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Analysen - Ausland
11.12.2002
Wyeth "outperform"
BHF-BANK

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Der Analyst Oliver Kopp von der BHF Bank stuft die Aktie von Wyeth (WKN 850229) mit "outperform" ein.

Der Pharmakonzern Wyeth habe enttäuschende Quartalsergebnisse vorgelegt, die noch unter den bereits Ende September revidierten Prognosen gelegen hätten. Der Konzernumsatz sei im Vorjahresvergleich um 2% auf 3,6 Mrd. US-Dollar gefallen. Im wichtigen Bereich Human Pharmaceuticals hätten die Umsätze bei 2,9 Mrd. USD verharrt. Negativen Einfluss auf den Umsatzverlauf hätten vor allem die starken Umsatzrückgänge (-28% auf 421 Mio. USD) der Hormonersatzpräparate (HRT). Die rückläufige Nachfrage nach HRT-Präparaten sei auf in klinischen Studien vereinzelt aufgetretene schwere Nebenwirkungen zurückzuführen.

Außerdem hätten Probleme im Herstellungsprozess bei dem für die weitere Wachstumsentwicklung wichtigen Impfstoff Prevnar zu einem Umsatzrückgang von 32% auf 116 Mio. USD geführt. Die rückläufigen Umsätze dieser beiden Präparate in Verbindung mit Umsatzanstiegen eher margenschwacher Präparate hätten dazu geführt, dass die Bruttomarge um 540 Basispunkte auf 70,8% zurückgegangen sei. Der Rückgang beim Gewinn je Aktie (-31% auf 0,47 USD; Erwartung Konsensus: 0,52 USD) verdeutliche das insgesamt enttäuschende Ergebnis.

Schon im Vorfeld habe Wyeth die überraschende Einstellung von weiteren 1,4 Mrd. USD in die Reserven vermeldet, um mögliche weitere Schadensersatzansprüche, resultierend aus den starken Nebenwirkungen von Schlankheitspräparaten (sog. "Diätprozess"), bedienen zu können. Wyeth selbst rechne mit keinen weiteren nennenswerten Belastungen mehr in der Zukunft, nachdem bereits in der Vergangenheit Vergleiche mit Betroffenen hätten erzielt werden können (Volumen: 13,2 Mrd. USD; davon ausbezahlt: 12,4 Mrd. USD; Folge: Anstieg der Langfristverschuldung um rd. 5 Mrd. USD auf ca. 7 Mrd. USD (2001)). Die Analysten der BHF-Bank können sich aus heutiger Sicht nur schwerlich vorstellen, dass Wyeth eine weitere Klagewelle im Hinblick auf die Nebenwirkungen bei der HRT bevorsteht.

Die Analysten der BHF-Bank halten trotz der aktuell negativen Nachrichtenlage ihre Kaufempfehlung aufrecht. Sie würden unverändert glauben, dass Wyeth sich von den wesentlichen Schwierigkeiten, die im Bereich der Hormonersatzpräparate lägen, nach und nach befreien könne. Mittels des recht jungen Produktportfolios sollte es Wyeth gelingen zweistellige Umsatz- und Ertragszuwächse in den Folgejahren zu erzielen. Zu den wesentlichen Wachstumstreibern würden beispielsweise Effexor (Antidepressiva), Protonix (Magen-Darm), Prevnar (Impfstoff) sowie Enbrel (Arthritis) gehören. Positiv beurteile man außerdem, dass Wyeth von keinen nennenswerten Patentausläufen in den nächsten Jahren betroffen sei.

Die Bewertung mit einem KGV (basierend auf den 2003-er Gewinnschätzungen) von etwa 15 (Sektor: 18) reflektiere unverhältnismäßig stark die einzelnen Problemstellungen.

Die Analysten der BHF-Bank gehen davon aus, dass es Wyeth in den nächsten Jahren gelingen wird, den Turnaround zu schaffen und empfehlen deshalb den mit einem hohen Risiko versehenen Titel zum Kauf.



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