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Analysen - DAX 100
25.11.2002
Hannover Rück langfristig kaufen
TradeCentre.de

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Die Experten von "TradeCentre.de" empfehlen die Aktie von Hannover Rück (WKN 840221) langfristig zu kaufen.

Während fast alle Unternehmen aus der Versicherungsbranche Milliardenverluste präsentieren würden, erhöhe die Hannover Rück ihre Schlagkraft. In der Zeit vom Januar bis Ende September hätten in der Kasse der Norddeutschen knapp 208 Millionen Euro nach Steuern geklingelt. Das operative Ergebnis habe 352 Millionen Euro erreicht. Um fast ein Viertel auf 9,1 Milliarden Euro sei das Prämienvolumen geklettert. Für das Gesamtjahr rechne die Gesellschaft, die ihre Sporen in den vier Sparten Schaden-, Leben- und Finanz-Rückversicherung sowie Programmgeschäft verdiene, mit einem Volumen von gut 13 Milliarden Euro.

Anstatt der bisher avisierten 600 Millionen Euro solle sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf circa 500 Millionen Euro belaufen. An dem prognostizierten Profit von satten 300 Millionen Euro würden die Niedersachsen festhalten. Um die Rekordmarke im laufenden Jahr zu erreichen erläutere die Finanzchefin Elke König im Hintergrundgespräch drei Prämissen: Erstens sollten die Kapitalmärkte bis zum Jahresende stabil bleiben, respektive freundlich tendieren. Zweitens müsse eine gewisse "Jahresendrallye" in der Sparte der Lebens- und Finanzrückversicherung eintreten. Und drittens müsse die Großschadensituation weiterhin im langjährigen Durchschnitt bleiben.

In der Schlussperiode liege der Rückversicherer bereits am oberen Rand der wichtigen Marke von 4 bis 5 Prozent der Selbstbehaltprämie der Schaden-Rückversicherung. "Der Sturm Jeanette und die Tornados in den USA liegen als Großschäden im Rahmen dessen, womit wir als Rückversicherer rechnen müssen", habe König gesagt. Das Tankerunglück an der Küste Spaniens dürfte voraussichtlich mit einem Betrag im einstelligen Millionbereich belasten. Laufe alles glatt könnte sich der CFO eine Dividende vorstellen, die an die Höhe des Jahres 2000 ohne Bonus (90 Millionen Euro) anknüpfe.

Ein relativ gutes Händchen habe das Management bei der Anlage des Kapitals in Aktien bewiesen. Zum Beginn des Jahres 2001 habe die Aktienquote noch 18 Prozent betragen und sei auf 7 Prozent Anfang 2002 reduziert worden. Die aktuelle Quote liege bei 6 Prozent. Verschont geblieben seien die Hannoveraner aber dennoch nicht von der Baisse an der Börse. Insgesamt hätten im laufenden Jahr rund 120 Millionen Euro auf Aktien wertberichtigt werden müssten. Allein im dritten Quartal seien es 58,4 Millionen Euro gewesen.

Für das vierte Quartal sei mit einer nochmaligen Wertberichtigung zu rechnen. Auf die genaue Höhe wollte sich König nicht festlegen, kündige aber an, dass die Zahl wahrscheinlich "unter dem Niveau der dritten Periode" liegen werde. Mit voller Freude blicke die promovierte Betriebswirtin auf das Jahr 2003. "Es deutet sich an, dass das kommende Jahr noch besser wird als dieses Jahr". Grund seien die deutlich verbesserten Preise und Bedingungen und damit höheren Margen für den fünftgrößten Rückversicherer der Welt.

Dem Vernehmen nach sei ein zweistelliges Gewinnwachstum realistisch, vorbehaltlich einer "normalen" Schadenentwicklung. Ob für das Wachstum in 2003 eine Kapitalerhöhung (in welcher Form auch immer; zum Beispiel eine Wandelanleihe) erforderlich werde, entscheide sich erst im Frühjahr 2003, habe König gesagt. Man gehe davon aus, dass das Unternehmen sein Kapital erhöhe, um in der sehr lukrativen Zeichnung von Neugeschäft in der Schadenrückversicherung kräftig mitzumischen. Weder die Reduzierung des EBIT´s um 100 Millionen Euro (das Nettoergebnis entscheide) noch eine mögliche Kapitalerhöhung würden das positive Bild der Hannover Rück trüben. Gerade bei letzterem wäre es eher positiv, wenn die Spekulation endlich ein Ende hätte.

Die Aktie von Hannover Rück ist eine Perle und ist als mittel- bis langfristiger Kauf einzustufen, so die Experten von "TradeCentre.de".



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