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Analysen - Ausland
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18.11.2002
BT Group Marketperformer
Stadtsparkasse Köln
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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die BT Group-Aktie (WKN 794796) als Marketperformer ein.
Im Frühjahr 2001 sei die umfangreiche Restrukturierung des ehemaligen British Telecom-Konzerns eingeleitet worden, die den Rückzug aus dem Mobilfunkgeschäft und die Fokussierung auf den Geschäftsbereich Festnetz beinhaltete. Die Abspaltung der Mobilfunkaktivitäten sei in erster Linie vor dem Hintergrund der hohen Verschuldung von British Telecom geschehen. Die nun unter BT Group firmierende Festnetzgesellschaft würde zwar aktuell Gewinne schreiben, verfüge aber kaum über Wachstumschancen.
BT halte trotz der frühzeitigen Liberalisierung im britischen Telekommarkt einen Marktanteil im Festnetz von rund 73%. Im 2. Quartal (Juli bis September) hätte das Unternehmen den Umsatz lediglich um 2 % auf 4,66 Mrd. GBP steigern können und sei damit von seinem bisherigen Wachstumsziel von mittelfristig 6 bis 8% abgerückt. Bei der Präsentation der Zahlen habe BT-Chef Ben Verwaayen eingestanden, dass bei der gegenwärtigen Marktsituation die zuvor anvisierten Umsatzziele nicht erreichbar seien.
Sehr positiv sei allerdings, dass BT den Gewinn vor Steuern, Goodwill und Sonderposten um 55% auf 496 Mio. GBP erhöht habe. Die Kostensenkungen würden hier schneller als vorhergesehen greifen. Zudem würde die Gruppe einen Cash-flow von 552 Mio. GBP erwirtschaften. Die Rohertragsmarge habe BT im 2. Quartal auf Jahressicht um 1,7 Prozentpunkte auf jetzt 28,8% erhöht. Die Nettoverschuldung habe Ende September 13,11 Mrd. GBP betragen und würde damit etwas höher als vor einem Jahr und als Ende März, aber deutlich unter dem Spitzenwert von 30 Mrd. GBP liegen. Die daraus folgenden geringeren Zinszahlungen von 295 (595) Mio. GBP hätten in hohem Maße zu den verbesserten Ergebnissen beigetragen.
Auch im 2. Quartal habe der Schwerpunkt im Verkauf von breitbandigen Internet-Zugängen gelegen. Im kommenden Sommer wolle das Unternehmen 1 Mio. Breitbandkunden in Großbritannien haben. Anfang November hätte der Anbieter 451.000 Breitbandnutzer. BT habe eine intensive Werbekampagne (Etat 50 Mio. EUR) zum Breitband-Internet gestartet. Nach den Worten von Verwaayen werde BT den eingeschlagenen Konsolidierungskurs weiter fortsetzen, um den Schuldenstand unter 10 Mrd. GBP zu drücken und ein "Single A-Rating" zu erreichen.
In diesem Zusammenhang werde das Unternehmen voraussichtlich seine Beteiligung an dem französischen Mobilfunkanbieter Cegetel an Vodafone oder Vivendi verkaufen, wodurch die Nettoverschuldung um etwa 2,5 Mrd. GBP sinken werde. Zudem seien weitere Immobilien-Veräußerungen geplant.
Vom Unilever-Konzern habe die BT Group Anfang November den bislang größten Einzelauftrag im Volumen von 1 Mrd. EUR erhalten. Der Auftrag hätte eine Laufzeit von 7 Jahren und beinhalte das weltweite Betreiben und Entwickeln der Kommunikationsinfrastruktur von Unilever.
Während der Fortschritt bei den Kostensenkungen positiv zu werten sei, enttäusche das flaue Wachstum des Konzerns. Da BT Group nach der Abspaltung der Mobilfunkaktivitäten lediglich noch das Festnetzgeschäft umfasse, sei das Wachstumspotenzial insgesamt gering. Als reiner Festnetzanbieter habe BT Group einen eher defensiven Charakter.
Das Rating der Analysten der Stadtsparkasse Köln für BT Group-Aktie lautet Marketperformer.
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