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Analysen - Marktberichte
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15.11.2012
S&P 500: Startschuss für Jahresendrally?
HSBC Trinkaus & Burkhardt
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Im Anschluss an die Ausprägung eines Dreifachtops hatte der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) zuletzt mit Kursrückgängen zu kämpfen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Die gute Nachricht sei an dieser Stelle, dass das rechnerische Abschlagspotenzial aus diesem Umkehrmuster von rund 50 Punkten inzwischen längst ausgeschöpft worden sei. Doch nicht nur dieser Umstand mache aktuell Mut. Auch die Methoden, die auf W.D. Gann zurückgehen würden, würden aktuell die Ausbildung eines zyklischen Tiefs nahe legen. Da die Gann-Theorie an dieser Stelle normalerweise nicht den ganz großen Raum einnehme, wollten die Analysten heute im Rahmen eines kleinen "Specials" auf diese Thematik eingehen.
Gemäß der Lehre von Gann müssten Preis und Zeit stets im Einklang zueinander stehen. Genau diesem Grundprinzip scheinen die amerikanischen Standardwerte derzeit zu gehorchen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Zweifelsfrei definiere beispielsweise das Tief von Anfang Oktober 2011 bei 1.075 Punkten ein wichtiges Markttief. Unterstelle man - wie Gann es vereinfachend getan habe -, dass jeder Monat 30 Tage habe, so seien fast punktgenau 180 Tage bis zum Hoch von Anfang April 2012 bei 1.422 Punkten vergangen. Weitere 60 Tage seien ins Land gezogen, ehe Anfang Juni bei 1.267 Punkten die Basis für die dynamische Sommerrally gelegt worden sei.
Dank dieser zeitlichen Abfolge sei eine Basisannahme der Gann-Theorie erfüllt, wonach sich Preisbewegungen auf der Zeitachse durch Drittelung und Achtelung sowie den entsprechenden Vielfachen bzw. Verhältnissen der Zykluslänge von 360 Tagen erklären lassen würden. Am aktuellen Rand falle auf, dass erneut exakt 60 Tage seit dem bisherigen Jahreshoch vom 14. September bei 1.475 Punkten vergangenen seien. Die Voraussetzungen für einen potenziellen Marktwendepunkt seien also gegeben.
Allerdings sei der Markt erst dann in der Balance, wenn Preis und Zeit in einem harmonischen Verhältnis zueinander stünden. Das scheine in der aktuellen Chartkonstellation der Fall zu sein: Das jüngste Tief bei 1.353 Punkten sei rund 90 Punkte oberhalb des Juni-Tiefs anzusiedeln und auch die jüngste Atempause seit dem o. g. Jahreshoch habe (bisher) eine Korrektur um gut 120 Punkte gebracht, sodass derzeit auf der Preisachse ein ähnlicher Gleichklang wie auf der Zeitschiene vorliege. Per saldo sei also eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine untere Umkehr beim S&P 500 gegeben. Um zu einer "sicheren" Prognose zu gelangen, sollten im nächsten Schritt noch andere Verfahren der Technischen Analyse herangezogen werden.
Das Abarbeiten des rechnerischen Abschlagspotenzials aus dem o. g. Dreifachtop schüre die Hoffnungen der Marktteilnehmer. Allerdings heiße es bisher noch "Warten auf das Reversal". Als wichtige Voraussetzung dafür, dass der S&P 500 die zyklischen Tiefstände hinter sich habe, würden die Analysten die Rückeroberung der jüngst unterschrittenen Unterstützungszone erachten. Diese speise sich aus der 200-Tages-Linie (akt. bei 1.382 Punkten), die zusätzlich durch diverse Hoch- und Tiefpunkte bei rund 1.370 Punkten verstärkt werde. Abgerundet werde der skizzierte ehemalige Auffangbereich durch die 50%-Korrektur der jüngsten Rally (1.371 Punkte) sowie den Aufwärtstrend seit November 2011 (akt. bei 1.370 Punkten).
Im Erfolgsfall seien als erstes Erholungsziel die horizontalen Marken bei gut 1.420 Punkten anzuführen, bevor bereits wieder das bisherige Jahreshoch auf die Agenda rücke. Aber selbst, wenn nur das erstgenannte Level erreicht werden sollte, ergebe sich damit ein Long-Trade mit gutem Chance-Risiko-Verhältnis. Der Charme der Gann-Theorie liege nun in der genauen Preis- und Zeitprojektion, d. h. Investoren würden zeitnah einen Hinweis erhalten, ob sie richtig oder falsch lägen: Bleibe die angeführte ehemalige Unterstützungszone auch per Wochenschluss unterschritten, müsste die Zählweise angepasst und die Reißleine gezogen werden. (15.11.2012/ac/a/m)
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