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Analysen - Neuer Markt
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25.11.2002
GERICOM halten
Nord LB
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Die Aktie der GERICOM AG (WKN 565773) ist für den Analysten Jürgen Bartz von der Norddeutschen Landesbank eine Halteposition.
GERICOM habe in den ersten neun Monaten 2002 beim Konzernumsatz, der zu 71% in Deutschland und Österreich erzielt worden sei, gegenüber der Vorjahres-Periode einen Rückgang um 9,2% auf 344,9 Mio. Euro hinnehmen müssen. Das EBIT habe sich um 2,7% auf 18,16 Mio. Euro ermäßigt, die EBIT-Marge mit 5,3% leicht über dem Vorjahreswert von 4,9% gelegen. Der Rückgang der Brutto-Marge habe man durch Kosteneinsparungen im Verwaltungs- und Vertriebsbereich überkompensieren können. Der Auftragsbestand habe am 30. September mit 95,2 Mio. Euro eine neue Höchstmarke erreicht. Das Investitions-Volumen habe sich im Berichtszeitraum auf 0,7 Mio. Euro nach 2,1 Mio. Euro in der Vorjahresperiode belaufen.
Im dritten Quartal habe GERICOM gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzschub von knapp 20% auf 133,9 Mio. Euro verzeichnet. Das EBIT habe sich um 54,8% auf 8,28 Mio. Euro verbessert. Als Überschuss seien 5,92 nach 3,66 Mio. Euro im Vorjahr ausgewiesen worden. Das Unternehmen, das mit seinen Partnern derzeit 20 Länder beliefere, habe im Zeitraum Juli-September etwa 90.000 Notebooks europaweit verkauft. Laut dem Marktforschungsinstitut Dataquest halte GERICOM im dritten Quartal mit über 51.000 verkauften Notebooks und einem Marktanteil von 10,6% den zweiten Platz hinter Hewlett Packard im gesamten deutschen Notebook-Markt. Nach Aussage von Firmenchef Hermann Oberlehner sei die Kooperation mit den Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn ein "voller Erfolg". Der Umsatzausfall aufgrund des Verlustes des Einzelhandelsdiscounters Lidl als Vertriebspartner im ersten Quartal sei durch den über Saturn und Media Markt erzielten Umsatz, der sich im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt habe, kompensiert worden.
GERICOM habe bei einem auf Vorjahreshöhe erwarteten Überschuss die Umsatzprognose für 2002 von 540 auf 500 Mio. Euro zurückgenommen. Als Grund für diese Korrektur habe das Management die gesamte Branche betreffende Lieferengpässe bei Computerbauteilen genannt, denn das Auftragsvolumen würde Erlöse von mehr als 540 Mio. Euro ermöglichen. Finanzvorstand Gerhard Leimer gehe für das Geschäftsjahr 2003 davon aus, dass der Konzernumsatz, der Betriebsgewinn und der Jahresüberschuss eine jeweils 15%ige Zuwachsrate erreichen werden.
Das Researchteam der Nord LB erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von 500 Millionen Euro sowie einen Gewinn von 18,5 Millionen Euro. Nächstes Jahr sollten die Erlöse bei 570 Millionen Euro und der Gewinn bei 21 Millionen Euro liegen.
Trotz einer Ausweitung der Zulieferbasis habe man die Engpässe bei den benötigten Computerbauteilen offenbar nur vorübergehend beseitigen können. Nach Vorstandsangaben sehe sich das Unternehmen erneut mit einer Angebotsknappheit bei den Komponenten konfrontiert. Sollte dies Entwicklung länger anhalten, könnten die Wachstumsperspektiven einen kräftigen Dämpfer erhalten. In diesem Umfeld habe das Unternehmen die Umsatzprognose für 2002 um 40 Mio. auf 500 Mio. Euro zurückgenommen.
Das Researchteam der Nord LB stuft die GERICOM-Aktie vorerst weiter mit "halten" ein.
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