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Analysen - Ausland
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12.12.2002
France Télécom Marketperformer
Stadtsparkasse Köln
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die Aktie der France Télécom (WKN 906849) mit Marketperformer.
France Telecom habe das Umsatzziel für 2002 etwas zurückgenommen und erwarte jetzt nur noch ein Wachstum von 8 bis 9% anstatt des bisher erwarteten zweistelligen Wachstums. EBITDA und EBIT sollen um 15% wachsen. Für die ersten neun Monate habe France Telecom einen Konzernumsatz von 34,44 (31,60) Mrd. Euro genannt. Als wichtigster Wachstumsmotor habe sich weiterhin die Mobilfunktochter Orange erwiesen, deren Umsatz um 13,3% auf 12,23 Mrd. Euro zugelegt habe. Der Umsatz im Festnetz- und Datenübertragungsgeschäft in Frankreich sei um 5% auf 14,01 Mrd. Euro zurückgegangen. Im Ausland habe der Umsatz der Sparte dagegen um 38,4% auf 6,55 Mrd. Euro zugelegt.
Die vereinbarten Verträge mit den Banken und Zulieferern von MobilCom habe France Telecom unterzeichnet. Der Konzern stehe damit für Forderungen von maximal 6,1 Mrd. Euro ein, die aus dem UMTS-Engagement von MobilCom resultieren würden. France Telecom wolle dafür Wandelanleihen ausgeben. Hinsichtlich einer Abgabe der Beteiligung an der deutschen MobilCom sei noch keine Entscheidung gefallen.
Der neue Vorstandsvorsitzende habe bei der Strategiepräsentation mit dem sogenannten" 15+ 15+ 15"-Programm umfassende Sanierungsmaßnahmen für die hochverschuldete France Telecom angekündigt. Für 2002 würden noch einmal Firmenwertabschreibungen von 5,5 bis 7 Mrd. Euro vorgenommen, in erster Linie für die Geschäftskundentochter Equant. Der Nettoverlust werde sich in diesem Jahr auf 17 bis 19 Mrd. Euro belaufen. Das EBITDA solle in diesem Jahr auf 14,5 Mrd. Euro steigen und 2003 um mehr als 10% wachsen. Bis 2005 sollen die Nettoverbindlichkeiten auf das 1,5- bis 2fache des EBITDA sinken (derzeit etwa 4,7faches EBITDA).
Die Finanzlage des Konzerns sei mit einer Nettoverschuldung von über 70 Mrd. Euro und dem hohen Refinanzierungsvolumen von 50 Mrd. Euro bis zum Jahr 2005 unverändert angespannt. Die Lösung der Liquiditätskrise erhalte oberste Priorität. Allein 2003 würden Kredite über 15 Mrd. Euro fällig. Zunächst wolle die französische Regierung als Mehrheitsaktionär über eine staatliche Zwischenholding eine rückzahlbare und zu Marktkonditionen aufgenommene Finanzspritze über 9 Mrd. Euro gewähren, die eventuell jedoch von der EU-Kommission genehmigt werden müsse. Da jedoch eine Stärkung des Eigenkapitals notwendig sei, plane der Konzern eine Kapitalerhöhung um 15 Mrd. Euro, an der sich der Staat entsprechend seines Anteils mit 9 Mrd. Euro beteiligen werde. Der Zeitpunkt sei noch offen und hänge im Wesentlichen von der Entwicklung des Börsenumfelds ab. Zudem wolle France Telecom eine Verlängerung fällig werdender Kredite im Umfang von 15 Mrd. Euro aushandeln.
Das Unternehmen habe darüber hinaus ein auf drei Jahre angelegtes Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm "TOP" im Volumen von 15 Mrd. Euro eingeleitet. Dabei sollen Investitionen gekürzt, Kosten gesenkt und die Produktivität gesteigert werden. Der größte Teil der Kürzungen betreffe die Mobilfunktochter Orange und das Festnetzgeschäft. Details zum Ablauf des geplanten Mitarbeiterabbaus seien nicht veröffentlicht worden.
Der Telekom-Konzern wolle sich innerhalb der nächsten drei Jahre strategisch klarer ausrichten und sich strikt auf Festnetz-, Mobilfunk-, Internet- und Geschäftskunden konzentrieren. Geografisch solle der Schwerpunkt noch stärker auf Frankreich und Großbritannien gelegt werden. Strategisch nicht sinnvolle und finanziell unrentable Bereiche sowie Minderheitsbeteiligungen würden auf den Prüfstand gestellt. Der französische Staat werde seine Mehrheitsbeteiligung mittelfristig abgeben, sollte dies aus strategischen Gründen notwendig sein.
Von der Bekanntgabe der tief greifenden Schritte im Konzern habe der Aktienkurs von France Telecom sehr deutlich profitieren können. Damit scheine ein Erfolg des Sanierungsplans bereits eingepreist zu sein, während weiterhin große Unsicherheiten hinsichtlich der Umsetzung bestünden.
Die Analysten der Stadtsparkasse Köln belassen ihr Rating für die France Télécom-Aktie auf Marketperformer.
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