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Analysen - Ausland
29.11.2012
Richemont-Aktie: anhaltend rentables Konzernwachstum
Sarasin Research

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Zürich (www.aktiencheck.de) - Patrick Hasenböhler, Analyst von Sarasin Research, bestätigt seine Ratinganhebung der Aktie von Richemont (ISIN CH0045039655/ WKN A0Q9J3) von "neutral" auf "buy".

Das Kerngeschäft von Richemont seien Uhren und Schmuck. Von großer Wichtigkeit seien auch Lederprodukte und Schreibwaren. Richemont verfüge über eine gute Ausgangslage, um von den langfristigen Wachstumschancen im Schmuck- und Uhrengeschäft zu profitieren. Das Markenportfolio von Richemont umfasse bekannte Namen wie "Cartier", "Van Cleef & Arpels", "Piaget", "Vacheron Constantin", "Jaeger-LeCoultre", "IWC", "Officine Panerai", "Alfred Dunhill" und "Montblanc". Das Flaggschiff sei zweifelsohne die Marke "Cartier".

Richemont schliesse das Geschäftsjahr (GJ) per Ende März ab. Nach einem äußerst erfolgreichen GJII/12 mit einem Umsatzanstieg von 29% und einer Steigerung des operativen Gewinns um 51% habe Richemont wiederum mit einem starken ersten Semester 2012/13 brillierte. Der Umsatz habe im Vergleich zur Vorjahresperiode erneut um 21% auf EUR 5,1 Mrd. zugenommen. Zu konstanten Währungen habe die Umsatzsteigerung 12% betragen. Der Anstieg des Bruttogewinns (+24%) sei teilweise der vorteilhaften Währungsentwicklung zuzuschreiben. Dank dem höheren Bruttogewinn sei auch der EBIT (+28%) trotz der Zunahme der operativen Kosten um insgesamt 21% gestiegen.

Das Filetstück des Konzerns sei die Sparte Jewellery Maisons. Sie beinhalte die beiden Marken "Cartier" und "Van Cleef & Arpels". Specialist Watchmakers sei die zweitwichtigste Sparte des Konzerns, wobei die Division nach einem EBIT-Anstieg um 51% im 1H12/13 nun fast einen Drittel zum Gruppen-EBIT beitrage. Die Schweizer Uhrenexporte seien in den ersten zehn Monaten 2012 gegenüber der Vorjahresperiode um 13,7% angestiegen. Die hauptsächlichen Wachstumstreiber unter den 15 wichtigsten Exportländern seien dieses Jahr nicht Hongkong (Exportland Nr. 1, Wachstumsrate +12,6%) und China (Nr. 3; +4,8%), sondern überraschenderweise Deutschland (Nr. 5; +35,0%) und Japan (Nr. 7, +27,3%). Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten würden auch die Exporte in andere europäische Länder hohe Wachstumsraten ausweisen.

Die Geschäftstätigkeit von Richemont weise einen hohen operativen Hebel auf. Ein Grund dafür sei der hohe Umsatzanteil über das eigene Einzelhandelsnetz (51%). Die Nettogeldposition sei Teil einer äußerst soliden Bilanz. Die Eigenkapitalquote betrage hohe 71%. Richemont lasse auch Vorsicht walten bezüglich der Ausschüttungspolitik und der Akquisitionstätigkeit. Angesichts des anhaltenden Wachstumspotenzials seien mögliche attraktive Übernahmeobjekte zu einem vernünftigen Preis in der Luxusgüterindustrie die Ausnahme. Richemont setze den Fokus ohnehin auf organisches Wachstum mit Investitionen in die Fabrikation, Marketing, Distribution und Einzelhandelslokalitäten. Die Maxime des Unternehmens sei Goodwill zu schaffen und nicht Goodwill zu kaufen.

Die Hauptrisiken für die Richemont Aktien befänden sich außerhalb des Handlungsspielraums der Gesellschaft. Ein konjunktureller Rückschlag in China würde Richemont wie die gesamte Luxusgüterindustrie im Nerv treffen. Ein Rückschlag im Tourismusgeschäft nach Europa hätte ebenfalls stark negative Folgen. Die Gewinnmargen von Richemont könnten außerdem negativ belastet werden von einer Stärke des CHF gegenüber dem EUR und USD bzw. des EUR gegenüber dem USD (sowie in geringerem Ausmass gegenüber dem YEN). Ein Vorteil sei die Preissetzungsmacht des Konzerns, um allfällige negative Währungseffekte zu mildern.

Die Aussichten für Richemont seien weiterhin vielversprechend. Trotz des Kursanstiegs liege die Bewertung der Aktie noch immer leicht unter dem historischen Durchschnitt. Die aktuelle Konsensbewertung mit einem P/E 13E von 14,9x und einem EV/EBITDA 13E 8,3x sei nicht übertrieben und liege sogar leicht unter dem Branchendurchschnitt. Die Eigenkapitalrendite im GJ11/12 habe bei hohen 19,8% gelegen. Kurzfristig dürften verbesserte globale Makrodaten und die Indikation wieder höherer Wachstumszahlen in Asien, für positive Impulse sorgen.

Die Analysten von Sarasin Research bestätigen die Anhebung des Ratings für die Richemont-Aktie von "neutral" auf "buy". (Analyse vom 28.11.2012) (29.11.2012/ac/a/a)



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