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Analysen - Ausland
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15.11.2002
ENI kaufen
Hamburgische LB
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Hamburgischen Landesbank empfehlen die Aktie von ENI (WKN 897791) zu kaufen.
ENI habe für das 3. Quartal ein Nettoergebnis von 921 Mio. EUR bekannt gegeben - ein Anstieg um 7,8% gegenüber dem Vorjahr. Unter Berücksichtigung einmaliger Sondereffekte sei das Nettoergebnis um 9% auf 859 Mio. USD zurückgegangen. Das operative Ergebnis habe sich um knapp 13% auf 1,85 Mrd. EUR verbessert. Die Erwartungen des Marktes seien übertroffen worden. Insbesondere im Vergleich zu den Ergebnissen der Wettbewerber in der laufenden Berichtssaison habe ENI überzeugt. Ein Produktionswachstum von gut 7% in den ersten neun Monaten (8,5% im 3. Quartal) würde nachhaltig den Expansionstrend im Upstreamgeschäft unterstreichen. Zudem profitiere ENI vom hohen Ölpreis sowie von Kostensenkungen. Belastend hätten hingegen die schlechteren makroökonomischen Bedingungen im Geschäftsfeld Raffinerie & Marketing (R&M) sowie höhere Ertragssteuern auf Konzernebene gewirkt.
Im Bereich Exploration & Produktion habe der operative Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16% auf 1,33 Mrd. EUR zugelegt. Dabei hätte das Unternehmen von höheren Ölpreisrealisierungen (+4%) profitiert. Dank zahlreicher neuer internationaler Förderprojekte hätte die Produktion von Öl und Gas annähernd gleichermaßen um je 8,5% auf 1,45 Mio. boed ausgeweitet werden können. Das Ziel, die Fördermenge in 2002 um 8% zu steigern, sei somit erreichbar.
Das Segment Gas & Power habe ein um 10,6% verbessertes operatives Ergebnis von 375 Mio. EUR aufgewiesen. Ursache seien um 7,6% gestiegene Absatzmengen gewesen, insbesondere im europäischen Ausland, und niedrigere Durchleitungskosten.
Das Raffinerie- und Marketinggeschäft habe wie die gesamte Branche unter den extrem niedrigen Margen gelitten. Das operative Segmentergebnis habe infolge dessen um 54% auf 122 Mio. EUR eingebracht. Die Absatzmenge raffinierter Produkte habe sich um 2,6% reduziert. Da ENI vergleichsweise wenig im Downstreamgeschäft engagiert sei, falle der Ergebniseinbruch nicht so stark ins Gewicht. Im Chemiesegment hätte der operative Verlust von 124 Mio. EUR auf 26 Mio. EUR reduziert werden können. Der Bereich Ölfeld Service habe seinen operativen Ergebnisbeitrag um 40% auf 73 Mio. EUR gesteigert.
Bei der KG-Betrachtung der Ölkonzerne stelle man eine Zweiklassengesellschaft fest. Zum einen die weltweit größten fünf Gesellschaften mit KGVs von derzeit durchschnittlich 14 auf Basis der Gewinnschätzung für 2003, zum anderen die kleineren Unternehmen mit KGVs um 10. ENI nehme bei einem Produktionsvolumen von zuletzt knapp 1,5 Mio. Barrel täglich innerhalb dieser Gruppen eine Zwischenposition ein und sei daher mit den Kleinen der Majors durchaus vergleichbar.
Des weiteren hätten die Italiener mit ihrem starken Engagement im Gasgeschäft einen Vorsprung vor den Wettbewerbern erreicht. Die Aktie sei deshalb mit einem KGV von 11 auf Basis der Ergebnisschätzungen der Analysten für 2003 unterbewertet. Darüber hinaus unterstellen die Analysten eine Unterbewertung der gesamten Branche.
Das Kursziel der Analysten der Hamburgischen Landesbank auf Sicht von 12 Monaten lautet unverändert 18 EUR, das Rating für die ENI-Aktie lautet "kaufen".
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