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Analysen - Neuer Markt
25.11.2002
DAB bank reduzieren
Nord LB

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Die Aktie der DAB bank AG (WKN 507230) wird sich nach Einschätzung des Analysten Michael Seufert von der Norddeutschen Landesbank schlechter als der Referenzindex entwickeln.

Im dritten Quartal 2002 habe man die Neukundenzahl insbesondere aufgrund der Erstkonsolidierung des übernommenen österreichischen Discount Brokers direktanlage.at AG seit langem wieder einmal kräftig steigern können. Im Vergleich zum Vorquartal habe sich der Zuwachs von 7.200 auf 40.100 entwickelt. Davon stammten 26.300 aus Österreich und 8.500 von Self-Trade. Aus Deutschland stammten nur 5.300 Neukunden.

Das Transaktionsvolumen habe sich gegenüber dem Vorquartal um 13% auf 1,2 Millionen erhöht. Die Zahl der Transaktionen je Kunde habe sich von 7,6 auf 8,3 verbessert. Allerdings werde es auf diesem niedrigen Transaktionsniveau für die DAB schwer werden, den auf nächstes Jahr verschobenen Break-Even tatsächlich zu erreichen.

Der Provisionsüberschuss habe im Vergleich zum zweiten Quartal um 13% auf 17,6 Mio. Euro zugelegt und der Zinsüberschuss vor Risikovorsorge 16,1 Mio. Euro erreicht, ein Plus von fast 50 Prozent. Trotz der Ausweitung des Konsolidierungskreises seien die Verwaltungskosten mit 42,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorquartal stabil gebleiben. Der Quartalsverlust habe sich bei 15,4 Mio. Euro eingestellt.

Der zukünftige Vorstandssprecher des Hauptaktionärs HypoVereinsbank Rampl habe Ende Oktober angekündigt, dass sich die DAB im Zeichen allgemeiner Kostensenkungsmaßnahmen auf ihre Kernregionen Deutschland, Österreich sowie Mittel- und Osteuropa konzentrieren solle. Hierzu käme der Verkauf der Tochtergesellschaft Self-Trade und die Beendigung der Aktivitäten in der Schweiz in Frage. Die DAB selbst würde entweder verkauft oder in den HVB-Konzern reintegriert werden. Der Vorstandssprecher der DAB Kröner, ein Verfechter der Unabhängigkeit und der internationalen Expansion des Discount-Brokers, habe aus den Ankündigungen der HypoVereinsbank seine Konsequenzen gezogen und sei aus der DAB ausgeschieden.

Das Researchteam der Nord LB erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von 115 Millionen Euro sowie einen Verlust von 210 Millionen Euro. Nächstes Jahr sollten die Erlöse bei 140 Millionen Euro und der Verlust bei 21 Millionen Euro liegen.

Die anhaltend schwache Verfassung der Börsen belaste das Geschäft der DAB weiterhin. Die erfolgreiche Kostenreduktion sei nur ein Schritt zur zukünftigen Profitabilität. Bis zum Jahresende wolle der Mehrheitsaktionär HypoVereinsbank über die strategische Zukunft der DAB entscheiden.

Bis dahin behalten die Analysten der Nord LB ihr Rating "reduzieren" für die Aktien der DAB bank bei.



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