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Analysen - Ausland
11.12.2002
UBS "outperform"
BHF-BANK

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Der Analyst Robert Minde der BHF-Bank stuft die Aktie von UBS (WKN 914830) weiterhin mit "outperform" ein.

Erneut habe der weltgrößte Vermögensverwalter ein solides Zahlenwerk für das abgelaufene 3. Quartal präsentiert, zugleich aber den im Jahresverlauf bereits mehrfach geäußerten Ausblick bestätigt, nach der man das Rekordergebnis des Vorjahres (4,97 Mrd. Schweizer Franken) in diesem Jahr nicht erreichen werde.

Die Bruttoerlöse hätten bei 8,0 Mrd. Schweizer Franken (CHF) um 11% gelegen, die Kosten bei 6,7 Mrd. CHF um 8% niedriger. Der Nettoertrag von 0,942 (1,33, 0,904) Mrd. CHF habe um 29% unter Vorjahr aber 4% über dem Vorquartal und deutlich über der Markterwartung von 868 Mio. CHF gelegen.

Der Rückgang gegenüber dem (allerdings besonders guten) Vorjahr spiegele einerseits die sich nochmals verschlechterten Marktbedingungen im Quartal wieder, andererseits zeige er jedoch auch eine im Branchenvergleich hohe relative Stärke gegenüber den Mitbewerbern. So sei es gelungen, im Privatkundengeschäft beachtliche 12,7 Mrd. CHF neue Mittel zu akquirieren. Insgesamt seien die verwalteten Vermögen zum Quartalsende ggü. Vorquartal um 6% auf 2,070 (2,198) Bio. CHF gefallen.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2003 werde das Kerngeschäft unter der einheitlichen "Marke" UBS auftreten. Die in der Bilanz aktivierten Markennamen Paine Webber und UBS Warburg würden verschwinden, wofür eine Rückstellung von 1 Mrd. CHF gebildet werde, die aber nicht erfolgswirksam sei.

Betrachte man die einzelnen Geschäftsbereiche, seien besonders die Entwicklungen im Schweizer Heimatmarkt und bei UBS Warburg bemerkenswert. So weise die Investmentbank (CIC) einen Ertrag von 717 Mio. CHF auf. Dies sei zwar ein Rückgang um 6% ggü. Vorjahr, vor dem Hintergrund des Anlageumfeldes und der Ergebnisse der Konkurrenz aber ein zufriedenstellendes Ergebnis. Des Weiteren falle auf, das dass Geschäft auf dem Schweizer Heimatmarkt sich sehr positiv entwickele und fast ein Drittel zum Vorsteuerergebnis beitrage. Bemerkenswert bleibe auch die Kreditqualität. Mit 95 Mio. CHF lägen die Rückstellungen weiterhin extrem niedrig. Die Kapitalisierung bleibe mit einer Kernkapitalquote von 11,6 (11,8)% außergewöhnlich hoch und stehe für die hohe bilanzielle Solidität der Bank.

Größere Akquisitionen seien aktuell nicht geplant, der Fokus werde eindeutig auf das organische Wachstum gelegt, wie die interne Ausrichtung auf die Standbeine Wealth Management einerseits und Investmentbanking andererseits verdeutliche.

Bei nur niedrigen Kreditkosten (95 Mio. CHF im 3. Quartal), solidem Kostenmanagement und dem stabilen Ertragsstandbein Privatkundengeschäft (Schweizer Heimatmarkt und Vermögensverwaltung) könne die Bank negative Ertragseffekte aufgrund schwacher Märkte gut kompensieren und lege gegen den Branchentrend im Quartalsvergleich beim Ergebnis sogar zu. Zwar dürfte sich das vom Unternehmen selbst als außergewöhnlich niedrig beurteilte Rückstellungsniveau nicht auf Dauer halten lassen, stelle aber insgesamt kein Problem dar, zudem über 70% des Kreditbuches aus dem tendenziell risikoärmeren Inlandsgeschäft stammen würden.

Gerade die im Vergleich mit den Mitbewerbern geringen Risikokosten würden auch die mit einem KGV von knapp 14 anspruchsvolle Bewertung rechtfertigen.

Die UBS-Aktie bleibt ein Kerninvestment im Finanzsektor, das Rating bleibt bei "outperform/mittleres Risiko (A2)", so der Analyst der BHF-Bank.



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