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Analysen - Ausland
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03.12.2002
Eni übergewichten
Helaba Trust
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von Helaba Trust stufen die Aktie von Eni (WKN 897791) unverändert mit "übergewichten" ein.
Der integrierte italienische Ölkonzern Eni sei auf allen fünf Kontinenten tätig und besonders stark im Mittelmeerraum vertreten. Eni verfüge über das größte Tankstellennetz in Italien. Der Erwerb einer Beteiligung an dem portugiesischen Ölkonzern GALP diene dem Marktzugang auf der iberischen Halbinsel sowie in Lateinamerika. Durch die Akquisition von British Borneo und Fortum sollten die Upstreamaktivitäten vornehmlich in politisch stabilen Regionen, wie Mexiko oder der Nordsee, ausgebaut werden. Besondere Stärken wiesen die Italiener im Gasbereich auf. Durch die Lasmo-Übernahme sowie dem 50%-Anteil an GVS seien diese Aktivitäten im stark wachsenden Gasmarkt gestärkt worden.
Im 3. Quartal 2002 hätten die Italiener, unter anderem bedingt durch höhere Brentnotierungen (+6,5% gegenüber dem Vorjahr), einen Umsatzanstieg um 1,1% auf 10.795 Mio. EUR verzeichnet. Das operative Ergebnis sei im selben Zeitraum um 13% auf 1.854 Mio. EUR geklettert. Während die anderen Branchenvertreter zumeist einen Gewinnrückgang erlitten hätten, habe der Ertragszuwachs von Eni positiv überrascht. Insbesondere das Förder- (+16%) sowie das Gas- und Elektrizitätsgeschäft (+11%) hätten sich freundlich entwickelt. Hierzu hätten vor allem das hohe Produktionswachstum (+8,5%), Erlöszuwächse außerhalb Italiens sowie Kostensenkungsmaßnahmen beigetragen. Im Raffinerie- und Tankstellengeschäft hätten hingegen die niedrigen Raffineriemargen (-51%) weiterhin belastend gewirkt.
Die defizitäre Petrochemie habe dank eines verbesserten Branchenumfelds die Verluste um 98 Mio. EUR auf -26 Mio. EUR verringern können. Insgesamt sei der Konzerngewinn auf 921 Mio. EUR (7,8%) gestiegen.
Durch das jüngste Übernahmeangebot für die verbleibenden 56% am Erdgasversorger Italgas erreiche der Konzern künftig einen Marktanteil von 39% im wachstumsstarken Endkundenmarkt in Italien. Dank der vergrößerten Kundenbasis (Inland: 5,6 Mio., Ausland: 1,3 Mio.) dürften sich vor allem in den Bereichen Vertrieb und Marketing größere Synergiepotentiale auftun. Bereits für 2003 schätze man den positiven Ergebnisbeitrag auf rund 1% des Nettogewinns.
Zudem erreiche Eni nunmehr die nötige strategische Flexibilität, das regulierte Distributionsnetz möglicherweise an SNAM Rete Gas zu veräußern. Darüber hinaus hätten die Italiener mit der Akquisition der finnischen Fortum ihr Upstreamportfolio in der politisch stabilen Nordseeregion weiter diversifizieren können. In drei der fünf dortigen Erdölfelder sei der Konzern bereits tätig, so dass sich Synergien von schätzungsweise 10 Mio. EUR p.a. ergäben. Der Kaufpreis in Höhe von 1,1 Mrd. USD (3,2 USD je Fass Erdölreserve) erscheine unter Berücksichtigung vergleichbarer Transaktionen (ca. 5 USD je Fass) günstig.
Aufgrund des Liberalisierungsprozesses im italienischen Gasmarkt droht zwar langfristig Margendruck, doch angesichts des überproportionalen Wachstums, der Ertragspotentiale außerhalb Italiens und der derzeit im Peer Group-Vergleich günstigen Bewertung empfehlen die Analysten von Helaba Trust weiterhin, die Eni-Aktie überzugewichten.
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