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News - Marktberichte
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20.12.2012
Wall Street Schluss: US-Indizes schließen mit leichten Gewinnen, neue Hoffnung im Haushaltsstreit
aktiencheck.de
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New York (www.aktiencheck.de) - Die US-Leitindizes präsentieren sich am Donnerstag vor dem Hintergrund gemischter Konjunkturdaten lange uneinheitlich. Positive Äußerungen von John Boehner, dem republikanischen Präsidenten des Repräsentantenhauses, sorgten jedoch wieder für neue Hoffnung im Haushaltsstreit und verhalfen den Indizes zu Gewinnen. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) gewann 0,45 Prozent auf 13.311,72 Punkte. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) verbesserte sich um 0,20 Prozent auf 3.050,39 Zähler, während der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) ein Plus von 0,55 Prozent auf 1.443,69 Punkte verzeichnete.
Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im dritten Quartal 2012 mit beschleunigtem Tempo angewachsen. In der dritten und damit endgültigen Schätzung des US-Handelsministeriums, welche heute veröffentlicht wurde, wurden die vorläufigen Angaben nach oben revidiert. Gegenüber dem Vorquartal kletterte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,1 Prozent, während zuletzt lediglich ein Zuwachs um 2,7 Prozent gemeldet worden war. Volkswirte hatten einen BIP-Anstieg um 2,7 Prozent prognostiziert.
Daneben hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA nach Angaben des US-Arbeitsministeriums in der Woche zum 15. Dezember 2012 verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gegenüber der Vorwoche um 17.000 auf 361.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 345.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 343.000 auf 344.000 nach oben korrigiert.
Die US-Frühindikatoren sind im November gesunken. Wie das private Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board mitteilte, verschlechterte sich die wirtschaftliche Aktivität auf Monatssicht um 0,2 Prozent, während Volkswirte im Vorfeld ein Plus von 0,2 Prozent prognostiziert hatten. Für den Vormonat war ein Plus von revidiert 0,3 (vorläufig: 0,2) Prozent gemeldet worden.
Dagegen ist die saisonbereinigte Verkaufszahl bestehender Häuser im November gestiegen. Wie die National Association of Realtors (NAR, Nationale Vereinigung der Immobilienverkäufer) bekanntgab, erhöhte sich die Zahl gegenüber dem Vormonat auf 5,04 Millionen. Volkswirte hatten mit einer Zahl von 4,90 Millionen gerechnet, nachdem sich die Verkaufszahl im Oktober 2012 auf revidiert 4,76 (vorläufig: 4,79) Millionen belaufen hatte.
Heute stand allen voran eine Mega-Übernahme im Finanzsektor im Fokus. So meldete die Energie-Terminbörse IntercontinentalExchange (ICE) (ISIN US45865V1008/ WKN A0HHD5), dass sie den transatlantischen Börsenbetreiber NYSE Euronext (ISIN US6294911010/ WKN A0MLCE) für rund 8,2 Mrd. US-Dollar übernehmen wird. Der Zusammenschluss, der Synergien in Höhe von 450 Mio. US-Dollar heben soll, bedarf noch der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden in Europa bzw. den USA und wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2013 abgeschlossen. Während ICE 1,3 Prozent gewannen, schossen NYSE Euronext um 34 Prozent in die Höhe.
Die Aktie von Carnival (ISIN PA1436583006/ WKN 120100) rutschte um 5,3 Prozent ab. Der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern verzeichnete im vierten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang, was mit einem Umsatzrückgang, hohen Treibstoffkosten und negativen Währungseffekten zusammenhängt. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis knapp übertroffen. Indes wurde ein schwacher Ausblick auf das neue Geschäftsjahr gegeben.
Discover Financial Services (ISIN US2547091080/ WKN A0MUES), das viertgrößte Kreditkartennetzwerk in den USA, meldete am Donnerstag, dass sein Gewinn im vierten Quartal gestiegen ist, was mit geringeren Rückstellungen für Zahlungsausfälle bei Kunden zusammenhängt. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Die Aktie verlor 3,4 Prozent.
Dagegen konnte CarMax (ISIN US1431301027/ WKN 662604) die Erwartungen der Analysten übertreffen. Der amerikanische Gebrauchtwagenhändler steigerte Umsatz und Gewinn im dritten Quartal auf neue Rekordwerte. Die Aktie machte daraufhin einen Sprung um 9,0 Prozent nach oben.
