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Analysen - Marktberichte
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25.10.2012
Auslandsaktien: Die gute Laune verfliegt
Deutsche Börse AG
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www.optionsscheinecheck.de
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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Sorgen über eine Abkühlung der Weltkonjunktur überschatten nach Auffassung von Market Maker im Handel mit Auslandsaktien die verhältnismäßig guten Zahlen aus den Konzernzentralen, so die Deutsche Börse AG.
"Aber auch Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Steigerungen prägen das Bild an den internationalen Aktienmärkten", beobachte Jan Vrbsky von der Baader Bank. Derzeit hätten Impulse für Neuengagements gefehlt. "Das liegt auch an den bevorstehenden US-Wahlen."
"Die sich anbahnende Konjunkturschwäche hat die Höhenflüge an den Märkten ausgebremst", stimme Walter Vorhauser von der Close Brothers Seydler Bank zu. Japanische Exporte seien beispielsweise im September zum vierten Mal in Folge eingebrochen, diesmal um 10,3 Prozent. Insbesondere die Autoindustrie leide. "Mit einem Außenhandelsdefizit von 558,6 Milliarden Yen, das sind rund 5,5 Milliarden Euro, wies Japan erstmalig seit 1979 ein Minus im Monat September aus."
Ungebrochen starke Kauffreude insbesondere in Schwellenländern sorge für gute Laune bei Unilever (ISIN GB00B10RZP78/ WKN A0JNE2). Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern komme im dritten Quartal mit 13,4 Milliarden Euro auf rund 10 Prozent höhere Umsätze. Auch der Ausblick überzeuge, sodass sich die Aktie bis 3 Prozent verteuert habe. "In China ist das Unternehmen besonders gut positioniert", erkläre Vrbsky. Mittlerweile betrage der Unilever-Umsatzanteil in den aufstrebenden Ländern über 50 Prozent. "Pflegeprodukte und Haushaltsreiniger waren beliebt, Lebensmittel sind weniger gekauft worden." Auch Unilever sorge sich über steigende Rohstoffpreise, die nicht immer entsprechend auf die Produkte umgelegt werden könnten. In den Emerging Markets gelängen die Preisanpassungen prinzipiell eher.
Mit einer Umsatzsteigerung von 7 Prozent auf 4,97 Milliarden Euro im dritten Quartal scheinen Heineken-Aktionäre (ISIN NL0000009165/ WKN A0CA0G) nicht zufrieden, so die Deutsche Börse AG. Die Aktie habe nach Veröffentlichung der Zahlen rund 3 Prozent auf derzeit 46,50 Euro verloren. "Guten Geschäften in den USA, Afrika und dem Nahen Osten stehen schwache Europaumsätze gegenüber", bemerke Vorhauser. Das Geschäft in Asien solle zudem mit der Übernahme des Tiger-Bier-Produzenten Asia Pacific Breweries (APB) gestärkt werden. "Neben Tiger würde Heineken sich die Marken Bintang und Anchor sowie 30 Brauereien in 14 Ländern wie Singapur, Malaysia, Indonesien und Thailand sichern."
Der Gewinn von plus 10 Prozent auf 577 Millionen Euro beim weltweit drittgrößten Bierbrauer enthalte Zukäufe und positive Währungseffekte. "Höhere Kosten Rohstoffe sind auch bei Bierbrauern ein Thema." Für das Gesamtjahr würden die Niederländer damit rechnen, dass die Effekte aus steigendem Absatz, höheren Preisen und niedrigeren Ausgaben durch Investitionen und steigende Rohstoffkosten aufgezehrt würden.
