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News - DAX 100
19.12.2002
Allianz Chef gibt bald sein Amt ab
BoersenMan.de

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"Endlich wieder einmal ein ruhiges Weihnachtsfest für Henning Schulte-Noelle, keine nervenden Last-Minute-Anrufe aus der Zentrale." Henning Schulte-Noelle ist Chef der Allianz AG (WKN 840400), wird aber sein Amt bald abgeben und hat mit der Ankündigung die Börse total überrascht, berichten die Experten von "BoersenMan.de"

Und dass Deutschlands mächtigster Manager einen Mister Unbekannt, nämlich den Allianz-Kollegen Michael Diekmann zum Nachfolger bestelle, habe ebenfalls keiner erwartet. Ein Coup zum vierten Advent - Schulte-Noelle wollte sich eine schädliche Nachfolgedebatte ersparen.

Michael Diekmann sei seit 1988 bei der Allianz und habe ähnliche Arbeitsweisen wie sein Vorgänger - die Frage sei, ob er das Zeug zum Reformer habe. Problemzonen des Versicherungskonzerns seien die Dresdner Bank und die schlechte Börsenstimmung, die beide auf den Allianz-Kurs durchschlagen würden. Die Dresdner Bank sei ein Milliardengrab - für's Gesamtjahr bleibe damit ein Rekordverlust der Allianz. Weil das Versicherungsgeschäft noch relativ gut laufe, sei vielleicht deswegen Schulte-Noelles Wahl auf Diekmann gefallen, einen hundertprozentigen Versicherungsvertreter. Was dies aber für den Chef der Dresdner Bank, Fahrholz, heiße, sei klar: er werde bald seinen Posten räumen müssen. Diekmann wolle das Geschäft mit Policen ankurbeln, für ihn sei die Dresdner Bank nur ein Vertriebskanal. Fahrholz sei für Diekmann ein Relikt aus alten Tagen.

Über Jahre sei die deutsche Allianz zum weltgrößten Versicherungskonzern aufgestiegen. Sie wolle ein so genannter Allfinanz-Konzern werden, also Versicherungen, Vermögensverwaltung und Bankgeschäft aus einer Hand anbieten. Klinge gut, aber es klappe noch nicht. Denn Verluste im US-Geschäft sowie die Börsenflaute würden Milliarden kosten. Seit zwei Jahren gehe es beständig bergab mit dem Aktienkurs, von gut 400 auf nun knapp über 100 Euro. Selbst für Rentner und Witwen sei die Allianz keine sichere Wertanlage mehr. Der Konzern sei so zurzeit so niedrig bewertet, dass er als Übernahmekandidat gehandelt werde.


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