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Analysen - DAX 100
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11.11.2002
HeidelbergCement untergewichten
Helaba Trust
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von Helaba Trust bewerten die HeidelbergCement-Aktie (WKN 604700) mit "untergewichten".
Obwohl der Konzernumsatz mit -2,9% gegenüber dem Vorjahr im 3. Quartal stärker zurück gefallen sei als erwartet (Hauptursache: Rezession in Deutschland), habe HeidelbergCement den Periodenüberschuss um 8% gegenüber dem Vorjahr steigern können. Entscheidend hierfür sei die Verbesserung des Finanzergebnisses (-28,3 nach -63,5 Mio. Euro im Vorjahr), wo sich das niedrigere Zinsniveau deutlich niedergeschlagen habe. Einen zusätzlichen positiven Aspekt stelle die Tatsache dar, dass der über das normale Maß hinausgehende Restrukturierungsaufwand (2002: 50 Mio. Euro) bereits per Ende September in voller Höhe berücksichtigt sei.
Dennoch bleibe man - wie offenbar das Gros der Marktteilnehmer (Kurs heute knapp unter Vortag) - bezüglich der künftigen Einstufung etwas ratlos zurück. Zum einen nehme sich das Beibehalten des alten Ertragsziels für 2002 (Jahresüberschuss mindestens auf Vorjahresniveau) etwas kurios aus. Schließlich sei es schon nach neun Monaten erreicht worden. Die Unsicherheit bezüglich des saisonal eher niedrigen, aber deutlich über dem 1. Quartal liegenden Ertrags im 4. Quartal scheine sehr groß zu sein. Man rechne mit einem Überschuss (vor Anteilen Dritter und sonstigen Bereinigungen) im Schlussquartal von 46 (Vorjahr 49) Mio. Euro.
Sollte die bereinigte Variante in derselben Höhe ausfallen, träfe dies die bisherige Schätzung haargenau. Insofern halte man diese Prognose (entspreche 3,30 Euro je Aktie) aufrecht. Die 14%ige Steigerung in 2003 müsse nach der Berichterstattung allerdings auf den Prüfstand gestellt werden. So sei in Zentraleuropa- West (Deutschland) mit einem weiteren Absatzminus in der Größenordnung von 5% bei eher noch verschlechterten Durchschnittserlösen zu rechnen. Für Nordamerika müsse mit Blick auf das eher pessimistisches Nachfrageszenario ebenfalls mit Rückgängen gerechnet werden.
Beide Regionen zusammen hätten in den ersten neun Monaten 2002 einen EBIT-Anteil von 39% repräsentiert (160 Mio. Euro). Gleichzeitig könnte die aus dem laufenden Kartellverfahren in Deutschland resultierende Strafe die Ertragslage einmalig belasten. Andererseits sollten konzernweit zusätzliche Kostensenkungen in der Größenordnung von 2002, nämlich von 45 bis 70 Mio. Euro, realisiert werden. Insgesamt stelle sich die Frage, ob das eher unterdurchschnittliche Gewinnmomentum durch die aktuellen Bewertungsabschläge zu den Wettbewerbern komplett ausgeglichen werde. Auch die Charttechnik liefere derzeit keine Anhaltspunkte: Die Aktie pendele seit Wochen zwischen 36 und 38 Euro. Es werde daher noch einige Tage in Anspruch nehmen, die künftige Einstufung des Titels festzulegen.
Die Empfehlung der Analysten von Helaba Trust für HeidelbergCement lautet "untergewichten".
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