Bereits gestern nach Börsenschluss meldete der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture (ISIN IE00B4BNMY34/ WKN A0YAQA) seine Ergebnisse für das erste Fiskalquartal 2012/13. Dabei konnten die Gewinnerwartungen übertroffen werden, während der Quartalsumsatz unter den Analystenschätzungen lag. Daneben hat Paychex (ISIN US7043261079/ WKN 868284), ein auf Gehaltsabrechnungen spezialisierter Dienstleister, die Zahlen zum zweiten Fiskalquartal 2012/13 vorgelegt. Während der Umsatzanstieg enttäuschte, fiel der Gewinnanstieg im Rahmen der Erwartungen aus. Zudem wurde der Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigt. Während Accenture 2,0 Prozent abgaben, verloren Paychex 1,9 Prozent.
Ebenfalls nachbörslich veröffentlichte Jabil Circuit (ISIN US4663131039 / WKN 886423), ein Auftragshersteller von Elektronikkomponenten, seine Ergebnisse zum ersten Quartal 2012/13. Dabei konnte das Unternehmen seinen Umsatz steigern, während der Gewinn leicht zurückging. Die Erwartungen der Analysten wurden auf bereinigter Basis dennoch übertroffen. Jabil Circuit zogen um 7,5 Prozent an. Der Sanitärhändler Bed Bath & Beyond (ISIN US0758961009/ WKN 884304) hat im dritten Fiskalquartal 2012/13 den Gewinn leicht gesteigert und die Analystenerwartungen knapp geschlagen. Zudem wurde ein 2,5 Mrd. US-Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Allerdings enttäuschte der Ausblick. Bed Bath & Beyond rutschten um 6,5 Prozent ab.
Derweil teilte der Lebensmittelhersteller ConAgra Foods (ISIN US2058871029/ WKN 861259) mit, dass er im zweiten Quartal einen höheren Gewinn verbuchen konnte, was auf ein starkes Umsatzwachstum zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen. Zudem wurde der Ausblick erhöht. Darüber hinaus dürfte die Übernahme des Konkurrenten Ralcorp (ISIN US7510281014/ WKN 905357) planmäßig im ersten Quartal 2013 abgeschlossen werden. Aktien von ConAgra Foods gewannen 0,7 Prozent hinzu.
Die Drugstore-Kette Rite Aid (ISIN US7677541044/ WKN 857022) erklärte, dass sie im dritten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielt hat, was mit verbesserten operativen Ergebnissen und geringeren Sonderbelastungen zusammenhängt. Die Erwartungen wurden damit übertroffen. Indes wurde die Jahresergebnisprognose erhöht. Indes meldete der Restaurantbetreiber Darden Restaurants (ISIN US2371941053/ WKN 895738), dass sein Gewinn im zweiten Quartal eingebrochen ist, was neben einer Sonderbelastung aus der Übernahme von Yard House USA mit einer schwächeren Umsatzentwicklung bei Olive Garden, Red Lobster und LongHorn Steakhouse sowie höheren Nahrungsmittel- und Personalkosten zusammenhängt. Die Erwartungen wurden jedoch erfüllt. Während Anteilsscheine von Rite Aid um 16,4 Prozent nach oben sprangen, verloren Titel von Darden 2,9 Prozent.
Papiere von KB Home (ISIN US48666K1097/ WKN 876635) gaben um 6,4 Prozent nach. Der Baukonzern verkündete, dass sein Gewinn im vierten Quartal trotz eines deutlichen Umsatzwachstums gesunken ist, was auf Sonderbelastungen im Berichtszeitraum und Einmalerträge im Vorjahr zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden jedoch geschlagen.
Schließlich gab der Software-Konzern Oracle (ISIN US68389X1054/ WKN 871460) bekannt, dass er Eloqua, einen Anbieter von cloud-basierter Marketing Automation und Revenue Performance Management Software, für rund 871 Mio. US-Dollar übernehmen wird. Die Übernahme, der das Eloqua-Board bereits zugestimmt hat, wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen. Für Oracle-Aktien ging es um 0,4 Prozent nach unten. (20.12.2012/ac/n/m)
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