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Analysen - DAX 100
14.12.2012
Aurubis-Aktie: sehr defensiver Entwicklungspfad
SRH AlsterResearch

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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Oliver Drebing, Analyst von SRH AlsterResearch, stuft die Aurubis-Aktie (ISIN DE0006766504/ WKN 676650) mit "verkaufen" ein.

Aurubis habe geliefert. Die Unternehmensziele für 2011/12, bei Vorlage des Halbjahresberichts deutlich heraufgeschraubt, seien voll erreicht. Die etwas zurückhaltende Prognose der Analysten sei von den Berichtsdaten zum Gesamtgeschäftsjahr übertroffen worden. Auf Ebene des operativen Ergebnisses (EBT) habe Aurubis 296 Mio. EUR (Vorjahr: 292 Mio. EUR; Prognosewert 2012e AlsterResearch: 285 Mio. EUR) erzielt. An das außergewöhnliche Ergebnisniveau der ersten neun Monate habe dabei in Q4 erwartungsgemäß nicht angeknüpft werden können.

Der ausgleichende Charakter des Produktportfolios, der sich 2011/12 sehr anschaulich offenbart habe, sei hinsichtlich der Attraktivität der Aktie als zentrales Argument zu würdigen. Tatsächlich wirke es sich zwar auf Ebene der betroffenen Geschäftseinheit aus, dass sich das kundenseitige Bestellverhalten bei den Kupferprodukten (Gießwalzdrahte, Bänder, Bleche, Platten) ab Spätsommer 2011 konjunkturbedingt stark eingetrübt habe. Der Volumenrückgang des von Aurubis produzierten Gießwalzdrahts belaufe sich auf immerhin 18%. Umso wichtiger sei die Abfederungsmöglichkeit, börsenfähige Kupferkathoden zu verkaufen, statt das Material selbst zu verarbeiten.

Aurubis verfüge über die Qualität, während unterschiedlicher Phasen des konjunkturellen Zyklus zuverlässig Zahlungsmittelüberschüsse und ansprechende operative Erträge zu erwirtschaften. Der freie Cash flow je Aktie (einschließlich Zinszahlungen) errechne sich im Durchschnitt der sechs Geschäftsjahre 2007 bis 2012 bei über 5 EUR, eine Größenordnung, die im Berichtsjahr 2011/12 mit einem Wert oberhalb von 4 EUR nochmals knapp bestätigt worden sei. Damit sei die Fähigkeit gegeben, das aktuelle Dividendenniveau zu halten (1,35 EUR je Aktie). Eine fortgesetzte Umsetzung des Vorratsabbaus könnte den Cash flow-Aspekt noch positiver erscheinen lassen, als es bislang im Prognosegerüst der Analysten für die angelaufene Periode 2012/13 berücksichtigt sei.

Auch für 2012/13 erwarte man in Anlehnung an die Einschätzungen des Unternehmens eine leicht aufwärts gerichtete, insgesamt zumindest stabile Entwicklung bei den Schmelzlöhnen der Konzentratverarbeitung (TC/RCs auf Grundlage von Jahres- oder Dreijahreskontrakten, wahrscheinlich oberhalb von 70 USD/t nach zuletzt knapp 65 USD/t) und eine gute Versorgungslage bei Altkupfer mit entsprechend hohen Raffinierlöhnen. Die Analysten würden keine Hinweise auf operativ begründete Ertragsklippen ausmachen, würden vielmehr einen stabilen Ergebnistrend für das wahrscheinliche Szenario halten. Die belastenden Effekte aus dem für September und Oktober 2013 geplanten Stillstand der Hamburger Hütte (hoch komplexe technische Aktion, letztmals 1991) würden, verteilt auf die Geschäftsjahre 2012/13 und 2013/14, die Ergebnisberichterstattung nicht dominieren.

Erstmals seit Dezember 2010 würden die Analysten die Zielmarke der mittelfristigen Aktienkursentwicklung unterhalb von 48 EUR ansetzen. Ihrer zurückgenommenen Kurszielformulierung bei 45 EUR liege nicht der Anspruch mathematisch-akademischer Bewertungsgenauigkeit zugrunde. Der Buchwert je Aktie würde rund 49 EUR entsprechen, das aktuelle KGV auf Grundlage ihrer Ergebnisschätzungen für 2012/13 errechne sich bei knapp über 12 - angesichts der nachgewiesenen Cash flow-Kraft überhaupt kein übertriebener Multiplikator.

Und doch fehle den Analysten derzeit die Überzeugung, dass der Spannungsbogen für das Dividendenpapier angesichts eines von Management (und Aufsichtsrat) gewollt defensiven Kurses aufrechterhalten werde. Der Eindruck der Banalität überwiege gegenüber der Aussicht auf Spektakuläres. Eine konjunkturelle Aufhellung lade zu Anlagealternativen ein, die mehr kreative Energie bereithalten würden. Die Analysten würden ihr Anlageurteil anpassen.

Die Analysten von SRH AlsterResearch raten die Aurubis-Aktie zu verkaufen. (Analyse vom 14.12.2012) (14.12.2012/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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