|
Analysen - DAX 100
|
12.12.2002
Vossloh Outperformer
Stadtsparkasse Köln
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktie von Vossloh (WKN 766710) als Outperformer ein.
Vossloh verfolge das Ziel, die Sparte Eisenbahn & Verkehr zu einem Verkehrstechnologie-Konzern weiterzuentwickeln. Dieser solle sich als margenstarker Spezialanbieter auf wachsende Nischenmärkte konzentrieren und somit nicht direkter Konkurrent der großen Systemanbieter wie Adtranz und Bombardier werden. Nach eigenen Angaben sei der Konzern mit einem Anteil von 35% Weltmarktführer bei Weichensystemen und in Europa Marktführer bei Diesellokomotiven.
Im Jahr 2002 habe Vossloh Transaktionen im Volumen von mehr als 600 Mio. Euro getätigt. So sei die Lichttechnik für 170 Mio. Euro an Matsushita veräußert und die 45%-Beteiligung an der VAE-Gruppe für 140 Mio. Euro an den Partner Voestalpine abgegeben worden. Im Gegenzug habe der Konzern die französische CogiferGruppe für 296 Mio. Euro, die auf Hochtechnologie im Schienenverkehr spezialisiert sei und beispielsweise den Hochgeschwindigkeitszug TGV produziert erworben.
Hinzu sei die knappe Mehrheit an der Düsseldorfer Kiepe-Elektrik-Gruppe gekommen, die auf die Herstellung, Montage und den Vertrieb von elektrischen Komplettausrüstungen sowie Teilen für Straßenbahnen und Oberleitungsbusse spezialisiert sei. Zudem habe sich Vossloh an dem polnischen Staatsbetrieb Skamo beteiligt.
Skamo sei mit rund 300 Mitarbeitern nach Unternehmensangaben in Polen Marktführer für Schienenbefestigungen. Vossloh würde sich durch die Akquisition den größten osteuropäischen Einzelmarkt für Schienenbefestigungen, der auf Grund der zu erwartenden Infrastruktur-Anpassungsmaßnahmen im Rahmen der EU-Erweiterung von großer Bedeutung sein werde sichern.
In 2002 würden Sondereffekte aus den Transaktionen und positive Steuereffekte das Nettoergebnis mit 28 Mio. Euro beeinflussen, so dass der Überschuss nach vorläufigen Zahlen auf 50,4 (17,2) Mio. Euro wachsen werde. Dies sei das beste Ergebnis in der 130-jährigen Unternehmensgeschichte. Für 2003 würden nochmals Sondereffekte in Höhe von 13 Mio. Euro veranschlagt, das Ergebnis solle um 3% zulegen.
Für das Jahr 2005 plane der Vorstand einen weiteren Ertragssprung um 10% und ein Ergebnis je Aktie von über 4 Euro. Seinen Optimismus habe der Vorstandsvorsitzende mit dem sich konjunkturunabhängig weltweit positiv entwickelnden Eisenbahngeschäft begründet.
Trotz der zahlreichen Transaktionen sei die Nettoverschuldung von 280 auf 265 Mio. Euro gesenkt worden und der Cash-flow sei auf 110 (50) Mio. Euro gestiegen. Aufgrund des guten Ergebnisses solle die Dividende deutlich um einen zweistelligen Prozentwert nach 0,75 Euro steigen. Damit solle signalisiert werden, dass das Ergebnisniveau mit steigender Tendenz auch für die nächsten Jahre geplant sei.
Weitere Akquisitionen in Nischen der Verkehrstechnik könnten erfolgen. Regional ziele Vossloh mit Zukäufen auf Zentral- und Osteuropa. Vossloh habe von der belgischen Locomotion Capital einen Auftrag im Gesamtwert von 130 Mio. Euro erhalten. Der Auftrag umfasse die Lieferung von 17 Diesellokomotiven. Darüber hinaus habe sich Locomotion Capital die Option über weiter 57 Loks gesichert, mit deren Einlösung Vossloh größtenteils schon 2003 rechne. Vossloh verfüge über langfristig stabile Wachstumsperspektiven.
Aufgrund der herausragenden Marktstellung in Nischenmärkten, der geringen Konjunkturabhängigkeit sowie der moderaten Bewertung bestätigen die Analysten der Stadtsparkasse Köln ihre Outperformer-Einschätzung für die Vossloh-Aktie.
|