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Analysen - DAX 100
01.11.2002
Continental übergewichten
Helaba Trust

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Die Analysten von Helaba Trust bewerten die Continental-Aktie (WKN 543900) mit "übergewichten".

Continental decke mit den Geschäftsbereichen Pkw-Reifen (Anteil am Konzernumsatz 1. Halbjahr: 32%) und Nfz-Reifen (11%) die gesamte Wertschöpfungskette im Erst- und Ersatzgeschäft von der Entwicklung bis hin zum Vertrieb ab. Größtes Geschäftsfeld sei inzwischen der Bereich Automotive Systems (Umsatzanteil: 41%), der in den vergangenen Jahren gezielt durch Akquisitionen (Tevis, Temic) ausgebaut worden sei. Dadurch profitiere Continental vom stark wachsenden Anteil an Elektroniklösungen in der Autoindustrie. Der Bereich ContiTech vereine verschiedene Nischen. Die Tochter solle allerdings durch Teilverkäufe entflochten werden, um mit den Erlösen die Position im Automotive Systems-Geschäft weiter zu festigen.

Der Umsatz sei im 3. Quartal gegenüber dem Vorjahr um 2,9% auf 2,8 Mrd. Euro geklettert. Das EBIT habe 200 Mio. Euro erreicht (Vorjahr: 105 Mio. Euro). Verantwortlich dafür seien insbesondere das Pkw-Reifengeschäft und der Automotive Systems Bereich gewesen. Obwohl die Reifensparte im Nafta-Raum weiterhin hohe Verluste eingefahren habe, sei die Marge aufgrund von Restrukturierungen und der erfreulich angelaufenen Winterreifensaison auf 9,6% gestiegen (Vorjahr: 3,6%). Automotive Systems habe von der hohen Fahrzeugproduktion in den USA profitiert und sei auf eine Gewinnspanne von 6,7% gekommen (Vorjahr: 3,8%). Aber auch die beiden anderen Bereiche - Nfz-Reifen und ContiTech - hätten ihre operativen Renditen gesteigert.

Das Vorsteuerergebnis habe 149 (Vorjahr: 52) Mio. Euro erreicht, das Quartalsergebnis je Aktie 0,42 (0,24) Euro. Mit 547 Mio. Euro übertreffe das EBIT nach neun Monaten bereits die bisherige Gesamtjahresprognose von 533 Mio. Euro. Aus diesem Grund rechne das Unternehmen nunmehr mit einem EBIT (inklusive der Goodwill-Afa auf die Nafta-Aktivitäten von 49 Mio. Euro) von mehr als 607 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss werde allerdings von der Auflösung aktiver latenter Steuern aus dem US-Geschäft in Höhe von bis zu 180 Mio. Euro geprägt werden. Zudem stehe eine Zuführung zu den Pensionsfonds an, die zwar den Cashflow, jedoch nicht das Ergebnis belasten sollten.

Die Gewinnsteigerungsrate werde in 2003 zurückgehen, da von den im letzten Jahr durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen nur noch geringere Impulse zu erwarten seien. Gleichzeitig dürften die gestiegenen Rohstoffpreise, die vermutlich nur zum Teil weitergegeben werden könnten, Druck auf die Margen im Reifengeschäft ausüben. Allerdings werde das Automotive Systems Geschäft, das erfreuliche Wachstum voraussichtlich fortzusetzen, so dass das vom Unternehmen vorgegebene Ziel, die Gearing-Ratio von derzeit 135% auf 100% bis Ende 2003 abzusenken, erreicht werden sollte. Auf Basis eines KGV (2003e) von 6,1 erscheine der Titel im Vergleich mit den Konkurrenten (Michelin: 7,2; Goodyear: 11) unterbewertet.

Die Analysten von Helaba Trust belassen deshalb ihre Einstufung für Continental bei "übergewichten".



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