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Analysen - Ausland
10.12.1999
Unilever kaufen
Bankhaus Löbbecke & Co.

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Der international führende Konsumgüterproduzent Unilever (WKN 860028) arbeite auch weiterhin erfolgreich an der Optimierung seines Produktportfolios und einer langfristigen Verbesserung der operativen Erträge. Dabei komme sowohl der weiteren Verringerung der internen Kosten als auch der Fokussierung auf Kernkompetenzen künftig noch höheres Gewicht zu. Zuletzt hätten die Einsparungen aus Restrukturierungsanstrengungen und die zunehmenden Erfolge in Nordamerika, Osteuropa und den wiedererstarkenden asiatischen Schwellenländern bereits zu ersten Margenverbesserungen geführt. In der Ergebnisrechnung für das 3. Quartal finde dies jedoch noch nicht seinen positiven Niederschlag. Innerhalb der kommenden 3 Jahre solle eine drastische Markenverringerung von 1600 auf nur noch 400 alleine beim Einkauf zu Einsparungen in Höhe von 1,5 Mrd. DM führen und die Bruttomarge jährlich um ein halbes Prozent erhöhen. Außerdem wolle der schuldenfreie und liquide Konzern durch Großakquisitionen stärker wachsen als bisher.

Pluspunkte seien die Konzentration auf die Marktführerschaft durch deutliche Reduktion der Produktmarken mit positiven Wachstums- und Ertragsimpulsen auf lange Sicht, die breite geographische und produktseitige Diversifikation (46% Umsatzanteil Europa, 22% Nordamerika, 32% Rest der Welt!), die neue Akquisitionswelle, die nach 2 Jahren Abstinenz mit der Übernahme der französischen Amora Maille gestartet worden sei sowie die zunehmenden Marktanteilsgewinne in Europa durch Marketing und Akquisitionen.

Die Umsatzeinbrüche in Südamerika und Russland (minus 60%) schmälerten jedoch das 99er Ergebnis, die Einkaufsmacht der großen Handelsriesen drücke auf die Margen und erhöhe die Abhängigkeit. Zudem würden Gen-Food-Diskussionen, BSE- und Dioxinskandale etc. die Erträge in dreistelliger Millionenhöhe belasten.

Im Vergleich zur ebenfalls weltweit tätigen Konkurrenz (Danone, Nestle, Procter & Gamble etc.) habe sich Unilever in den zurückliegenden Monaten eher schwach entwickelt. Nach den derzeit laufenden Restrukturierungsoffensiven erwarten die Experten jedoch langfristig eine positive Tendenz ausgehend von dem nun erreichten niedrigen Niveau. Bei einem prognostizierten jährlichen Gewinnwachstum von 10% ab 2000 und bei Erreichung des selbstgesteckten Ziels einer operativen Marge von 13,5% innerhalb der kommenden 5 Jahre empfehlen die Experten die unspektakuläre Aktie vor allem konservativ orientierten Anlegern zum Kauf.


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