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Analysen - Ausland
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14.11.2002
LVMH Marketperformer
Stadtsparkasse Köln
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktie von LVMH (WKN 853292) unverändert mit Marketperformer ein.
LVMH habe in den ersten neun Monaten des Jahres 2002 den Umsatz um 2% auf 8,85 Mrd. EUR gegenüber der Vorjahresperiode gesteigert und damit die Erwartungen erfüllt. Die Umsatzentwicklung habe unter umfangreichen Wechselkurseffekten gelitten. Bei konstanten Wechselkursen sei der Umsatz sogar um 5,4% gestiegen. Gute Zahlen habe insbesondere der wichtigste Bereich Mode und Lederartikel mit einem Plus von 14% auf 3,03 Mrd. EUR geliefert. Begründet worden sei die gute Entwicklung mit der Einführung neuer Produkte und einem neu eröffneten Louis-Vuitton-Geschäft in Tokio. Der Umsatzzuwachs im Geschäftsbereich Wein und Spirituosen hätte bei 3,4% auf 1,46 Mrd. EUR und im Segment Parfüm und Kosmetik bei +3,6% auf 1,620 Mrd. EUR gelegen. Im Bereich Uhren und Schmuck (-1,3% auf 384 Mio. EUR) sowie im Einzelhandel (-8,4% auf 2,36 Mrd. EUR) seien hingegen rückläufige Umsätze ausgewiesen worden.
Trotz des moderaten Umsatzwachstums halte LVMH an seiner optimistischen Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2002 fest. Das operative Ergebnis würde noch stärker als im ersten Halbjahr zunehmen. Für die ersten 6 Monate hätte der Konzern einen um 18,6% gestiegenen operativen Gewinn von 840 Mio. EUR ausgewiesen. LVMH wolle sich zukünftig auf die so genannten Star-Marken (hohes Wachstum und Rentabilität von über 20%) konzentrieren. Der Umsatz solle in den nächsten fünf Jahren verdoppelt werden. Außerdem sei bis 2005 ein Abbau der Verschuldung auf eine Quote von ca. 50% geplant. Unter anderem solle dies durch die Veräußerung unrentabler Geschäftsbereiche geschehen. Der Verkauf der weltweit fünftgrößten Champagnermarke Pommery an den Wein- und Spirituosenhersteller Vranken Monopole sei vollzogen worden.
Für dieses Jahr seien noch der Verkauf der Beteiligungen an der Kosmetikfirma Clarins und dem Spirituosenhersteller Grand Marnier geplant. Um den Schuldenabbau weiter voranzutreiben, habe Bernard Arnault angekündigt, noch weitere Firmen im Wert von 1 Mrd. EUR abzustoßen. Außerdem gebe der Konzernlenker die zuvor aggressive Akquisitionsstrategie sowie die groß angekündigte Expansion mit Sephora nach Deutschland und Japan auf.
Die geplante Sanierung der Einzelhandelskette Duty-Free-Shoppers (DFS) habe im ersten Halbjahr bereits Früchte getragen. So hätte die Verschuldung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 63% auf 39 Mio. EUR zurückgefahren werden können. Bei der Präsentation der Zahlen für die ersten 9 Monate habe LVMH nun erklärt, dass die Duty-Free-Geschäfte von einer langsamen aber stetigen Erholung auf dem Tourismusmarkt profitieren würden. Unter der Voraussetzung keiner weiteren exogenen Schocks (Kriege oder ähnliches), plane die Konzernführung, DFS zum Ende des Jahres in die schwarzen Zahlen führen zu können.
Die Parfümeriekette Sephora, das zweite Sorgenkind des Unternehmens, hätte auf dem US Markt kräftig zugelegt. Dennoch sei ein Umsatzrückgang von über 8% verbucht worden. Mit der stärkeren Konzentration auf das Kerngeschäft und die rentablen Bereiche des Unternehmens habe LVMH den richtigen Weg eingeschlagen. Die Zahlen für die ersten neun Monate würden zeigen, dass nicht alle Marktteilnehmer von der unsicheren Entwicklung im Luxusgütersektor betroffen zu sein schienen. Allerdings habe LVMH die erwartete Ergebnisverbesserung für das Gesamtjahr nicht konkretisiert, so dass Enttäuschungen nicht auszuschließen seien.
Die LVMH-Aktie ist nach wie vor recht hoch bewertet und wird daher von den Analysten der Stadtsparkasse Köln als Marketperformer eingestuft.
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