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Analysen - Ausland
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22.11.2002
ING Group "strong buy"
SEB
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der SEB stufen in ihrem aktuellen "AnlageFlash" die Aktie von ING Group (WKN 881111) mit "strong buy" ein.
Der niederländische Allfinanzkonzern habe mit den gestern vorgelegten 9-Monatszahlen erneut überzeugen können und habe mit den Daten am oberen Ende der Erwartungen gelegen. So sei der Nettogewinn um 0,7% auf 3,3 Mrd. Euro gestiegen. Einige Analysten hätten nicht nur mit einer Enttäuschung, sondern sogar mit einer Gewinnwarnung gerechnet. Angesichts der turbulenten Börsen und der Kapitalmarktschwäche, die sich insbesondere im 3. Quartal zeigte, sei dies ein beeindruckendes Ergebnis. Der Vorstand habe wiederholt, dass der Jahresgewinn auf Vorjahresniveau liegen würde.
Die Einnahmen im Konzern seien um 8,3% auf 58 Mrd. Euro gestiegen. Der Kostenanstieg sei auf +2,5% abgebremst worden. Die Zahl der Mitarbeiter habe sich im Jahresvergleich um 5.000 auf 111.700 reduziert. Auf ausgesprochen gutem Erfolgskurs - und ganz im Gegensatz zu nahezu allen Wettbewerbern - befinde sich die Tochter ING Direkt, die in 7 Ländern tätig sei. Sie habe bereits im abgelaufenen Quartal ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet. Die Anzahl der Direkt-Kunden sei um 77% auf 4,6 Millionen geklettert.
Wie konträr das Geschäft des Bankassurers sich derzeit zeige, könne mit zwei Beispielen beeindruckend belegt werden: Während im Versicherungsbereich die operativen Nettogewinne im 3. Quartal um 26,3 auf 825 Mio. Euro gestiegen seien, seien sie in der Banksparte weiter unter Druck, nämlich um 39,9% auf 149 Mio. Euro. Die ING Group habe jedoch mit diesem Zahlenwerk insgesamt erneut seine bekannte "Stärke", d.h. seine Vorreiterrolle als global tätiger und integrierter Bankassurer, unter Beweis stellen können.
Doch der Vorstand habe Anlass, aufgrund der nach wie vor schleppenden (Finanz)- Konjunktur, weitere Einsparungen vorzunehmen. Der Konzern werde noch weiter als bisher sich auf die Kernkompetenzen konzentrieren. Das heiße zugleich, der Gewinn für 2003 dürfte sich ebenso erst mal noch auf diesjährigem Level befinden. Vor allem das Großkundengeschäft sei nach wie vor nicht sehr rentabel und müsse weiter umstrukturiert werden. Hierfür sei der Abbau von weiteren 1.000 Stellen vorgesehen. Rückstellungen in Höhe von 128 Mio. Euro seien dazu gebildet worden. Im Bankergebnis hätten sogar 925 Mio. Euro Rückstellungen für unsichere Firmenkredite verdaut werden müssen.
Alles in allem sei dies ein zufriedenstellendes, wenn auch durchwachsenes Ergebnis. Wenn ein derartig weltweit aufgestellter Finanzkonzern sich auf dieser Art und Weise einem globalen Ertragsrückgang entziehen könne, sei dies beachtlich. Die Analysten würden allerdings die Gewinne leicht reduzieren und ein Kursziel von 30 Euro sehen. Die ING-Aktie sei mit einem KGV um 8,5 nach wie vor günstig und bleibe ein solides Investment.
Die Analysten der SEB bewerten die Aktie von ING Group mit "strong buy".
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