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Analysen - Ausland
11.12.2002
UniCredito "outperform"
BHF-BANK

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Der Analyst Robert Minde von der BHF-Bank stuft die Aktie von UniCredito (WKN 850832) auf "outperform" hoch.

Die Bank habe erneut ein solides Zahlenwerk vorgelegt. So sei der Nettoertrag im 3. Quartal um 18% gegenüber Vorjahr auf 441 Mio. Euro, auf 9-Monatsbasis sei der Gewinn um 8,3% auf 1,449 (1,338) Mrd. Euro gestiegen. Der operative Gewinn sei im Jahresverlauf um 5,6% auf 3,576 Mrd. EUR (im dritten Quartal allerdings -1% auf 1,03 Mrd. EUR), die Gesamterlöse um 4,4% gestiegen. Erstmals sei Banca Rolo 1473 voll konsolidiert worden.

Der Zinsüberschuss habe nach 9 Monaten 3,674 Mrd. EUR (+0,3%) betragen, die zinsunabhängigen Erträge seien um 4,9% auf 3,758 Mrd. EUR gestiegen. Beim Provisionsüberschuss habe die Bank vor allem vom Versicherungsgeschäft profitiert. Provisionen aus dem Absatz von Publikumsfonds seien trotz anziehender Volumina um 10,4% zurückgegangen, da die Kunden aus Aktienfonds in margenärmere Fonds umgeschichtet hätten (z.B. Geldmarktfonds oder Rentenfonds). Das Handelsergebnis beliefe sich auf 827 Mio. EUR, ein Anstieg von 18% gegenüber dem Vorjahr. Die Kreditqualität habe sich moderat verschlechtert. Non-Performing-Loans (zinslos gestellte Kredite) hätten bei 1,8 (1,6)% der Kundenforderungen gestanden, ein im Vergleich akzeptabler Wert. Die Risikovorsorge sei im Quartal um 12,7% auf 172 (197) Mio. EUR zurückgefallen, habe aber im 9-Monatsvergleich aufgrund einer Einmalabschreibung für die polnische Beteiligung Pekao im 2. Quartal um 62% höher bei 814 (664) Mio. Euro gelegen. Cost-to-Income-Ratio (Relation zwischen Erträgen und Kosten) sei von 53,5% im September 2001 auf 53,0% zurückgefallen und sei die niedrigste in Italien. Die Bank weise eine solide Eigenkapitalrentabilität von 18,4 (18)% auf.

Berücksichtige man das schwache konjunkturelle Umfeld in Italien, würde sich das Ergebnis im europäischen Vergleich ausgesprochen positiv abheben. Die dabei zum Tragen gekommene hohe Ertragsdiversifikation biete Chance und Risiko gleichzeitig, würden doch die Wachstumsraten in Osteuropa weiterhin nach oben zeigen, seien dabei aber auch mit einem höheren Risiko behaftet (wie das Beispiel Pekao Bank/Polen mit 283 Mio. EUR im 2. HJ gezeigt habe). Klammere man dieses Einmalereignis aus, würde das Rückstellungsniveau unter dem des Vorjahres liegen und sei auch im Quartalsvergleich trotz des bereits erwähnten schwachen Umfeldes in Italien rückläufig. Besonders im Vergleich mit den inländischen Konkurrenten weise die Bank die besten Kennziffern aus, erziele sie doch als Einzige ein Wachstum beim operativen Gewinn. Das Ziel des Managements , ein einstelliges prozentuales Wachstum in diesem Jahr zu erzielen, sei realistisch und biete eher Spielraum für eine positive Überraschung. Die gute Ertragsdiversifizierung, die hohe Eigenkapitalverzinsung und die stabilen Bilanzrelationen (Tier 1 bei 7,6%) würden die aktuell moderate Prämie (KGV 2003 11,1) auf den Sektor rechtfertigen. Unter den defensiven "Retail-Banken" bleibe Unicredito erste Wahl sowohl im Inland als auch im europäischen Ausland.

Die Analysten der BHF-Bank sehen nur geringe Risiken und stufen die UniCredito-Aktie auf "outperform" / Niedriges Risiko (A1 nach A2) hoch.



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