|
Analysen - Ausland
|
08.11.2012
Barrick Gold-Aktie: Krisenglanz etwas verblasst
Sarasin Research
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Zürich (www.aktiencheck.de) - Ute Haibach, Analystin von Sarasin Research, stuft die Aktie von Barrick Gold (ISIN CA0679011084/ WKN 870450) auf "neutral" herunter.
Barrick Gold (Barrick) sei gemessen an der Marktkapitalisierung das weltgrößte Goldminenunternehmen, bei gleichzeitig hohem Streubesitz der Aktien. Gemessen an der Förderung von GJ11 würden die Reserven bei Barrick von Gold für 18 Jahre und von Kupfer für 28 Jahre reichen. Die durchschnittlichen Förderkosten vor Amortisation hätten im GJ11 bei USD 460 je Unze Gold gelegen. Dies vergleiche sich mit durchschnittlichen Förderkosten von USD 620 je Unze bei den wichtigsten Mitbewerbern und einem realisierten Goldpreis von USD 1.578 je Unze. Kostengünstige Neuentwicklungsprojekte würden die allgegenwärtige Kosteninflation dämpfen und Barrick helfen, in der unteren Hälfte der marginalen Produktionskostenkurve zu verharren, trotz des Kostensprungs im GJ12.
Für GJ12 plane Barrick eine Goldförderung von 7,3 Mio. bis 7,5 Mio. Unzen zu Kosten von USD 575 bis USD 585 je Unze sowie eine Kupferförderung von 450 Mio. Pfund zu Kosten von USD 2,10 bis USD 2,30 je Pfund. Bis GJ16 solle die Förderung von Gold auf rund 8,0 Mio. Unzen und von Kupfer auf 600 Mio. Pfund steigen.
Auch wenn Goldminenaktien und der Goldpreis in der Vergangenheit stark positiv korreliert gewesen seien, hätten die operativen Herausforderungen in den letzten Monaten eine Parallelentwicklung von Goldpreis und Goldminenaktien verhindert. Der Aktienkurs von Barrick habe seit Ende 2011 sogar 20% an Wert verloren. Die Analysten würden denken, dass Barrick nun Erfolge bei der Entwicklungspipeline vorweisen müsse, um das Vertrauen wiederherzustellen.
Nach der Equinox-Übernahme für CAD 7,3 Mrd. habe Barrick den Bilanzvorteil gegenüber den zwei größten Mitbewerbern verloren. Im 3Q12 habe das Netto-Gearing (Verhältnis von Nettofinanzverbindlichkeiten zu Eigenkapital) bei Barrick 46% vs. 30% bei Newmont (ISIN US6516391066/ WKN 853823) vs. Netto-Geldposition bei Goldcorp (ISIN CA3809564097/ WKN 890493) betragen.
Die Pluspunkte von Barrick seien für die Analysten die Marktführungsposition, die langlebigen Reserven, die unterdurchschnittlichen Produktionskosten, die hohe Marktliquidität, das mittelfristige Wachstumspotenzial und die diversifizierte Positionierung in überwiegend politisch stabilen Ländern. Zudem bestehe die Chance auf eine Portfoliooptimierung, operative Erfolge des neuen Managements sowie Volumenwachstum, Entschuldung und eine Dividendenerhöhungen ab GJ15.
Wie andere Gesellschaften im Sektor, leide Barrick unter der vorherrschenden Kosteninflation sowie Länder- und Rechtsrisiken. Dazu kämen unternehmensspezifische Probleme, wie die fehlende strategische Ausrichtung, die recht hohe Verschuldung, Enttäuschungen bei dem wichtigsten Entwicklungsprojekt Pascua Lama und die Wachstumsdelle bis GJ15, die allesamt zu einem Vertrauensverlust der Anleger geführt hätten. Die Analysten sähen ihren ursprünglichen Investment Case zwar nicht aufgehoben, aber weiter nach hinten hinausgeschoben.
Aus diesem Grund und aufgrund des insgesamt gemischten Bildes (Chancen halten sich mit Risiken die Waage) stufen die Analysten von Sarasin Research die Barrick Gold-Aktie auf "neutral" herunter. (Analyse vom 07.11.2012) (08.11.2012/ac/a/a)
|