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Analysen - Ausland
29.11.2002
Société Générale Marketperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die Aktie von Société Générale (WKN 873403) als Marketperformer.

Société Générale (SocGen) habe im dritten Quartal einen Nettogewinneinbruch um 63% auf 146 Mio. Euro hinnehmen müssen. Entscheidend für den Einbruch seien deutlich erhöhte Rückstellungen gewesen, die auf Grund von Wertminderungen des Portfolios für Industriebeteiligungen vorgenommen worden seien.

Die Rückstellungen seien um 26% auf 325 Mio. Euro gestiegen. Das Nettobankprodukt (Zinsüberschuss, Provisionserträge und Erträge aus Eigenhandel) sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3% auf 3,29 Mrd. Euro gefallen. Gleichzeitig hätten die Verwaltungskosten um 5% auf 2,41 Mrd. Euro gesenkt werden können.

Das Bruttobetriebsergebnis sei um 4% auf 878 Mio. Euro gestiegen. Die Eigenkapitalrendite sei von 10,9% im Vorjahr auf 3,8% abgerutscht. Erfreulich habe sich das Retailgeschäft entwickelt, dessen Nettoeinnahmen im dritten Quartal um 15% auf 2,15 Mrd. Euro gestiegen seien. Auch das Nettoergebnis nach Abzug der Anteile Dritter habe ein Wachstum von 21% auf 343 Mio. Euro ausgewiesen.

Die Asset-Management-Sparte habe mit 492 Mio. Euro ein Nettobankprodukt auf Vorjahresebene abgeliefert. Der Nettogewinn habe aber um 13% auf 47 Mio. Euro nachgegeben. Schlechter habe es im Corporate und im Investment Banking ausgesehen. Die Nettoeinnahmen seien um 25% auf 957 Mio. Euro gesunken. Der Nettogewinn nach Abzug der Anteile Dritter habe sich gar um 64% abgeschwächt.

SocGen habe Konsequenzen aus der schlechten Performance der ostasiatischen Aktienmärkte gezogen und werde das Aktiengeschäft in Asien einstellen, was den Abbau von 180 Stellen zur Folge habe. Das Ziel, nachhaltige Gewinne zu erwirtschaften, sei dort nicht mehr zu erreichen. Die anderen Geschäftszweige wie Private Banking, der Handel mit Futures oder Finanzierung sollten aber erhalten bleiben. Weitere 200 Stellen würden in London, Madrid und Mailand zur Disposition stehen.

SocGen habe eine Strategieplanung für die Jahre 2002 bis 2004 vorgelegt. Demnach solle der Nettogewinn je Aktie jährlich um 16% gesteigert werden. Für 2004 werde ein Nettogewinn von 3,4 Mrd. Euro angepeilt. Das Rentabilitätsziel würde unverändert bei 19% beim ROE liegen. Die Aktionäre sollten von der erwarteten Gewinnsteigerung überproportional profitieren.

Die Ausschüttungsquote solle bis Ende 2004 auf 45% des Gewinns erhöht werden. Bei den strategischen Zielvorgaben gehe SocGen von einer jährlichen Steigerung der Erträge von 6% aus, darüber hinaus seien weitere Ertragseffekte durch Akquisitionen (2% jährlich) und Kosteneffekte im Rahmen der bereits beschlossenen Kostensenkungspläne eingeplant.

Bis zum Jahr 2004 sollten durch die Umsetzung verschiedener Projekte, wie beispielsweise die gerade neu entwickelte Vertriebssoftware, jährlich 500 Mio. Euro eingespart werden. Bezüglich der verschiedenen Geschäftsbereiche wolle das Management flexibler agieren. Die Unternehmensleitung richte den Fokus zukünftig vermehrt auf nachhaltig profitable und wenig Kapital bindende Bereiche.

SocGen und die dem Genossenschaftsbereich angehörende französische Versicherungsgruppe Groupama wollten eine gemeinsame Bank gründen, an der Groupama zu 60% und SocGen zu 40% beteiligt sein würden. Die neue Bank solle ihre Geschäftstätigkeit in 2003 operativ aufnehmen und bis 2006 rund 500.000 neue Kunden akquirieren.

Im Vergleich zur Branche leide Société Générale auf Grund ihrer vergleichsweise defensiven Aufstellung weniger unter der aktuellen Kapitalmarktschwäche. Auf dem aktuellen Kursniveau sei die Aktie nach Erachten der Analysten derzeit fair bewertet.

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln gehen daher von einer lediglich marktkonformen Entwicklung der Société Générale-Aktie aus.



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