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Analysen - Nebenwerte
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10.10.2012
SHW-Aktie: STT-Verkauf Hauptthema auf Roadshow
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Christian Ludwig, stuft die SHW-Aktie (ISIN DE000A1JBPV9/ WKN A1JBPV) von "kaufen" auf "halten" herab.
Auf der Roadshow mit SHW-CFO Albrecht seien folgende Themen diskutiert worden: der Verkauf des 50% Anteils an STT für ca. 45 Mio. Euro (BHLe) an Magna. Damit verliere SHW seinen Footprint in Nordamerika für Ölpumpen, rund 60 Mio. Euro Umsatz und ca. 5 bis 6 Mio. Euro EBIT. Allerdings habe man mit einem (geschätzten) EV/EBIT-Multiple von 9x einen guten Preis erzielen können. Zudem seien jegliche Wettbewerbsbeschränkungen aufgehoben worden, sodass SHW die Kunden in Nordamerika (NA) direkt angehen könne. Mit dem Erlös (Buchgewinn von ca. 30 Mio. Euro, quasi steuerfrei) würden zuerst die Schulden getilgt (17 Mio. Euro zum Hj.).
Als weitere Optionen könne man eine Greenfield-Operation in NA aufziehen (Capex gering, aber bis erste Umsätze anfallen würden, werde es dauern), Akquisitionen tätigen (mit der Bilanz nach dem STT-Verkauf könnte SHW einen Kaufpreis mehr als 100 Mio. Euro stemmen) sowie eine Sonderdividende zahlen.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass sowohl eine Sonderdividende als auch eine Akquisition die wahrscheinlichsten Optionen seien. Der Aufbau einer eigenen Produktion in Nordamerika dürfte kurzfristig nicht realistisch sein, da erst einmal Projekte gewonnen werden müssten. Vom Gewinn bis zum Start of Production (SOP) würden in der Regel zwei Jahre vergehen.
Nachfrage der OEMs habe sich abgeschwächt. SHW gehe jedoch davon aus, dass H2 flat ggü. Vj. ausfallen werde (ca. 180 Mio. Euro), sodass die FY-Guidance (Umsatz 370 bis 385 Mio. Euro) nicht in Gefahr sei (Umsatz H1: 202 Mio. Euro).
Bremsscheibenbereich stabilisiere sich. Ein großer Auftrag des VW-Konzerns (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) für die hochmargigen Verbundbremsscheiben solle zu einer Verdreifachung des Verbundscheibenumsatzes bis 2017 führen (2011: 11 Mio. Euro). Damit sei die mittelfristige EBIT-Zielmarge von 6% in Sichtweite (BHLe: 2014).
Die Analysten hätten den Verkauf von STT mit Dekonsolidierung ab 01.11. in ihre Schätzungen eingearbeitet. Da STT jedoch schon für Q3 unter "discontinued operations" geführt werde, sei 2012 signifikanter betroffen. Das Kursziel steige dank des Liquidtätszuflusses leicht von 31,00 auf 32,00 Euro. Nach dem Kursanstieg der letzten Woche sei die Aktie mit einem KGV 2013e von 10 aber nicht mehr günstig.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen ihre Empfehlung für die SHW-Aktie von "kaufen" auf "halten" ab. (Analyse vom 10.10.2012) (10.10.2012/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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