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Analysen - Nebenwerte
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13.12.2012
PATRIZIA Immobilien-Aktie: Zinsergebnis treibt Gewinne
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Dr. Georg Kanders, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die PATRIZIA Immobilien-Aktie (ISIN DE000PAT1AG3/ WKN PAT1AG) weiterhin mit dem Rating "kaufen".
In Erwartung einer Beschleunigung des Ergebnisses in Q4 würden die Analysten die Gewinnschätzungen für PATRIZIA Immobilien erhöhen. Wesentlicher Treiber für den erwarteten Gewinnanstieg in den kommenden Jahren sei ein stark rückläufiger Zinsaufwand, da die Verschuldung bis 2015 auf nahezu null heruntergefahren werden solle. Damit würden zwar Mieterlöse entfallen, doch solle das freiwerdende Eigenkapital in Co-Investments investiert werden.
Darüber hinaus würden die Analysten stark steigende Asset Management Gebühren erwarten, was sich aus den prognostizierten steigenden Assets under Management ergeben sollte. PATRIZIA strebe an, bis 2015 10 Mrd. Euro AuM (6,8 Mrd. Euro 30.09.2012) zu erreichen. Sollte es dem Unternehmen gelingen, im Konsortium die bayerische GBW zu erwerben, könne nach Erachten der Analysten das angestrebte Volumen auch früher erreicht werden.
Die Analysten hätten in ihren Schätzungen zu erfassen versucht, dass die Wohnungen, die in Zukunft verkauft würden, zum überwiegenden Teil aus dem Finanzvermögen stammen und somit hier nur die Gewinne in der GuV erfasst würden. Dies erkläre die deutlich reduzierten Schätzungen für den Umsatz. In 2014 könnten noch Umsätze für das letzte in vollständigem PATRIZIA-Besitz befindliche Entwicklungsprojekt (Feuerbachstrasse in Frankfurt) anfallen.
PATRIZIA wolle die Bankverschuldung bis 2015 nahezu vollständig abbauen. In dem Modell der Analysten ergebe sich eine Absenkung der Bankverschuldung von aktuell 602 Mio. Euro (30.09.2012) auf 523 Mio. Euro zum Jahresende 2012, 347 Mio. Euro Ende 2013 und knapp 80 Mio. Euro Ende 2014. Die Analysten würden davon ausgehen, dass die Eigenkapitalquote (Ende September 2012 31,7%) bereits Ende 2013 auf 44% und Ende 2014 auf 68% steigen werde.
Durch den gegenüber den alten Schätzungen der Analysten verstärkten Abbau des Bestandsportfolios ergebe sich eine Reduzierung der Schätzungen des EBIT. Auf der anderen Seite verringere sich aber auch der Zinsaufwand stärker als bislang erwartet. Dies wirke sich für 2013 insgesamt positiv auf die EPS-Schätzung aus. Für 2013 würden die Analysten auch noch letzte Bewertungsgewinne auf Finanzderivate erwarten (5 Mio. Euro). Für das Jahr 2014 ergebe sich allerdings eine niedrigere Schätzung, da sie die Gewinnmargen aus dem Verkauf etwas niedriger angesetzt hätten und sich aufgrund der bereits gesenkten Schätzungen für den Zinsaufwand 2013 auch geringeres Potenzial für weitere Absenkungen ergebe.
Das erhöhte Kursziel ergebe sich durch die Anwendung des auf implizite Bewertungsreserven im Immobilienvermögen abgestellten Bewertungsmodells. Basis der Bewertung sei der für 2014 geschätzte, um Dividenden adjustierte NAV. Im Falle von PATRIZIA hätten die Analysten allerdings den NAV des Unternehmens um den Wert des Asset Management Geschäftes adjustiert. Dabei hätten sie 1% der AuM von Dritten als Bewertungsbasis gewählt und die in der Bilanz ausgewiesenen immateriellen Vermögensgegenstände abgezogen. Insgesamt ergebe sich ein adjustierter NAV von 7,89 Euro je Aktie (davon 0,83 Euro Asset Management Geschäft).
Die Analysten würden ein Kursziel von 6,80 Euro (zuvor: 6,50 Euro) für angemessen halten, was eine "Risikoprämie" von 10% auf das aktuelle Immobilienvermögen impliziere. Somit sei der geplante Abbau der Verschuldung noch nicht in der Bewertung enthalten, sondern würde erst bei der Umsetzung "wertsteigernd" wirken.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die PATRIZIA Immobilien-Aktie nach wie vor mit dem Votum "kaufen" ein. (Analyse vom 13.12.2012) (13.12.2012/ac/a/nw)
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