungheinrich mit einem 2003er KGV von 7,6 bewertet. Das durchschnittliche KGV der letzten 6 Jahre betrage 10. Da internationale institutionelle Anleger Vorzugsaktien aufgrund der fehlenden Stimmrechte weniger beachten würden als Stammaktien, nehme man einen Bewertungsabschlag von 15% vor. Daraus leite man einen fairen Wert je Aktie von 11,00 Euro ab.
Man erwarte, dass das Ergebnis mit einer besseren Konjunktur steige, mit der man ab dem zweiten Halbjahr 2003 rechne. Im Zusammenhang mit dem 50. Gründungsjahr des Unternehmens in 2003 dürfte die Dividende trotz des Ergebnisrückgangs leicht angehoben werden (VuWe: 0,46 Euro). Daraus ergebe sich eine erwartete Dividendenrendite von 5%. Die Jungheinrich-Aktie habe sich in den letzten Wochen besser als der Vergleichsindex (Euro Stoxx 50) entwickelt.
Auf Sicht von 6 Monaten sehen die Analysten der Vereins- und Westbank für die Jungheinrich-Aktie ein Kurspotenzial bis 11,00 Euro, so dass sie ihre Neutral-Einschätzung beibehalten (Stop-Loss: 7,50 Euro).
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