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Analysen - Ausland
20.11.2002
Clariant untergewichten
Helaba Trust

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Die Analysten der Helaba Trust nehmen für die Aktie von Clariant (WKN 895929) ein Downgrade von "neutral" auf "untergewichten" vor.

Die Schweizer Clariant habe ihren Ursprung im Chemikaliengeschäft des früheren Sandoz-Konzerns. 1997 seien von Hoechst Aktivitäten übernommen worden, womit sich nicht nur der Umsatz signifikant erhöht habe. Auch das Produktportfolio hätte hierdurch erweitert werden können. Inzwischen würde Clariant zu den weltweit führenden Spezialchemieanbietern gehören. Die Position sei durch den Erwerb der britischen BTP noch gestärkt worden. Die Divisionen Prozess- & Veredelungsprodukte, Surfactants sowie Feinchemikalien seien zwischenzeitlich in Textil-, Leder- und Papierchemikalien, Funktionschemikalien bzw. Life Science & Elektronikchemikalien (LSE) umbenannt worden.

Der Umsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres sei um 4% gegenüber dem Vorjahr auf 7.121 Mio. CHF (Schweizer Franke) gefallen. Die negativen Preis- (-2% gegenüber Vorjahr) und Währungseinflüsse (-8%) hätten durch Volumenzuwächse (+6%) nicht kompensiert werden können. Während die Division Life Science & Elektronikchemikalien ein Erlöswachstum (+1%) erzielt hätten, seien die Bereiche Textil-, Leder- & Papierchemikalien (-7%) sowie Pigmente & Additive (-4%) aufgrund des weiterhin schwierigen Konjunkturumfelds hinter den Erwartungen zurück geblieben. Darüber hinaus hätte der Geschäftsausblick enttäuscht. Vor allem die Aussage, dass die operative Marge des Geschäftsjahres 2002 die des Jahres 2001 nicht markant übertreffen würde, würde Sorgen bereiten.

Die bereinigte EBITA-Marge habe im ersten Halbjahr 2002 bei 8,6% gelegen und habe im Geschäftsjahr 2001 5,8% betragen, so dass für das laufende zweite Halbjahr allenfalls noch mit einem geringen operativen Ertrag gerechnet werden könne. Aufgrund der Veräußerungen von Geschäftsteilen würden die Schweizer ihre Nettoverschuldung vermutlich auf unter 4 Mrd. CHF reduzieren können. Dennoch bleibe der finanzielle Spielraum weiterhin stark eingeschränkt.

Die Nachfrageimpulse vor allem aus Lageraufbaueffekten im ersten Halbjahr schienen in wichtigen Abnehmerbranchen, wie z.B. Automobil, langsam auszulaufen. Die Wachstumsschwäche, die von einem nachgebenden US-Dollar und einem anhaltenden Preiswettbewerb verstärkt werde, sollte sich nach Erachten der Analysten auch Anfang 2003 fortsetzen. Diese Entwicklung dürfte jedoch von weiteren Kosteneinsparungen in Höhe von rund 100 Mio. CHF sowie voraussichtlich niedrigeren Rohstoffkosten aufgefangen werden können, zumal mit dem Verkauf des Emulsionspulvergeschäfts die Rohstoffabhängigkeit reduziert werden könnte. Dennoch erscheine der Titel im Vergleich zu anderen Spezialchemieunternehmen aus heutiger Sicht überbewertet (EV/EBITDA 2003e Clariant vs. Peer Group: 6,4 vs. 5,6).

Per Saldo empfehlen die Analysten der Helaba Trust daher, den die Clariant-Aktie unterzugewichten.



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