Logo
Analysen - Marktberichte
03.01.2013
Auslandsaktien: Sektlaune auch nach Silvester
Deutsche Börse AG

www.optionsscheinecheck.de

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Es war ein fulminanter Jahresauftakt: Nach der Kompromisslösung im US-Haushaltstreit legte der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) am ersten Tag nach Neujahr um 2,4 Prozent zu, der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) kletterte auf knapp 7.790 Punkte - ein Fünfjahreshoch, so die Deutsche Börse AG.

"Die Einigung hat dem Markt gut getan", bemerke Walter Vorhauser von Close Brothers Seydler. Allerdings seien die US-Haushaltsgespräche noch weiter gegangen. "Die großen Belastungen sind vorerst nur verschoben." Das könne sich noch bemerkbar machen.

Das neue Jahr werde Vorhauser zufolge ohnehin von der Politik - und nicht von Unternehmensmeldungen - bestimmt werden. "In Italien und Deutschland stehen Wahlen an, Frankreich gerät immer mehr unter Druck." Aus Asien und speziell China hätten sich unterdessen die positiven Signale gemehrt. Auch werde in den USA das Wachstum wieder anspringen, die Arbeitslosigkeit zurückgehen. Sein Fazit für die Aktienmärkte 2013: ein durchwachsenes erstes Halbjahr, gefolgt von einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte.

"Über kurz oder lang wird das Problem der fiskalischen Klippe auch endgültig gelöst werden", meine Roland Stadler von der Baader Bank. Auch er verweise auf China, wo es "wieder laufe". "Und die Unternehmen profitieren vom Wachstum in den Schwellenländern." Das alles spreche für Aktien, doch Risiken würden bleiben. Ungemach könne auch von Anleihenseite drohen: "Staatsanleihen sicherer Länder sehen stark überbewertet aus. Hier könnte es irgendwann einmal zu einer Korrektur kommen."

Unternehmensnachrichten seien derzeit noch rar gesät. Einen großen Satz nach oben habe im neuen Jahr die Aktie des deutsch-schweizerischen Stahlkonzerns Schmolz + Bickenbach (ISIN CH0005795668/ WKN 905370) gemacht. "Presseberichten zufolge wollen Finanzinvestoren bei dem krisengeschüttelten Unternehmen einsteigen, unter anderem die auf Sanierung spezialisierten Apollo und Triton", erkläre Stadler.

Gestern habe die Aktie an der Börse Frankfurt bei 3,20 Euro geschlossen, am vergangenen Freitag seien es nur 2,31 Euro gewesen. "Mittlerweile sind es aber wieder 2,56 Euro." Das Unternehmen sei hoch verschuldet, vor allem aufgrund kostspieliger Übernahmen. Das spiegle sich auch im Aktienkurs wider: Im Sommer 2007 habe Schmolz + Bickenbach noch bei über 73 Euro notiert, dann sei es rapide abwärts gegangen.

Schon vor den Feiertagen habe der Sportartikelkonzern Nike (ISIN US6541061031/ WKN 866993) seine Zahlen vorgelegt, und die seien gut angekommen, wie Vorhauser registriert habe. "Die Aktie legte um 6 Prozent zu. Damit notiert Nike in der Nähe des historischen Hochs." Zwar sei der Gewinn im zweiten Quartal des Geschäftsjahres geschrumpft, Auslöser seien Verlusten in mittlerweile verkauften beziehungsweise zum Verkauf gestellten Bereichen gewesen. Im fortgeführten Geschäft habe sich aber ein Plus von 9 Prozent ergeben, der Umsatz sei um 7 Prozent gewachsen. "Außerdem hat der Ausblick überzeugt: Die Bestellungen im laufenden Quartal steigen." Aktuell notiere Nike bei 39,17 Euro, Ende Oktober seien es nur 35 Euro gewesen.

Ebenfalls noch vor Weihnachten habe die US-Drogeriekette Walgreen (ISIN US9314221097/ WKN 855826) Zahlen für ihr erstes Quartal veröffentlicht, wie Vorhauser weiter melde. "Das Ergebnis ist etwas schwächer ausgefallen, der Umsatz ging zurück." Grund sei eine Reihe von Sonderbelastungen, etwa der Einstieg bei der britischen Drogeriekette Alliance Boots. Die Aktie habe an der Börse Frankfurt geschwächelt. "Durch die jüngsten Kursgewinne an den Aktienmärkten ist der Verlust aber mittlerweile mehr als wettgemacht." Heute koste der Dividendentitel 28,78 Euro. (03.01.2013/ac/a/m)



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de