Über Erwarten gute Zahlen für das dritte Quartal habe der US-Technologiekonzern VMware (ISIN US9285634021/ WKN A0MYC8) geliefert. Der Umsatz des Softwareunternehmens sei auf 1,13 Milliarden US-Dollar geklettert. Trotz verringertem Nettogewinn um fast 12 Prozent von 41 auf 36 Cent je Anteil habe die Aktie zwischenzeitlich 4 Prozent zugelegt. Zum Handelsschluss sei sie mit 65,60 Euro 2 Prozent im Plus gewesen. Für das vierte Quartal erwarte VMware einen Umsatz zwischen 1,26 und 1,29 Milliarden US-Dollar. "VMware konzentriert sich auf die Wachstumsbereiche Cloud-Infrastruktur und Virtualisierung für Unternehmen", erkläre Vorhauser. Ähnlich wie in anderen Industriezweigen wachse die Nachfrage nach den Dienstleistungen von VMware in Asien besonders stark, während die Geschäfte in Europa gemischt seien.
Bei Anlegern gut an kämen die Credit Suisse (ISIN CH0012138530/ WKN 876800)-Ergebnisse für das dritte Quartal. Der Aktienkurs der Schweizer Bank habe mit zwischenzeitlich 21,80 Schweizer Franken knapp 2 Prozent im Plus gelegen. Dabei überzeuge Vbsky zufolge weniger das geringer ausgefallene Nettoergebnis der Schweizer, das von 788 Millionen Franken auf 254 Millionen Franken eingebrochen sei. "Die Fortsetzung des rigiden Sparprogramms wird von Anlegern honoriert", vermute der Händler. Die Bank wolle im nächsten Jahr das bisherige Sparziel von 3 Milliarden Franken übertreffen und schnüre für 2014 und 2015 ein neues Kostensenkungspaket von einer halben Milliarde Franken. "Als Teil dieser Maßnahme gehen weitere Stellen verloren." Credit Suisse verlagere den Schwerpunkt der Aktivitäten mehr auf das Private Banking. Um an Geld zu kommen, prüfe die Bank zudem den Verkauf der ETF-Sparte.
Trotz Rekordergebnissen im dritten Quartal und höhere Gewinnprognosen für das Gesamtjahr habe die Aktie des Bekleidungsherstellers bei VF Corp. (ISIN US9182041080/ WKN 857621) zwischenzeitlich um 10 Prozent nachgegeben. "Nach einem kontinuierlichen Aufwärtstrend sichern sich Anleger vermutlich ihre Gewinne", meine Vorhauser. Das Unternehmen habe 14 Prozent größere Umsätze in Höhe von 3,1 Milliarden US-Dollar und eine Gewinnsteigerung um 25 Prozent auf 537 Millionen US-Dollar präsentiert. "Allein das Segment Outdoor und Action Sport wuchs um dynamische 29 Prozent." Ein Teil des Zuwachses ginge allerdings auf das Konto der Marke Timberland, die VF Mitte September vergangenen Jahres übernommen habe. "Marken wie Vans und North Face trugen ebenfalls zum soliden Ergebnis bei." Aktionäre könnten sich über eine Erhöhung der vierteljährlichen Ausschüttung auf 87 Cents pro Anteil freuen.
Wachstum in Ländern wie Türkei, Mexiko und Hongkong sowie eine strikte Umsetzung des selbst verordneten Sparkurs verschafften AXA (ISIN FR0000120628/ WKN 855705) einen insgesamt positiven Verlauf bei Umsatz und Gewinn von Januar bis September. "AXA ist auf einem guten Weg", urteile Vrbsky. Die Schwächen im Lebensversicherungsgeschäft habe der französische Versicherungskonzern durch Steigerungen etwa bei den Sachpolicen in den Wachstumsmärkten kompensiert. Dadurch seien dem zweitgrößten europäischen Versicherer 1,3 Prozent höhere Einnahmen von 68,4 Milliarden Euro gelungen. "Die Franzosen zielen auf eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent bis 2015." Anleger hätten AXA mit einem Kursanstieg der Aktie um über 2,5 Prozent auf derzeit 12,34 Euro belohnt. (25.10.2012/ac/a/m)
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