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Analysen - Ausland
14.11.2002
Enel neutral
Helaba Trust

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Die Analysten von Helaba Trust bewerten die Enel-Aktie (WKN 928624) mit "neutral".

Mit einer Kraftwerksleistung von 43.500 MW und knapp 30 Mio. Kunden gehöre die italienische Enel S.p.A. zu den größten Energieversorgern der Welt. Darüber hinaus sei das Unternehmen, das sich nach der Teilprivatisierung 1999 noch zu 68 Prozent in Staatseigentum befinde, mit der Tochter Wind im Telekommunikationssektor tätig. Der im Jahr 2001 für rund 7,25 Mrd. Euro übernommene Festnetzanbieter Infostrada sei jüngst mit dem Mobilfunkunternehmen zu "New Wind" fusioniert worden und solle demnächst an die Börse gebracht werden. Zahlreiche Beteiligungen in der Müllentsorgung sowie der Wasser- und Gasversorgung rundeten das Portfolio ab.

Die jüngst vorgelegten 9-Monats-Ergebnisse hätten überwiegend im Rahmen der Erwartungen gelegen. So habe Enel bei Umsätzen von rund 21,7 Mrd. Euro (-1,5% gegenüber dem Vorjahr) ein betriebliches Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 5,79 Mrd. Euro erzielt (-8,6% ). Der Gewinn sei insbesondere von dem im September von der italienischen Regierung beschlossenen Tarifstopp - die Stromgebühren seien bis Oktober auf dem August-Stand eingefroren und die geplante Tariferhöhung von 1,7% aufgeschoben worden - negativ beeinflusst. Das Nettoergebnis habe sich auf knapp 1,4 Mrd. Euro belaufen. Gleichzeitig hätten die Italiener die Nettoverschuldung von 23,9 Mrd. Euro (30.09.2001) auf 23,4 Mrd. Euro reduziert.

Darüber hinaus habe das Unternehmen bekannt gegeben, dass die Stromtochter Interpower (2.600 MW) für rund 874 Mio. Euro (inklusive 323 Mio. Euro Finanzverbindlichkeiten) verkauft worden sei. Allerdings sei der Veräußerungserlös enttäuschend ausgefallen (Erwartung: 1,2 Mrd. Euro). Insgesamt habe die Gesellschaft mit dieser Abgabe allerdings nunmehr die Auflagen der Wettbewerbsbehörden erfüllt, sich im Zuge der Marktöffnung von insgesamt 15.000 MW Kapazitäten zu trennen.

Künftig sollte es oberstes Ziel des Unternehmens sein, die betriebliche Effizienz durch verschiedene Kosteneinsparungsmaßnahmen (v.a. Personalabbau) sowie eine Optimierung des Kraftwerksportfolios deutlich zu steigern. Darüber hinaus dürfte der Rückführung der Verbindlichkeiten eine entscheidende Rolle zukommen. Zwar werde der Börsengang von Wind angesichts der schwierigen Kapitalmarktlage sowie der weiter ausbleibenden nachhaltigen operativen Trendwende dieser Sparte vorerst wohl ausbleiben.

Allerdings rechne man sowohl mit der Abgabe der Immobiliensparte (rund 2,5 Mrd. Euro) als auch mit dem Verkauf der Stromnetztochter Terna an die Gasgesellschaft Snam Rete Gas (geschätzter Verkaufspreis: rund 3,5 - 4 Mrd. Euro inklusive Verbindlichkeiten). Mit diesem Schritt könnte Enel den Schuldenabbau voranbringen und eine Sonderdividende ausschütten.

Solange hierfür jedoch keine deutlichen Hinweise erkennbar sind, empfehlen die Analysten von Helaba Trust weiterhin eine neutrale Gewichtung der Enel-Titel.



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